Blut, Schweiß und Tränen - von der Angst zu lernen

HBM 5/2002

Men­schen las­sen sich nur schwer von ge­fes­tig­ten Über­zeu­gun­gen ab­brin­gen. Das ist im Un­ter­neh­men­sall­tag nicht an­ders als im Pri­vat­le­ben. Soll ein Un­ter­neh­men ver­än­dert wer­den, müs­sen sich die Mit­ar­bei­ter aber un­be­dingt auf Neu­es ein­las­sen. Und das geht nicht ohne Zwang - wie Ed­gar H. Schein meint. Der eme­ri­tier­te Pro­fes­sor für Ma­na­ge­ment an der Slo­an School of Ma­na­ge­ment und aus­ge­wie­se­ne Ex­per­te für Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung geht so­gar noch einen Schritt wei­ter: Um Ver­än­de­run­gen zu be­wir­ken, müss­ten Un­ter­neh­men ähn­li­che Me­tho­den an­wen­den, wie sie bei ei­ner Ge­hirn­wä­sche üb­lich sei­en. Ler­nen er­for­de­re Blut, Schweiß und Trä­nen und set­ze in ei­ner Fir­ma nur ein, wenn ein ge­wis­ses Maß an Angst herr­sche. Sei­ne Er­kennt­nis­se lei­tet Schein un­ter an­de­rem aus sei­nen Un­ter­su­chun­gen ame­ri­ka­ni­scher Kriegs­ge­fan­ge­ner aus der Zeit des Ko­re­a­krie­ges ab. Mit sei­ner Er­fah­rung aus bei­na­he 50 Jah­ren wis­sen­schaft­li­cher Ar­beit und Un­ter­neh­mens­be­ra­tung zeigt der Psy­cho­lo­ge in die­sem In­ter­view ein­drucks­voll die nach wie vor be­ste­hen­den Schwie­rig­kei­ten or­ga­ni­sa­tio­na­len Ler­nens auf.
Ma­na­ger ha­ben sehr viel Zeit, Geld und En­ga­ge­ment in Ver­än­de­rungs­pro­gram­me für ihre Un­ter­neh­men in­ves­tiert. Aber nur we­ni­ge Fir­men ha­ben da­mit auch durch­schla­gen­den Er­folg. Der Grund: Die Mit­ar­bei­ter schei­tern meis­tens am so ge­nann­ten trans­for­ma­ti­ven Ler­nen, das heißt, sie ge­lan­gen nur sel­ten an den Punkt, wo sie be­reit­wil­lig tief sit­zen­de An­nah­men über Stra­te­gi­en und Pro­zes­se in ih­ren Un­ter­neh­men in Fra­ge stel­len und dann grund­le­gend ihr Den­ken und Han­deln än­dern. In der Re­gel ma­chen die meis­ten wei­ter wie bis­her, und bes­ten­falls kommt es zu klei­nen ober­fläch­li­chen Än­de­run­gen - auf kei­nen Fall aber zum trans­for­ma­ti­ven Ler­nen. Die­se Art des Ler­nens ist aber nach Mei­nung von Or­ga­ni­sa­ti­ons­ex­per­ten der Schlüs­sel zur Wett­be­wer­bs­fä­hig­keit im 21. Jahr­hun­dert.
Wa­rum ist das trans­for­ma­ti­ve Ler­nen so schwie­rig? Um auf die­se Fra­ge eine Ant­wort zu fin­den, hat die Re­dak­teu­rin des ame­ri­ka­ni­schen „Har­vard Busi­ness Re­view“, Dia­ne Cou­tu, den Psy­cho­lo­gen Ed­gar H. Schein in sei­nem Haus in Cam­bridge, Massa­chu­setts, be­sucht. Schein ist eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Ma­na­ge­ment an der Slo­an School of Ma­na­ge­ment am MIT und Ex­per­te für Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung. Er war wis­sen­schaft­lich und be­ra­tend tä­tig für Un­ter­neh­men wie Di­gi­tal, Ge­ne­ral Foods, Roy­al Dutch Shell, BP und Ciba-Geigy. Schein gilt auf sei­nem Ge­biet als ei­ner der ori­gi­nells­ten Köp­fe, dem es er­folg­reich ge­lun­gen ist, das Ver­hal­ten von Men­schen in Or­ga­ni­sa­tio­nen zu er­klä­ren.

© 2002 Har­vard Busi­ness­ma­na­ger
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