Management-Tipp des Tages

Wie würden Ihre Mitarbeiter Ihr Verhalten in Stresssituationen beschreiben? Viele Vorgesetzte reagieren unter Druck emotional, kontrollsüchtig und engstirnig. Und das kann sich sehr negativ auf die Arbeitsmoral und Produktivität ihres Teams auswirken.

Um auch unter Stress eine souveräne Führungspersönlichkeit zu sein, sollten Sie darüber nachdenken, welche Dynamik Sie in Ihrem Team langfristig aufbauen möchten, und überlegen, ob Ihr Verhalten in Stresssituationen diese Dynamik fördert oder untergräbt.

Unter normalen Umständen würden Sie Ihre Mitarbeiter sicherlich nicht zu motivieren versuchen, indem Sie ihnen drohen oder Angst einjagen. Also sollten Sie das auch unter Stress nicht tun. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern lieber, warum Sie gerade so sehr unter Druck stehen und wie sie Sie jetzt unterstützen könnten, und danken Sie ihnen im Voraus für ihre Bemühungen.

Normalerweise würden Sie in angespannten Gesprächssituationen wahrscheinlich auch nicht wütend werden oder "dichtmachen", also lassen Sie sich durch den Stress nicht davon abhalten, Ihren Mitmenschen zuzuhören und sich besonnen zu verhalten.

Denn auch wenn die stressige Phase vorüber ist, wird Ihr Team sich immer noch an Ihren Führungsstil in dieser Situation erinnern. Also sorgen Sie dafür, dass diese Erinnerungen positiv sind.

Schwierige Gespräche sind immer unangenehm, doch durch kluge Vorbereitung kann man sie in konstruktive Bahnen lenken. Denken Sie zunächst einmal über Ihre Beweggründe nach. Was erwarten Sie von diesem Gespräch, für sich selbst, Ihren Gesprächspartner und etwaige andere Beteiligte?

Wer sich über seine Ziele im Klaren ist, kann das Gespräch leichter wieder in die richtigen Bahnen lenken, wenn die Emotionen hochzukochen drohen.

Als Nächstes sammeln Sie Fakten, die für die Richtigkeit Ihres Standpunkts sprechen. Wenn Sie zum Beispiel um eine Gehaltserhöhung bitten möchten, notieren Sie sich ein paar Stichworte darüber, wie Sie sich in Ihrer jetzigen Position weiterentwickelt haben. Für ein schwieriges Feedbackgespräch suchen Sie nach Beispielen für die unbefriedigende Arbeit und das negative Verhalten des Mitarbeiters.

Bereiten Sie sich darauf vor, Ihren Standpunkt zu verteidigen und zu erklären, wie Sie darauf gekommen sind. Aber Sie sollten sich auch überlegen, ob Sie in Ihrer Sichtweise Ihres Gesprächspartners nicht womöglich falsch liegen oder voreingenommen sind.

Betrachten Sie Ihren Vorgesetzten als "Feind", weil er in der Lage ist, Ihnen eine Gehaltserhöhung zu bewilligen oder zu verweigern? Überlegen Sie, wo die Interessen Ihres Chefs bei diesem Gespräch liegen könnten, und berücksichtigen Sie diese bei der Planung Ihrer Argumentation.

Ein schlecht organisierter Mitarbeiter kann seinen Chef in den Wahnsinn treiben, vor allem, wenn seine negativen Arbeitsgewohnheiten das ganze Team belasten. Wie geht man mit so einem Problem um?

Machen Sie Ihrem Mitarbeiter klar, wie negativ seine schlechte Organisation sich auf seine Kollegen auswirkt. Vielleicht reißt er immer wieder Deadlines oder andere Mitglieder Ihres Teams geraten seinetwegen mit ihrer Arbeit in Rückstand. Oder er hinterlässt mit seinem Verhalten einfach nur einen negativen Eindruck bei den Kunden.

Wenn Sie dem Mitarbeiter die negativen Konsequenzen seines Verhaltens vor Augen führen, wird er begreifen, wie wichtig es ist, pünktlich zu Konferenzen zu kommen, Termine einzuhalten und E-Mails zu beantworten.

Besprechen Sie bei dieser Gelegenheit auch gleich mit ihm, wie er sein Fehlverhalten überwinden könnte. Wenn Sie ein gutes System für die Organisation Ihrer eigenen Arbeit entwickelt haben, gehen Sie es mit ihm durch. Zeigen Sie ihm, wie Sie Ihre To-Do-Liste abarbeiten und wie Sie wichtige Unterlagen kennzeichnen, etikettieren und aufarbeiten.

Sie können in Ihrem Team auch eine Diskussion über das Thema Arbeitsorganisation anregen und die Mitarbeiter bitten, sich gegenseitig Tipps zu geben, aber lassen Sie jedem Teammitglied die Freiheit, selbst über seine Arbeitsweise zu entscheiden. Menschen sind verschieden, eine Arbeitsmethode, die bei einem Mitarbeiter gut funktioniert, hilft dem anderen vielleicht überhaupt nicht weiter.

Sind Sie zu Hause weniger ordentlich als in Ihrem Arbeitsleben? Keine Sorge: Sie sind bei weitem nicht der einzige berufstätige Mensch, dem es so geht. Doch zum Glück gibt es einige berufliche Fähigkeiten, die man dazu nutzen kann, sein Zuhause wieder auf Vordermann zu bringen.

Planung und Zeiteinteilung. Geraten Sie mit Ihrer privaten To-Do-Liste immer wieder in Rückstand? Dann blocken Sie in Ihrem Terminkalender Zeitfenster für die häuslichen Aufgaben, die erledigt werden müssen (auch für Alltagsaktivitäten wie Wäsche waschen und Besorgungen). Das wird Ihnen das Gefühl vermitteln, Ihren Haushalt im Griff zu haben und produktiv zu sein.

Entscheidungsfindung. Am Arbeitsplatz treffen Sie vermutlich keine schwierige Entscheidung, ohne sich mit Ihrem Team darüber zu beraten. Also sollten Sie das auch zu Hause nicht tun. Fragen Sie Ihren Partner, Ihre Kinder und andere Menschen, die von Ihrer Entscheidung betroffen sind und dabei ein Wörtchen mitreden sollten, nach ihrer Meinung.

Rücksicht auf andere Menschen nehmen. Würden Sie am Arbeitsplatz auf Ihrem Handy herumtippen, während ein Kunde mit Ihnen spricht? Bestimmt nicht. Und Ihre Familie verdient den gleichen Respekt. Versuchen Sie Ihren Familienmitgliedern Ihre volle Aufmerksamkeit zu widmen, auch nach einem langen Arbeitstag. Dann werden Sie sich stärker mit den Menschen verbunden fühlen, die Ihnen am meisten am Herzen liegen sollten.

Angenommen, Ihnen wurde eine Stelle in einem anderen Unternehmen angeboten, und Ihr jetziger Arbeitgeber macht Ihnen ein Gegenangebot: Sollen Sie diese Offerte in Erwägung ziehen?

Das hängt davon ab, aus welchen Gründen Sie Ihr Unternehmen verlassen wollen. Wenn es dabei nur ums Gehalt geht, sollten Sie sich überlegen, ob es Ihrem Ansehen im Unternehmen schaden könnte, das Gegenangebot zu akzeptieren. Könnten Ihre Vorgesetzten deshalb an Ihrer Loyalität zweifeln, oder würden Ihre Kollegen sich vielleicht darüber ärgern, dass für Sie eine "Extrawurst" gebraten wird?

Falls Sie Ihr Unternehmen dagegen aus strategischen Gründen (um beruflich vorwärtszukommen) verlassen möchten, wäre es vielleicht keine gute Entscheidung, sich von einem Gegenangebot verlocken zu lassen. Denn durch ein höheres Gehalt ändert sich nichts an einer Tätigkeit, die Sie nicht zufriedenstellt oder über die Sie hinausgewachsen sind.

Doch falls das Gegenangebot mit einem neuen Aufgabengebiet einhergeht, das Sie reizt und in dem Sie sich weiter entwickeln könnten, sollten Sie das Für und Wider dieser neuen Position genau abwägen.

Denken Sie dabei auch langfristig: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Ihr Unternehmen in ein bis zwei Jahren womöglich trotzdem wieder verlassen wollen, auch wenn Sie das Gegenangebot annehmen? Falls Sie trotz aller Überlegungen immer noch nicht wissen, was Sie tun sollen, besprechen Sie die Frage mit einem Mentor oder einem Kollegen Ihres Vertrauens.

Freunde am Arbeitsplatz zu haben, kann einen Mitarbeiter glücklicher und produktiver machen. Doch wenn solche Freundschaften zu viel Zeit und Energie kosten, können sie auch anstrengend sein. Was tut man in so einem Fall?

Brechen Sie die Freundschaft nicht abrupt ab, sondern nehmen Sie lieber kleine Korrekturen daran vor, um die Dynamik der Beziehung zu verändern. Versuchen Sie weniger Zeit mit der betreffenden Person zu verbringen und die Beziehung lockerer zu gestalten. Wenn Sie sich normalerweise persönlich mit ihr unterhalten, steigen Sie auf Telefongespräche um, wenn Sie bisher am Telefon miteinander geplaudert haben, lassen Sie Ihre Kommunikation von nun an über E-Mails laufen.

Und heben Sie immer wieder die berufliche Komponente Ihrer Beziehung hervor, indem Sie mit Ihrem Freund oder Ihrer Freundin möglichst oft über die Arbeit sprechen.

Falls Ihnen diese Maßnahmen zu hart erscheinen, sollten Sie zumindest ein paar Grenzen ziehen. Denken Sie darüber nach, welche Aspekte dieser Freundschaft Sie gern beibehalten würden. Wenn Sie Ihrem Freund zum Beispiel regelmäßig gute Ratschläge geben, wählen Sie ein oder zwei Probleme aus, bei denen Sie ihm gerne helfen würden, und lassen Sie ihn mit seinen anderen Schwierigkeiten allein fertig werden.

Es kostet Zeit, bei einem so heiklen zwischenmenschlichen Problem den goldenen Mittelweg zu finden. Seien Sie konsequent und halten Sie sich an Ihre Grenzen.

Nicht jeder möchte befördert werden. Vielleicht müssen Sie zu Hause ein Kind oder einen kranken Angehörigen betreuen, was viel Zeit und Energie kostet oder Sie genießen ganz einfach die Freiheit, die mit einer geringeren Verantwortung einhergeht. Aber wie bringt man seinem Chef das bei, ohne faul oder demotiviert zu erscheinen?

Verschaffen Sie sich zunächst einmal Klarheit über Ihre Beweggründe: Warum sind Sie nicht an der Beförderung interessiert? Vielleicht kommt sie zum falschen Zeitpunkt, oder Sie haben schlicht und einfach Freude an Ihrer jetzigen Tätigkeit und möchten sie daher nicht aufgeben.

Nach dieser Selbsterforschung sollten Sie ein offenes Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten führen. Danken Sie ihm dafür, dass er Sie dieser Beförderung für würdig gehalten hat, und erklären Sie ihm, warum Ihre jetzige Position ganz hervorragend zu Ihren Stärken, Fähigkeiten und Zielen passt.

Als Nächstes sollten Sie ihm klarmachen, dass Sie sich natürlich trotzdem beruflich weiterentwickeln möchten. Unterbreiten Sie ihm ein paar Vorschläge, wie Sie dieses Ziel auch ohne die Beförderung erreichen können. Gibt es vielleicht interessante neue Projekte, die Sie übernehmen könnten? Oder andere Möglichkeiten, Ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln?

Aber achten Sie darauf, in diesem Gespräch nichts zu sagen, womit Sie sich Ihre Zukunftschancen verbauen könnten. Ihr Chef sollte wissen: Auch wenn Ihnen die jetzige Beförderung nicht gelegen kommt, könnte die nächste Beförderungschance durchaus interessant für Sie sein.

Es ist immer ein spannendes Erlebnis, einen neuen Mitarbeiter in seinem Team zu begrüßen. Aber was tun Sie, damit dieser Neuankömmling sich auch wirklich bei Ihnen wohl fühlt?

Man kann die Mitarbeiterfluktuation verringern, indem man neuen Mitarbeitern von vornherein das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Gehen Sie nicht davon aus, dass der Neuling sich schon selbst in Ihrer Abteilung zurechtfinden wird.

Sprechen Sie mit ihm über seine Ziele, Ihre Prioritäten und die Abläufe und Gepflogenheiten in Ihrem Unternehmen. Am besten ist es, sich mit ihm einmal pro Woche zu einer kurzen Besprechung zu treffen. Falls das nicht machbar sein sollte, suchen Sie nach anderen Möglichkeiten für Gespräche unter vier Augen. Es kann sogar schon zum Aufbau einer guten Beziehung beitragen, gemeinsam zu Besprechungen zu gehen.

Auch Ihr Team kann etwas dafür tun, dass der neue Mitarbeiter sich vom ersten Tag an wohl bei Ihnen fühlt. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter dazu auf, miteinander über die in Ihrem Team herrschenden Normen und Gepflogenheiten zu sprechen, damit der Neuankömmling gleich von Anfang an weiß, was von ihm erwartet wird.

Außerdem sollten Sie ältere, erfahrenere Mitarbeiter bitten, Neulinge bei Besprechungen nach ihrer Meinung zu fragen, damit die Perspektive aller Mitarbeiter gehört wird. Das Zeitfenster, in dem ein neuer Mitarbeiter Ihnen wertvolle Erkenntnisse aus der Sicht eines "Außenstehenden" liefern kann, ist ziemlich klein, also nutzen Sie es.

Viele Menschen halten Geschäftsreisen für ein notwendiges Übel, obwohl sie eigentlich zu den angenehmsten Aspekten ihrer beruflichen Tätigkeit gehören könnten (und vielleicht auch sollten).

Natürlich ist es nicht schön, von seiner Familie getrennt zu sein, und der Jetlag ist auch oft schwer zu verkraften. Andererseits bieten solche Reisen Ihnen Gelegenheit, kostenlos eine neue Stadt oder ein neues Land kennen zu lernen. Also nutzen Sie diese Chance.

Gehen Sie in den Besprechungspausen auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich von Ihrer neuen Umgebung inspirieren. Sprechen Sie mit den Einheimischen, probieren Sie Gerichte aus, die es bei Ihnen zu Hause nicht gibt, besuchen Sie vielleicht auch ein Museum und schauen Sie dabei möglichst nicht auf Ihr Handy.

Natürlich kann es anstrengend sein, sich auf einer Geschäftsreise auch noch Zeit zum Kennenlernen von Land und Leuten zu nehmen. Aber betrachten Sie das einfach als Teil Ihrer Arbeit. Denn dabei können Sie üben, neue Lernmöglichkeiten zu entdecken und zu nutzen.

Selbst auf einer kurzen Geschäftsreise kann man etwas Neues ausprobieren. Sie können zum Beispiel auf das von Ihrem Arbeitgeber gebuchte Hotelzimmer verzichten und sich stattdessen online ein Zimmer in einer Privatunterkunft suchen. Egal was Sie tun, suchen Sie nach Möglichkeiten, sich aus Ihrer Komfortzone herauszuwagen.

Wenn die Zusammenarbeit zwischen Ihren Kollegen nicht gut funktioniert, gibt es ein paar sinnvolle Möglichkeiten, die Teamdynamik zu verändern. Alle Kollegen, auch Sie selbst, sollten darüber nachdenken, wie sie drei wichtige Faktoren verbessern können: interne Eigenwahrnehmung, externe Eigenwahrnehmung und persönliches Verantwortungsbewusstsein.

Erstens: Bei der internen Eigenwahrnehmung geht es darum, sich klarzumachen, wie Ihre Wertvorstellungen sich auf Ihre Entscheidungen auswirken. Denken Sie darüber nach, wie Ihre Emotionen und Prämissen in einer Situation zu bestimmten Verhaltensweisen führen. Widerstehen Sie dem Impuls, zu handeln, solange Sie sich nicht genau über Ihre Beweggründe im Klaren sind.

Zweitens: Bei der externen Eigenwahrnehmung geht es darum, wie Ihr Verhalten auf andere Menschen wirkt. Achten Sie darauf, wie Ihre Kollegen auf bestimmte Dinge reagieren, und fragen Sie sich (oder sie), was hinter ihrem Verhalten stecken könnte.

Drittens: Persönliches Verantwortungsbewusstsein hilft Ihnen, sich darüber klar zu werden, welchen Beitrag Sie selbst zu einem Problem leisten. Machen Sie sich klar, dass Sie höchstwahrscheinlich eine Mitschuld daran tragen, wenn etwas schiefgeht. Denken Sie anhand der Strategien der internen und externen Eigenwahrnehmung darüber nach, was Sie an Ihrem Verhalten ändern sollten.




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