Warum Ideen verpuffen

HBM Juli 2019

Wenn Mit­ar­bei­ter an­de­re an ih­ren Ide­en teil­ha­ben las­sen und Be­den­ken so­wie mög­li­che Pro­ble­me of­fen an­spre­chen, sind Un­ter­neh­men in­no­va­ti­ver und er­folg­rei­cher. Mit­ar­bei­ter neh­men Pro­ble­me häu­fig als Ers­tes wahr, des­halb ist ihr In­put so wich­tig für die Ent­schei­dungs­fin­dung der Ma­na­ger.
Und trotz­dem set­zen sich Füh­rungs­kräf­te nicht im­mer für Ide­en von un­ten ein. Tat­säch­lich kön­nen sie die Vor­schlä­ge so­gar be­wusst igno­rie­ren und da­für sor­gen, dass Mit­ar­bei­ter sich gar nicht mehr zu Wort mel­den. Das scheint pa­ra­dox: Wa­rum för­dern Ma­na­ger kei­ne Mei­nun­gen und Vor­schlä­ge un­te­rer Hier­ar­chie­stu­fen, wenn es doch für sie und die Or­ga­ni­sa­ti­on von Vor­teil ist?
Ein Groß­teil der ak­tu­el­len For­schung zu die­sem The­ma ver­mu­tet, dass Ma­na­ger an ih­rer Ar­beits­wei­se fest­hal­ten wol­len und dem Sta­tus quo so ver­bun­den sind, dass sie kri­ti­sche Stim­men von un­ten fürch­ten. In ei­nem kürz­lich in der Zeit­schrift „Or­ga­ni­za­ti­on Science“ ver­öf­fent­lich­ten Bei­trag bie­ten wir eine an­de­re Les­art: Ma­na­ger schei­tern nicht des­halb dar­an, eine Kul­tur zu schaf­fen, in der sich je­der frei äu­ßert, weil sie von sich selbst und ih­ren ei­ge­nen Ein­fäl­len so über­zeugt sind, son­dern weil ihre Or­ga­ni­sa­ti­on sie in eine un­mög­li­che Lage bringt.
Wir fan­den her­aus, dass es zwei Hür­den für Ma­na­ger gibt: Sie ha­ben nicht den Ein­fluss, um Ide­en von un­ten durch­zu­set­zen, und sie füh­len sich ver­pflich­tet, sich auf kurz­fris­ti­ge Zie­le zu kon­zen­trie­ren.
Ein hy­po­the­ti­sches Bei­spiel: Jane ist Pro­dukt­ma­na­ge­rin, sie ist sehr en­ga­giert und möch­te et­was ver­än­dern. Sie weiß, dass ei­ni­ge ih­rer Mit­ar­bei­ter, die viel nä­her an der Pro­duk­ti­on sind als sie, wahr­schein­lich gute Ide­en zur Ver­bes­se­rung der Ab­läu­fe hät­ten. Aber in Ja­nes Or­ga­ni­sa­ti­on kön­nen Ma­na­ger kei­ne Ver­än­de­run­gen ein­füh­ren, ohne sie vor­her über einen lang­wie­ri­gen Ge­neh­mi­gungs­pro­zess von der Zen­tra­le ab­ni­cken zu las­sen. Sie ver­spürt au­ßer­dem kei­ne Mo­ti­va­ti­on, sich Zeit für die Ver­bes­se­run­gen zu neh­men – sie wird aus­schließ­lich für kurz­fris­ti­ge Er­fol­ge be­lohnt, etwa wenn sie eine Dead­li­ne ein­hält oder ein Ziel er­reicht.
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