Qua­li­täts­kon­trol­lein der Sackgasse?

DIE PRODUKTQUALITÄT MUSS DEN KUNDENANFORDERUNGEN ENTSPRECHEN:

HBM 3/1983


WIL­LIAM D. VIN­SON war vie­le Jah­re Con­sul­tant für Pro­dukt­qua­li­tät bei der Kon­zern­be­ra­tungs­ge­sell­schaft von Ge­ne­ral Elec­tric. Be­reits 1961 ent­wi­ckel­te er die hier be­schrie­be­ne Me­tho­de. Seit 1952 be­schäf­tigt er sich mit Fra­gen der Qua­li­täts­kon­trol­le. DO­NALD F. HEA­NY ist Mit­ar­bei­ter des In­sti­tuts für Stra­te­gi­sche Pla­nung in Cambridge/Massachusetts. Er war frü­her bei Ge­ne­ral Elec­tric in den Ab­tei­lun­gen Ope­ra­ti­ons Re­se­arch, In­for­ma­ti­ons­sys­te­me und Kon­zern­pla­nung tä­tig.

Be­reits vor über 25 Jah­ren präg­te Pe­ter Dru­cker den ein­präg­sa­men Satz: „Das Ma­na­ge­ment muß ma­na­gen.“ Die­se Aus­sa­ge um­schreibt ziem­lich ge­nau die Ziel­rich­tung die­ses Ar­ti­kels. In man­chen Un­ter­neh­men über­bli­cken die Füh­rungs­kräf­te hö­he­rer Ebe­nen die Qua­li­täts­ri­si­ken nicht mehr. Sie ge­hen da­von aus, daß Fach­leu­te mit Hil­fe mo­der­ner, sta­tis­ti­scher Me­tho­den, mit Prä­zi­si­ons­ma­schi­nen und elek­tro­ni­schen In­for­ma­ti­ons­sys­te­men eine straf­fe Kon­trol­le der Pro­dukt­qua­li­tät si­cher­stel­len. Der Chor der Kri­ti­ker meint al­ler­dings, daß man die­se still­schwei­gen­de Vor­aus­set­zung bei man­chen In­dus­trie­un­ter­neh­men zu­min­dest in Fra­ge stel­len muß. Die Ge­winn­ein­bu­ßen durch Pro­duk­te nied­ri­ger Qua­li­tät neh­men zu. Die Kon­su­men­ten sind heu­te auf­ge­klär­ter und prä­zi­ser in­for­miert; sie sind auch bes­ser or­ga­ni­siert und häu­fig so­gar mi­li­tant. Die Ein­käu­fer in der In­dus­trie ver­su­chen des­halb zu­neh­mend, Kauf­ver­trä­ge aus­zu­han­deln, wel­che die Kos­ten von spä­te­ren Män­geln den Lie­fe­ran­ten auf­er­le­gen. Auch der Ge­setz­ge­ber rea­giert auf das wach­sen­de In­ter­es­se der Öf­fent­lich­keit an Pro­dukt­qua­li­tät, Pro­dukt­si­cher­heit und ver­nünf­ti­gen Ga­ran­tie­re­ge­lun­gen. Dies kommt ins­be­son­de­re in neu­en Ge­set­zen und Ver­ord­nun­gen zum Aus­druck, durch die Pro­dukt­haf­tungs­ri­si­ken auf Sei­ten der Her­stel­ler dras­tisch er­höht wer­den. Schon des­halb muß je­des Ma­na­ge­ment sein zur Zeit prak­ti­zier­tes Qua­li­täts­si­che­rungs­pro­gramm un­vor­ein­ge­nom­men über­prü­fen. Oft be­trach­tet das Ma­na­ge­ment die Pro­dukt­qua­li­tät aus dem Blick­win­kel sei­ner Spe­zia­lis­ten für Qua­li­täts­kon­trol­le: Die­se de­fi­nie­ren Qua­li­tät meist als Grad der Über­ein­stim­mung zwi­schen Pro­dukt­s­pe­zi­fi­ka­tio­nen ei­ner­seits und den Er­geb­nis­sen der Qua­li­täts­prü­fun­gen an der Fer­ti­gungs­stra­ße an­de­rer­seits. Die­ser Grad der Über­ein­stim­mung ent­spricht je­doch nur ei­ner Di­men­si­on der Pro­dukt­qua­li­tät. Um Ver­lus­te we­gen zu ge­rin­ger Pro­dukt­qua­li­tät zu ver­mei­den, muß das Ma­na­ge­ment die­se tra­di­tio­nel­le be­trieb­li­che Be­trach­tungs­wei­se der Qua­li­tät um zwei wei­te­re Kri­te­ri­en er­gän­zen, näm­lich: 1. die Ge­nau­ig­keit, mit der man Kun­den­wün­sche hin­sicht­lich Pro­duk­tei­gen­schaf­ten und De­sign er­mit­telt, und 2. wie be­zie­hungs­wei­se ob die Um­set­zung die­ser Kun­de­n­er­war­tun­gen durch die Kon­struk­teu­re im Rah­men des Pro­duk­ti­ons- und Dis­tri­bu­ti­ons­pro­zes­ses mög­lich ist. Wenn das Ma­na­ge­ment die bei­den letzt­ge­nann­ten Qua­li­täts­a­spek­te ver­nach­läs­sigt oder gar igno­riert, wird das Ur­teil der Kun­den über die Qua­li­tät der Pro­duk­te wahr­schein­lich von den be­trie­bs­in­ter­nen Fest­stel­lun­gen der Qua­li­täts­fach­leu­te mar­kant ab­wei­chen. In die­sem Fall be­fin­det sich die Qua­li­täts­kon­trol­le dann in ei­ner Sack­gas­se. In die­sem Ar­ti­kel soll der In­dus­trie eine Me­tho­de vor­ge­stellt wer­den, die eine De­ckungs­gleich­heit zwi­schen be­trieb­li­cher De­fi­ni­ti­on der Pro­dukt­qua­li­tät und Kun­denan­for­de­run­gen er­mög­licht.

Ab­bil­dung 1: Kun­denan­for­de­run­gen an auf­steck­ba­re Leucht­stoff röh­ren Funk­ti­on: Be­leuch­tung ei­ner Flä­che Merk­ma­le: Leich­te In­stal­la­ti­on Ge­rin­ges Ge­wicht Ver­schie­de­ne Auf­steck­po­si­tio­nen mög­lich Kein Zu­sam­men­bau not­wen­dig (kom­plet­te Ein­heit) Lan­ge Le­bens­dau­er Leicht zu säu­bern Äs­te­thi­sche Aspek­te: An­ge­neh­mes Aus­se­hen in ein- und aus­ge­schal­te­tem Zu­stand Kein Rau­schen und kei­ne Fern­seh­stö­run­gen
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