Management-Tipp des Tages 08.01.2020

Darf man bei einem Vorstellungsgespräch auch mal anderer Meinung sein?

Wenn Sie in einem Bewerbungsgespräch offen Ihre Meinung sagen, geben Sie sich so, wie Sie sind, und nicht so, wie der Arbeitgeber Sie gerne haben möchte. Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen. Aber einem Personalmanager oder künftigen Vorgesetzten zu widersprechen, ist natürlich nicht immer einfach, weil die Kräfteverhältnisse unausgewogen sind.

Zum Glück gibt es ein paar gute Strategien, um sich darüber klar zu werden, ob Ehrlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch für Sie von Nachteil sein könnte oder nicht.

Stellen Sie zunächst einmal Recherchen über die Unternehmenskultur an: Ist man dort offen für neue Ideen? Sind das Unternehmen und die Mitarbeiter für innere Aufgeschlossenheit und Inklusivität bekannt, oder denkt man dort eher konservativ und hält lieber am Althergebrachten fest?

Falls Ihr Gesprächspartner Ihnen eine heikle Frage stellt, widerstehen Sie dem Impuls, sofort zu antworten. Nehmen Sie sich lieber Zeit, eine gut durchdachte Antwort zu formulieren. Und wenn Sie einen anderen Standpunkt vertreten möchten, fragen Sie vorher zuerst um Erlaubnis: "Ich sehe das anders. Darf ich Ihnen meine Meinung dazu sagen?"

Aber natürlich sollten Sie in solchen Situationen auch auf Ihr Bauchgefühl hören. Wenn Sie glauben, dass Widerspruch nicht gut ankommen würde, verkneifen Sie ihn sich lieber. Und wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Gesprächspartner nicht an Ihrer Meinung interessiert ist, vertrauen Sie auf Ihren Instinkt.

Wenn abweichende Meinungen schon beim Vorstellungsgespräch nicht gern gesehen sind, wird sich daran wahrscheinlich auch später, wenn Sie für dieses Unternehmen arbeiten, nichts ändern.


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