in summa

HBM 3/1983

Zwei­fel­los hat die Wirt­schaft in den letz­ten Jah­ren we­ni­ger in­ves­tiert, als es zur Si­che­rung der Voll­be­schäf­ti­gung not­wen­dig ge­we­sen wäre. Nach­fra­ge­rück­gang auf wich­ti­gen Märk­ten, un­aus­ge­las­te­te Ka­pa­zi­tä­ten, Er­trags­schwä­chen und ein weit­hin wirt­schafts­po­li­tisch un­freund­li­ches Kli­ma spra­chen ge­gen Er­wei­te­rungs­in­ves­ti­tio­nen. Das war nicht nur in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land so. Ein zu­sätz­li­ches In­ves­ti­ti­ons­hemm­nis ha­ben Ro­bert Hayes und Da­vid Gar­vin, die Au­to­ren des Bei­trags „Ma­na­ge­ment für mor­gen“ (Sei­te 7), aus­ge­macht: die all­ge­mein üb­li­chen Kal­ku­la­ti­ons­me­tho­den zur Be­stim­mung der Ra­tio­na­li­tät und Ren­ta­bi­li­tät ei­nes In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­bens. Auch wenn US-Ma­na­ger an­ders rech­nen als be­trie­bs­wirt­schaft­lich ge­schul­te Eu­ro­pä­er, die Me­tho­de der Ab­zin­sung zu­kunf­ti­ger, kaum zu schät­zen­der Er­trä­ge bleibt die Crux der­ar­ti­ger Kal­küls, die all­zu­oft zur Ab­leh­nung vor­ge­schla­ge­ner In­ves­ti­tio­nen füh­ren. Hayes und Gar­vin spre­chen denn auch von den vie­len „blin­den Fle­cken“ schein­bar ex­ak­ter In­ves­ti­ti­ons­theo­ri­en: „Aus heu­ti­ger Sicht mö­gen die zu­künf­ti­gen Fol­gen ei­ner Desin­ves­ti­ti­onss­tra­te­gie sehr ver­nünf­tig er­schei­nen; aber wenn das Mor­gen Ge­gen­wart sein wird, dürf­ten die­je­ni­gen, die mit den Kon­se­quen­zen fer­tig wer­den müs­sen, das ganz an­ders se­hen.“ Ist also die ge­sam­te Theo­rie der In­ves­ti­ti­ons­rech­nung falsch? Das nicht, mei­nen die bei­den Au­to­ren, aber ihre un­kri­ti­sche An­wen­dung füh­re zwangs­läu­fig zu falschen, die Un­ter­neh­mens­zu­kunft ge­fähr­den­den Ent­schei­dun­gen - die In­ves­ti­ti­ons­rech­ner kal­ku­lie­ren ihre Fir­men krank. Viel­leicht gäbe es gar ein paar hun­dert­tau­send Ar­beits­lo­se we­ni­ger, wenn In­ves­ti­tio­nen in die Zu­kunft nicht nur dem Dik­tat des Re­chen­stifts re­spek­ti­ve Com­pu­ters un­ter­wor­fen wür­den; so hilf­reich die­se Werk­zeu­ge auch sein mö­gen - die letz­te Ent­schei­dung über In­ves­ti­ti­on oder Desin­ves­ti­ti­on soll­te eine un­ter­neh­me­ri­sche sein. Der Bei­trag „Ma­na­ge­ment für mor­gen“ war nach sei­ner Erst­ver­öf­fent­li­chung in der „Har­vard Busi­ness Re­view“ mo­na­te­lang Ge­gen­stand kon­tro­ver­ser Dis­kus­sio­nen in den USA; als bes­ter HBR-Ar­ti­kel des Jah­res 1982 wur­de er mit dem all­jähr­lich ver­lie­he­nen McKin­sey-Preis für Wirt­schafts­pu­bli­zis­tik aus­ge­zeich­net.
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