Management-Tipp des Tages

Warum ist es so schwierig, sich etwas abzugewöhnen? Weil Gewohnheiten aus drei Komponenten bestehen: einem Auslöser (zum Beispiel dem Gefühl, gestresst zu sein), einem Verhalten (im Internet surfen) und einer Belohnung (in Form eines Befriedigungsgefühls).

Jedes Mal, wenn Sie sich diese Belohnung verschaffen, bestärken Sie sich dadurch in dem dazugehörigen Verhalten und werden es mit umso größerer Wahrscheinlichkeit auch weiterhin wiederholen.

Der Schlüssel zum Durchbrechen dieses Teufelskreises besteht darin, sich bewusst zu machen, welche "Belohnung" Sie in Ihrem negativen Verhalten bestärkt. Dazu müssen Sie zunächst einmal herausfinden, welche Auslöser Sie zu diesem Verhalten veranlassen.

Angenommen, Ihre negative Angewohnheit besteht darin, Dinge auf die lange Bank zu schieben: Achten Sie darauf, in welchen Situationen Sie das tun. Handelt es sich dabei um ein großes Projekt, vor dem Sie zurückscheuen? Oder haben Sie einfach zu viel zu tun?

Als Nächstes denken Sie darüber nach, wie Sie sich verhalten, wenn Sie etwas aufschieben: Surfen Sie dann in den sozialen Medien herum, statt zu arbeiten? Oder kümmern Sie sich um irgendwelche unwichtigen Aufgaben, statt Ihre eigentliche Arbeit in Angriff zu nehmen?

Der nächste Schritt besteht darin, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Ihrem Verhalten und den Konsequenzen herzustellen, zu denen es führt: Was haben Sie davon, im Internet nach Fotos von süßen Welpen zu suchen? Welche Befriedigung schenkt Ihnen das in diesem Moment - vor allem, wenn Ihnen klar ist, dass es keinen sinnvollen Beitrag zur Erledigung Ihrer Arbeit leistet?

In einem letzten Schritt ersetzen Sie diese Belohnung einfach durch Neugier. Eine Haltung der Neugier hilft Ihnen, sich bewusst zu machen, welche Empfindungen Sie in solchen kritischen Situationen haben (zum Beispiel Langeweile oder Sehnsucht nach Ablenkung), ohne sich davon in Ihrem Verhalten beeinflussen zu lassen.

Dauernd von seinen Aufgaben abgelenkt zu werden, kann sehr ermüdend sein; außerdem hat man dann das Gefühl, nie mit seiner Arbeit fertig zu werden. Auf die Dauer kann das zum Burnout führen. Um das zu verhindern - und gründliche, sorgfältige Arbeit leisten zu können -, müssen Sie etwas gegen diese ständigen Unterbrechungen tun.

Beginnen Sie dabei mit den Ablenkungen, die Sie selbst verursachen - zum Beispiel, indem Sie alle fünf Minuten in Ihr E-Mail-Programm hineinschauen.

Achten Sie darauf, wie oft Sie sich von Ihrer Arbeit ablenken lassen und warum. Machen Sie sich jedes Mal eine Notiz, wenn Sie einer Aufgabe bereits vor dem geplanten Zeitpunkt den Rücken kehren. Denken Sie darüber nach, was Sie abgelenkt hat, und notieren Sie sich auch das.

Sobald Sie sich über diese Störfaktoren klar geworden sind, suchen Sie nach Möglichkeiten, sie zu überwinden. Wie könnten Sie sich beispielsweise abgewöhnen, während der Arbeit immer wieder Twitter-Nachrichten auf Ihrem Handy zu checken? Oder wie können Sie verhindern, dass andere Mitarbeiter Sie unterbrechen, wenn Sie konzentriert arbeiten möchten?

Halten Sie diese Ideen schriftlich fest und suchen Sie dann nach Gelegenheiten, sie auszuprobieren. Notieren Sie sich, mit welchen Lösungsansätzen Sie Erfolg hatten und mit welchen nicht.

So können Sie im Lauf der Zeit Strategien entwickeln, die Ihnen konzentriertes Arbeiten erleichtern; und dann werden Sie auch das Gefühl haben, mehr sinnvolle Arbeit zu leisten.


Als Manager bleibt einem wahrscheinlich gar nichts anderes übrig, als viel zu reden. Schließlich möchten Sie Ihren Mitarbeitern die Führung und Orientierungshilfe bieten, die sie brauchen. Außerdem gibt es viele Situationen, in denen Sie Ihre Meinung sagen müssen.

Aber irgendwann kann es auch einmal zu viel sein; und das führt dann womöglich dazu, dass Sie Gespräche völlig beherrschen und die Meinungen Ihrer Mitarbeiter ungehört bleiben. Um das zu verhindern, sollten Sie darauf achten, genauso viel zuzuhören, wie Sie sprechen.

Wenn jemand in einem Meeting eine Frage stellt, fordern Sie zunächst die anderen Konferenzteilnehmer auf, sich dazu zu äußern, bevor Sie selbst das Wort ergreifen. Geben Sie erst dann einen Kommentar ab, wenn bereits mehrere andere Teilnehmer ihre Meinung dazu gesagt haben. So werden alle in die Diskussion einbezogen und haben das Gefühl, dass auf ihre Meinung Wert gelegt wird.

Sie können auch regelmäßig Vier-Augen-Gespräche mit Ihren Teammitgliedern führen, um eine gute Basis für eine offene, ehrliche Kommunikation zu schaffen. Fragen Sie die Mitarbeiter nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und Anliegen - und dann schweigen Sie. Sie werden staunen, wie viel man daraus lernt.

Manchmal weiß man nicht, wie man bei seiner Karriereplanung vorgehen soll. Eine sinnvolle Strategie besteht darin, ein "Von/bis"-Statement zu formulieren, aus dem hervorgeht, wo Sie zurzeit stehen und wo Sie hinmöchten.

Zum Beispiel: Ich möchte mich von einem Mitarbeiter, der durch technische Fachkompetenz einen Mehrwert schafft und sich genau an die Anweisungen seiner Vorgesetzten hält, zu einer Führungskraft entwickeln, die eine klare Strategie entwickelt und in Kooperation mit einem kleinen Team etwas bewirkt.

Fragen Sie zu diesem Zweck Vorgesetzte und Kollegen Ihres Vertrauens nach ihrer Meinung: Sie sollen Ihnen sagen, wie sie Ihre derzeitige Rolle und Ihre Ziele einschätzen, und Ihnen dabei schonungslos die Wahrheit sagen; nur so können Sie herausfinden, in welcher Hinsicht Sie sich noch weiterentwickeln müssen.

Denken Sie über die Antworten nach, bauen Sie diese in Ihr "Von/bis"-Statement ein - und geben Sie es dann Ihren Kollegen zu lesen. Manchmal glaubt man nämlich, schon viel weiter zu sein, als man in Wirklichkeit ist, oder setzt sich unrealistische Ziele. Ihre Berater können Ihre Vorstellungen einem Realitätscheck unterziehen.

Unser Ego kann uns daran hindern, eine gute Führungspersönlichkeit zu sein. Denn wenn unser Ego bedroht ist, halten wir zu lange an vergangenen Entscheidungen fest, reagieren defensiv auf negatives Feedback und werden emotional in Situationen, in denen wir uns eigentlich rational verhalten sollten.

Zum Glück gibt es eine gute Strategie dagegen: Achtsamkeitsmeditation versetzt uns in die Lage, Situationen objektiver zu betrachten und tiefere Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.

Also nehmen Sie sich vor, jeden Tag eine Zeitlang zu meditieren. Suchen Sie sich dazu ein ruhiges Plätzchen, setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl oder ein Kissen und stellen Sie Ihren Wecker auf 5 bis 25 Minuten.

Dann fangen Sie einfach an, Ihre Atmung zu beobachten. Versuchen Sie innerlich auf Distanz zu Ihren Gedanken zu gehen und ein Gefühl innerer Offenheit zu entwickeln.

Die positiven Auswirkungen dieser Meditation können Sie den ganzen Arbeitstag über nutzen: zum Beispiel, indem Sie sich mit ein paar bewussten Atemzügen beruhigen, bevor Sie einen Konferenzraum betreten oder Ihre E-Mails öffnen.

Oder praktizieren Sie in schwierigen Situationen einfach eine Art Kurzform Ihrer Achtsamkeitsmeditation: Wenn Sie zum Beispiel in einem Meeting sitzen, konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und achten darauf, ob Sie gerade im Begriff sind, irgendetwas zu persönlich zu nehmen. Schon ein paar Atemzüge können Ihnen helfen, sich aus dem Griff Ihres Egos zu befreien.

Wir alle benehmen uns nicht immer so, wie wir eigentlich sollten. Doch chronisch destruktives Verhalten ist oft schwierig zu ändern, selbst wenn man sich seiner negativen Konsequenzen bewusst ist.

Unsere destruktivsten Verhaltensweisen - beispielsweise Wutausbrüche, innerliches Erstarren in Situationen, in denen viel auf dem Spiel steht, oder übermäßige Kontrollsucht unter Stress - rühren oft von prägenden traumatischen Erlebnissen her. Solches Verhalten bekommt man leichter in den Griff, wenn man den Ursachen auf den Grund geht.

Versuchen Sie sich an Szenen aus Ihrer Kindheit und Jugend (normalerweise zwischen dem 5. und 20. Lebensjahr) zu erinnern, in denen Sie angefangen haben, sich so zu verhalten. Schreiben Sie auf, was damals passiert ist und wie Sie dieses Verhalten erlernt haben.

Als Nächstes fragen Sie sich, welches unerfüllte Bedürfnis dahinterstecken könnte. Normalerweise versucht man mit solchem Verhalten ein schmerzhaftes Erlebnis zu bewältigen. Überlegen Sie sich stattdessen ein neues Narrativ: Wie könnten Sie sich dieses Bedürfnis durch andere Verhaltensweisen erfüllen? Manchmal braucht man für diesen letzten Schritt einen qualifizierten Therapeuten; aber Sie können zumindest schon einmal schriftlich festhalten, wie dieses neue Narrativ Ihrer Meinung nach aussehen müsste.

Das ist ein ziemlich schwieriger, zeitraubender Prozess; doch danach werden Sie ein sehr viel zufriedenerer Mensch sein, und Ihre Mitarbeiter werden sich erst recht über Ihr neues, konstruktives Verhalten freuen.

Bei einer wichtigen Präsentation achten die Zuhörer genau darauf, was Sie sagen und wie Sie es sagen. Auch wenn Sie sich vor so einem großen Ereignis unsicher fühlen - durch gezieltes Üben können Sie trotzdem einen selbstbewussten Eindruck erwecken.

Sich beim Proben der Präsentation mit dem Smartphone aufzunehmen, kann eine besonders wirksame Vorbereitungsmethode sein.

Neigen Sie dazu, Füllwörter wie "ähm", oder "tja" zu verwenden? Dann erstellen Sie, während Sie sich die Aufzeichnung Ihrer Präsentation anschauen, eine Liste Ihrer häufigsten Füllwörter und proben das Ganze anschließend noch einmal. Sobald Sie sich wieder einmal bei einem Füllwort ertappen, nehmen Sie sich vor, beim nächsten Mal stattdessen lieber gar nichts zu sagen.

À propos "gar nichts sagen": Scheuen Sie sich nicht, zwischendurch auch ab und zu einmal eine Pause einzulegen. Damit geben Sie Ihrem Publikum Zeit, über Ihre Worte nachzudenken; außerdem prägen Ihre Botschaften sich dann vielleicht auch besser ein.

Und nicht zuletzt sollten Sie das Tempo Ihrer Präsentation variieren. Sprechen Sie entweder langsamer oder schneller, um wichtige Punkte hervorzuheben - lassen Sie das Sprechtempo vom Fluss Ihrer Geschichte bestimmen.

Und denken Sie daran, dass nur wenige Menschen all diese Fähigkeiten von Natur aus beherrschen - Übung macht den Meister.

Viele Menschen haken bei einer To-Do-Liste immer zuerst die Aufgaben ab, die am einfachsten sind oder am schnellsten fertiggestellt werden müssen - unabhängig von ihrer Wichtigkeit. Doch auf diese Weise werden manche wichtigen Aufgaben vielleicht nie erledigt.

Als Vorgesetzter können Sie Ihren Mitarbeitern zu einer besseren Zeiteinteilung verhelfen, indem Sie sie dazu anhalten, regelmäßig Zeit für wichtige, aber nicht dringende Arbeiten einzuplanen. Fordern Sie sie auf, in ihrem Kalender jede Woche ein bisschen Zeit für solche Aufgaben zu blocken.

Damit sie diese Zeitfenster auch effektiv nutzen können, sollten sie dabei ungestört sein - das bedeutet: E-Mail-Programm, Slack und Telefon ausschalten. Auch wenn es noch so verlockend erscheinen mag, zwischendurch schnell einmal eine Kundenanfrage zu beantworten - das Gefühl, immer online zu sein, wirkt sich negativ auf die Produktivität aus.

Es könnte sogar sinnvoll sein, wenn Sie diese Zeitfenster selbst in den Terminkalendern Ihrer Mitarbeiter blockieren. Befragen Sie Ihr Team, um herauszufinden, wie groß das Interesse daran ist, oder führen Sie ein sechswöchiges Experiment durch, um festzustellen, wie viel Zeit Ihre Mitarbeiter sich für solche Aufgaben freihalten sollten oder welche Tage am besten dafür geeignet sind.

Natürlich könnten die Mitarbeiter das ebenso gut selbst erledigen; aber ein Vorgesetzter, der ihnen klarmacht, wie wichtig eine solche vorausschauende Zeitplanung ist, schafft den richtigen Rahmen für konzentriertes Arbeiten und verhindert, dass wichtige Projekte unter den Tisch fallen.

Berufstätige Eltern wissen oft nicht, wie sie die vielen verschiedenen Interessen innerhalb ihrer Familie unter einen Hut bringen sollen. Dieses Dilemma kann man bewältigen, indem man einen Zeitplan entwickelt, der auf seinen persönlichen Wertvorstellungen beruht.

Erstellen Sie zunächst eine Liste Ihrer eigenen Prioritäten und fragen Sie dann die anderen Familienmitglieder, was ihnen am wichtigsten ist. Vielleicht macht es Ihrem Sohn beispielsweise überhaupt nichts aus, dass Sie ins Büro gehen, während er noch im Bett liegt; aber es würde ihm ungeheuer viel bedeuten, wenn Sie am Tag seiner Schulaufführung früher nach Hause kommen könnten, um bei diesem großen Ereignis dabei zu sein.

Als Nächstes gehen Sie Ihre Liste durch und fragen sich: "Welche dieser Prioritäten werden mir auch in 50 Jahren noch wichtig sein und welche nicht?" Denn wenn Sie sich darüber klar werden, warum diese Dinge Ihnen am Herzen liegen, bestärkt Sie das wahrscheinlich in Ihrem Entschluss, daran festzuhalten.

Tragen Sie diese persönlichen Prioritäten in Ihren Kalender ein, als handle es sich dabei um regelmäßig wiederkehrende wichtige Termine.

Zuletzt sprechen Sie mit den Personen, die von Ihrem neuen Zeitplan betroffen sein werden. Diskutieren Sie mit ihnen darüber, wie Sie das alles schaffen können - und warum es so wichtig ist.

Wenn Sie einen solchen werteorientierten Zeitplan erstellen, werden Sie hinterher mit Ihrer Zeiteinteilung zufrieden sein, statt ein schlechtes Gewissen zu haben oder frustriert zu sein, weil Sie den Menschen und Aktivitäten, die Ihnen am wichtigsten sind, nicht die Priorität einräumen, die ihnen eigentlich zukommt.

Wenn Sie in einem Bewerbungsgespräch offen Ihre Meinung sagen, geben Sie sich so, wie Sie sind, und nicht so, wie der Arbeitgeber Sie gerne haben möchte. Grundsätzlich ist daran nichts auszusetzen. Aber einem Personalmanager oder künftigen Vorgesetzten zu widersprechen, ist natürlich nicht immer einfach, weil die Kräfteverhältnisse unausgewogen sind. Zum Glück gibt es ein paar gute Strategien, um sich darüber klar zu werden, ob Ehrlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch für Sie von Nachteil sein könnte oder nicht.

Stellen Sie zunächst einmal Recherchen über die Unternehmenskultur an: Ist man dort offen für neue Ideen? Sind das Unternehmen und die Mitarbeiter für innere Aufgeschlossenheit und Inklusivität bekannt, oder denkt man dort eher konservativ und hält lieber am Althergebrachten fest?

Falls Ihr Gesprächspartner Ihnen eine heikle Frage stellt, widerstehen Sie dem Impuls, sofort zu antworten. Nehmen Sie sich lieber Zeit, eine gut durchdachte Antwort zu formulieren. Und wenn Sie einen anderen Standpunkt vertreten möchten, fragen Sie vorher zuerst um Erlaubnis: "Ich sehe das anders. Darf ich Ihnen meine Meinung dazu sagen?"

Aber natürlich sollten Sie in solchen Situationen auch auf Ihr Bauchgefühl hören. Wenn Sie glauben, dass Widerspruch nicht gut ankommen würde, verkneifen Sie ihn sich lieber. Und wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Gesprächspartner nicht an Ihrer Meinung interessiert ist, vertrauen Sie auf Ihren Instinkt.

Wenn abweichende Meinungen schon beim Vorstellungsgespräch nicht gern gesehen sind, wird sich daran wahrscheinlich auch später, wenn Sie für dieses Unternehmen arbeiten, nichts ändern.




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