Marvels Blockbuster- Fabrik

HBM November 2019

Mar­vel Stu­di­os hat in nur zehn Jah­ren das Fran­chi­se­kon­zept im Film­ge­schäft neu de­fi­niert (als Fran­chi­se wer­den in der Bran­che Fil­me be­zeich­net, die er­folg­rei­che Fort­set­zun­gen er­mög­li­chen –Anm. d. Red.). Die 22 Fil­me der Pro­duk­ti­ons­fir­ma ha­ben ins­ge­samt rund 17 Mil­li­ar­den Dol­lar ein­ge­spielt – mehr als je­des an­de­re Fran­chi­se der Ki­no­ge­schich­te (im Juli kam mit „Spi­der-Man: Far From Home“ der 23. Film in die deut­schen Ki­nos – Anm. d. Red.). Gleich­zei­tig er­rei­chen die Mar­vel-Fil­me auf dem Be­wer­tungs­por­tal Rot­ten To­ma­to­es be­ein­dru­cken­de Zu­stim­mungs­wer­te von durch­schnitt­lich 84 Pro­zent (die 15 ein­nah­men­stärks­ten Film-Fran­chi­ses kom­men im Schnitt auf 68 Pro­zent); au­ßer­dem er­hält je­der Mar­vel-Film im Durch­schnitt 64 No­mi­nie­run­gen und Aus­zeich­nun­gen. Der im Früh­jahr an­ge­lau­fe­ne Film „Aven­gers: End­ga­me“ lös­te bei Kri­ti­kern Be­geis­te­rungs­stür­me aus, und bei Ki­no­gän­gern war er so be­liebt, dass On­li­ne­ticket­ver­käu­fer ihre Sys­te­me über­ar­bei­ten muss­ten, um der Nach­fra­ge Herr zu wer­den.
Die Be­grün­dung für den bahn­bre­chen­den Er­folg klingt bei Mar­vel-Stu­di­os-Chef Ke­vin Fei­ge ganz ein­fach. „Ich woll­te von An­fang an die De­fi­ni­ti­on des­sen, was einen Mar­vel-Film aus­macht, kon­ti­nu­ier­lich er­wei­tern. Wir ver­su­chen, das Pu­bli­kum an uns zu bin­den und im­mer wei­ter zu ver­grö­ßern, in­dem wir Un­er­war­te­tes tun und nicht ein­fach ei­nem Mus­ter, ei­ner Form oder ei­ner For­mel fol­gen“, sag­te er der Bran­chen­zeit­schrift „Va­rie­ty“. Das Er­folgs­ge­heim­nis scheint dar­in zu be­ste­hen, Fil­me zu dre­hen, die in­no­va­tiv sind und trotz­dem aus­rei­chend Kon­ti­nui­tät bie­ten, um als Teil ei­nes grö­ße­ren Gan­zen wahr­ge­nom­men zu wer­den.
Das ist schwie­ri­ger, als es sich an­hört. Al­lein einen ers­ten Film zu dre­hen, der er­folg­reich ge­nug ist, um den Grund­stein für ein Fran­chi­se zu le­gen, ist schwer ge­nug: 2017 soll­ten sechs der acht größ­ten Flops un­ter den großen Film­pro­duk­tio­nen neue Fran­chi­ses be­grün­den. Und wenn der Auf­takt tat­säch­lich ge­lingt, sind die Fort­set­zun­gen oft ent­täu­schend. Bei den meis­ten Fran­chi­ses wer­den die Be­wer­tun­gen der Kri­ti­ker nach dem ers­ten Film schlech­ter; das spie­gelt sich auch in den Ein­nah­men an der Ki­no­kas­se. Jon Fa­vreau, der Re­gis­seur von „Iron Man“, sagt: „Da­für zu sor­gen, dass die­sen Fran­chi­ses nicht nach zwei Fil­men die Luft aus­geht, ist sehr schwer. Die Er­fah­rung zeigt, dass der zwei­te Teil meist schon den Hö­he­punkt dar­stellt.“ Pi­xar-Chef Ed Cat­mull sieht das ähn­lich und be­zeich­net Film­fort­set­zun­gen gar als „krea­ti­ven Bank­rott“. Viel­leicht ist das der Grund da­für, dass Pi­xar bis­her nur von vier Fil­men Fort­set­zun­gen pro­du­ziert hat.
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