Wie Hersteller ihre Produktlager besser managen

HBM 3/2001

Mitt­ler­wei­le scheu­en Ein­zel­händ­ler um­fang­rei­che La­ger. Sie zie­hen es vor, kurz­fris­tig nach­zu­be­stel­len, oft nur ge­rin­ge Men­gen. Da­mit bür­den sie die Last der La­ger­hal­tung den Her­stel­lern auf, die wie­der­um fürch­ten, durch Lie­fe­reng­päs­se ihre Be­zie­hung zu den Ab­neh­mern zu ge­fähr­den. Mit ei­ner dif­fe­ren­zier­ten Vor­rats­hal­tung kön­nen Her­stel­ler Pro­duk­ti­on und Wa­ren­be­stän­de der­art ab­stim­men, dass die Lie­fer­risi­ken ge­senkt und die Ren­di­ten ge­si­chert wer­den. Das setzt frei­lich die Ab­kehr von der Ge­wohn­heit vor­aus, von al­len Er­zeug­nis­sen glei­che Men­gen vor­rä­tig zu hal­ten. Viel­mehr gilt es, eine Pro­dukt­grup­pe nach La­ger­be­stands­ein­hei­ten auf­zu­tei­len, je nach Stär­ke der Nach­fra­ge.
Her­stel­ler von Ver­brauchs­gü­tern se­hen sich in ei­ner hei­klen Lage. Frü­her, als Ein­zel­händ­ler große Be­stel­lun­gen je­weils zu Be­ginn je­der Ein­kaufs­sai­son auf­ga­ben, konn­te die Fer­ti­gung in den Fa­bri­ken ent­spre­chend ge­plant wer­den. Doch heu­te sind be­son­ders die großen Ver­kaufs­ket­ten zu­neh­mend auf schlan­ken Ein­kauf aus, wün­schen je­doch zu­gleich, dass Her­stel­ler lau­fend Nach­be­stel­lun­gen aus­füh­ren, so­bald Nach­schub ge­braucht wird. Da Fa­bri­ken in der Re­gel nicht schnell ge­nug pro­du­zie­ren kön­nen, um die­se Fol­ge­auf­trä­ge um­ge­hend aus­zu­füh­ren, sind Her­stel­ler oft ge­zwun­gen, auf un­be­stimm­te Zeit rie­si­ge Be­stän­de vor­zu­hal­ten.
Die Kos­ten für die­se Wa­ren­la­ge­rung stei­gen un­auf­hör­lich. Zum einen ver­lan­gen die Ver­brau­cher nach Pro­dukt­va­ri­an­ten, zum an­de­ren sind ihre Prä­fe­ren­zen im­mer schwe­rer vor­her­seh­bar. Doch so wie die Zahl der Pro­duk­te steigt - und sich zu­neh­mend schnell wech­seln­de Ge­schmacks­mo­den zei­gen -, wächst die Ge­fahr, dass der Ab­satz ei­ner be­stimm­ten Pro­dukt­grup­pe ent­täu­schend ver­läuft und ihre Pro­duk­ti­on wo­mög­lich ein­ge­stellt wer­den muss. Ent­schließt sich ein Her­stel­ler aber, in sei­ner Be­stands­hal­tung eben­falls schlan­ke Prak­ti­ken an­zu­wen­den, droht ihm die Ge­fahr von Fehl­men­gen, Um­satz­ver­lus­ten und ver­schlech­ter­ten Ge­schäfts­be­zie­hun­gen zu den Ein­zel­han­dels­ket­ten.
Es mag ein we­nig kühn klin­gen, doch eine neue Me­tho­de kann Her­stel­lern hel­fen, die er­for­der­li­chen La­ger­be­stän­de an Fer­ti­ger­zeug­nis­sen ge­nau­er vor­her­zu­se­hen. Die meis­ten Be­trie­be nei­gen dazu, alle Pro­dukt­be­stands­ein­hei­ten (PBE) ei­ner Pro­dukt­grup­pe gleich zu be­han­deln, wenn­gleich sie in Wirk­lich­keit un­gleich stark nach­ge­fragt wer­den. Die Dif­fe­ren­zie­rung der Be­stands­ein­hei­ten nach dem je­weils tat­säch­lich ein­tre­ten­den Be­darf er­mög­licht es je­doch, die Be­stän­de an ei­ni­gen La­ger­be­stands­ein­hei­ten zu ver­rin­gern und an ei­ni­gen an­de­ren zu er­hö­hen, was zur Fol­ge hat, dass die Ren­ta­bi­li­tät der ge­sam­ten Pro­dukt­grup­pe steigt.

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