Wie Sie eine Rezession überstehen

HBM Juli 2019

Zu Be­ginn des Jah­res 2000 ver­kauf­te ein On­li­ne­händ­ler Wan­del­an­lei­hen in Höhe von 672 Mil­lio­nen US-Dol­lar, um sei­ne fi­nan­zi­el­le Po­si­ti­on zu stär­ken. Er hieß Amazon.com, exis­tier­te zu die­sem Zeit­punkt fünf Jah­re und ver­kauf­te Bü­cher über das In­ter­net. Einen Mo­nat spä­ter platz­te die Dot­com-Bla­se. Mehr als die Hälf­te al­ler di­gi­ta­len Start-ups ging in den fol­gen­den Jah­ren plei­te, un­ter ih­nen vie­le, die da­mals im E-Com­mer­ce zu Ama­z­ons Ri­va­len zähl­ten. Wäre die Bla­se nur we­ni­ge Wo­chen frü­her ge­platzt, wäre ei­nes der er­folg­reichs­ten Un­ter­neh­men al­ler Zei­ten wo­mög­lich die­ser Re­zes­si­on zum Op­fer ge­fal­len.
Re­zes­sio­nen – de­fi­niert als zwei auf­ein­an­der­fol­gen­de Quar­ta­le mit ne­ga­ti­vem Wirt­schafts­wachs­tum – kön­nen un­ter­schied­li­che Aus­lö­ser ha­ben: öko­no­mi­sche Schocks (wie einen plötz­li­chen An­stieg des Öl­prei­ses), eine Pa­nik an den Fi­nanz­märk­ten (wie jene, die der „Großen Re­zes­si­on“ vor­aus­ging, dem mas­si­ven Kon­junk­tur­ein­bruch der Jah­re 2008 und 2009), schnel­le Ver­än­de­run­gen der wirt­schaft­li­chen Er­war­tun­gen (der „ani­mal spi­rits“, wie der Öko­nom John May­nard Key­nes sie nann­te; ein sol­cher Um­schwung ließ die Dot­com-Bla­se plat­zen) oder auch eine Kom­bi­na­ti­on die­ser drei Fak­to­ren. Die meis­ten Un­ter­neh­men lei­den wäh­rend ei­ner Re­zes­si­on, vor al­lem weil die Nach­fra­ge (und da­mit der Um­satz) sinkt und die Un­si­cher­heit über die Zu­kunft zu­nimmt. Un­ter­su­chun­gen zei­gen je­doch, dass es Wege gibt, den Scha­den in Gren­zen zu hal­ten.
Für ih­ren 2010 im Har­vard Busi­ness Ma­na­ger er­schie­ne­nen Ar­ti­kel „Wie Sie im Auf­schwung durch­star­ten“ (HBM Mai 2010) un­ter­such­ten die Au­to­ren Ran­jay Gu­la­ti, Ni­tin Nohria und Franz Wohl­ge­zo­gen 4700 bör­sen­no­tier­te Un­ter­neh­men. Von die­sen, so ihr Er­geb­nis, hat­ten 17 Pro­zent in den Re­zes­sio­nen der Jah­re 1980, 1990 und 2000 be­son­ders schlecht ab­ge­schnit­ten: Sie wa­ren bank­rott­ge­gan­gen, hat­ten die Bör­se ver­las­sen oder wa­ren auf­ge­kauft wor­den. Ge­nau­so be­mer­kens­wert war aber, dass sich 9 Pro­zent der un­ter­such­ten Un­ter­neh­men in den drei Jah­ren, die auf die Re­zes­si­on folg­ten, nicht nur er­holt hat­ten, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­blüht wa­ren. Bei Um­satz- und Ge­winn­wachs­tum über­tra­fen sie ihre Kon­kur­ren­ten um min­des­tens 10 Pro­zent.
Eine neue­re Ana­ly­se der US-Un­ter­neh­mens­be­ra­tung Bain, die Da­ten aus der Zeit der Großen Re­zes­si­on aus­wer­te­te, be­stä­tig­te die­sen Be­fund. Die bes­ten 10 Pro­zent der von Bain un­ter­such­ten Un­ter­neh­men konn­ten ihre Ge­win­ne wäh­rend des ge­sam­ten Zeit­raums stei­gern, eine Ent­wick­lung, die sich auch nach Ende des Ab­schwungs fort­setz­te. Eine drit­te Stu­die – die­ses Mal von der US-Un­ter­neh­mens­be­ra­tung McKin­sey – kam zu ähn­li­chen Er­geb­nis­sen.
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