Die Ka­ta­stro­phen­hil­fe AG

SOZIALE VERANTWORTUNG:

HBM Mai 2007

Es ge­sch­ah am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag des Jah­res 2004. Ein Erd­be­ben und der dar­auf fol­gen­de Ts­un­a­mi kos­te­ten 227 000 Men­schen in Süd­ostasi­en das Le­ben, 1,7 Mil­lio­nen wur­den ob­dach­los. Die Aus­wir­kun­gen der Na­tur­ka­ta­stro­phe, aber auch die welt­wei­te An­teil­nah­me wa­ren groß. Ins­ge­samt wur­den in der gan­zen Welt Spen­den von 13 Mil­li­ar­den US-Dol­lar ge­sam­melt; es be­gann die größ­te Hilfs­kam­pa­gne al­ler Zei­ten.
Vor al­lem die Re­ak­ti­on der Pri­vat­wirt­schaft war oh­ne­glei­chen. Welt­weit gin­gen bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen etwa 2,5 Mil­li­ar­den Dol­lar von in­sti­tu­tio­nel­len und pri­va­ten Spen­dern ein. Dies mach­te laut An­ga­ben des UN-Bü­ros für die Ko­or­di­na­ti­on hu­ma­ni­tär­er An­ge­le­gen­hei­ten rund die Hälf­te al­ler von der UN ge­sam­mel­ten Gel­der aus. Al­lein ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­neh­men mo­bi­li­sier­ten nach An­ga­ben der US-Han­dels­kam­mer mehr als 565 Mil­lio­nen Dol­lar: 273 Mil­lio­nen Dol­lar da­von wa­ren Bar­spen­den, 79 Mil­lio­nen Dol­lar Mit­ar­bei­ter­spen­den be­zie­hungs­wei­se de­ren Ver­dop­pe­lung durch die Un­ter­neh­men, 140 Mil­lio­nen Dol­lar flos­sen als Sach­leis­tun­gen und wei­te­re 73 Mil­lio­nen Dol­lar ka­men aus Kun­den­spen­den. Chefs wie

An­ge­stell­te woll­ten einen kon­kre­ten Bei­trag leis­ten, um das Leid der Men­schen im Ka­ta­stro­phen­ge­biet zu lin­dern.
Die Hilfs­ge­mein­schaft bat in ers­ter Li­nie um Geld­s­pen­den, da Geld nun ein­mal die fle­xi­bels­te al­ler Res­sour­cen ist. Vie­le in­ter­na­tio­na­le Un­ter­neh­men woll­ten je­doch mehr tun: Sie woll­ten Sach­leis­tun­gen er­brin­gen, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­o­der IT-Sup­port lie­fern und lo­gis­ti­sches Per­so­nal oder Füh­rungs­kräf­te zur Ver­fü­gung stel­len. Die­ser er­freu­li­che Im­puls ver­deut­lich­te aber, dass das part­ner­schaft­li­che Kri­sen­ma­na­ge­ment von Pri­vat­wirt­schaft und öf­fent­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen al­les an­de­re als rei­bungs­los funk­tio­nier­te.
Es gab kei­ne aus­führ­li­che Lis­te für die Un­ter­neh­men, der zu ent­neh­men war, was ge­braucht wur­de und von wem. Auch fehl­ten Me­cha­nis­men, die einen Über­blick dar­über ga­ben, was den Un­ter­neh­men wo zur Ver­fü­gung stand. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wa­ren zum großen Teil nicht in der Lage, die nicht fi­nan­zi­el­len An­ge­bo­te der Un­ter­neh­men an­zu­neh­men, da sie an­ge­sichts des schie­ren Aus­ma­ßes der Ka­ta­stro­phe und der rie­si­gen geo­gra­fi­schen Aus­deh­nung des Ka­ta­stro­phen­ge­biets hoch­gra­dig un­ter­be­setzt wa­ren: Sie hat­ten sch­licht zu we­nig Mit­ar­bei­ter, um Res­sour­cen von fach­frem­den Hel­fern an­zu­neh­men.
Trotz der War­nun­gen der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen vor nicht ver­lang­ten Hilfs­leis­tun­gen wur­den sie mit ei­ner Flut von Ge­schen­ken wohl­mei­nen­der Spen­der kon­fron­tiert. Der Flug­ha­fen von Co­lom­bo auf Sri Lan­ka gab an, dass be­reits zwei Wo­chen nach dem Ts­un­a­mi 288 Fracht­flug­zeu­ge ohne Luft­fracht­brief Sri Lan­ka er­reich­ten und Hilfs­lie­fe­run­gen brach­ten. Man­che lie­fer­ten na­tür­lich drin­gend be­nö­tig­te Vor­rä­te, die se­ri­ö­se hu­ma­ni­täre Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen an­ge­for­dert hat­ten. Vie­le lie­fer­ten aber we­ni­ger pas­sen­de Gü­ter (wie ge­brauch­te west­li­che Klei­dung, ge­ba­cke­ne Boh­nen oder Er­fri­schungs­ge­trän­ke), die sich auf dem Flug­ha­fen türm­ten, die La­ger blo­ckier­ten und mo­na­te­lang nicht ab­ge­holt wur­den.
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