Der W€rt d€r guten Tat

HBM April 2019

In der ge­sell­schaft­li­chen De­bat­te wer­den Un­gleich­heit und Man­gel im­mer dring­li­che­re The­men. Des­halb wol­len vie­le In­ves­to­ren ne­ben ei­ner fi­nan­zi­el­len auch eine so­zia­le Ren­di­te er­wirt­schaf­ten – gut ver­die­nen und da­bei Gu­tes tun. Eine Mög­lich­keit ist das so­ge­nann­te wir­kungs­ori­en­tier­te In­ves­tie­ren oder Im­pact In­ves­ting. Da­bei fließt das An­la­ge­ka­pi­tal in Pro­jek­te und Un­ter­neh­men, die ne­ben ei­ner fi­nan­zi­el­len Ren­di­te auch einen so­zia­len oder öko­lo­gi­schen Nut­zen brin­gen. Das Pro­blem ist nur: Wäh­rend in der In­ves­ti­ti­ons­rech­nung für die Kal­ku­la­ti­on der zu er­war­ten­den fi­nan­zi­el­len Ren­di­te eine Rei­he eta­blier­ter Ver­fah­ren zur Ver­fü­gung steht, zum Bei­spiel die In­ter­ne-Zins­fuß-Me­tho­de, gibt es kei­ne ver­gleich­ba­ren An­sät­ze, um die er­hoff­te so­zia­le oder öko­lo­gi­sche Wir­kung zu quan­ti­fi­zie­ren. Hier herrscht all­zu oft großes Rät­sel­ra­ten.
Auch In­ves­to­ren, die von der bis­he­ri­gen so­zia­len und öko­lo­gi­schen Er­folgs­bi­lanz ei­nes Un­ter­neh­mens auf die künf­ti­ge Ent­wick­lung schlie­ßen wol­len, fin­den kaum ver­wert­ba­re Da­ten. Zwar be­rich­ten in­zwi­schen na­he­zu zwei Drit­tel der großen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men welt­weit re­gel­mä­ßig über öko­lo­gi­sche, so­zia­le und Go­ver­nance-be­zo­ge­ne The­men. Aber die An­ga­ben be­schrän­ken sich in der Re­gel auf Selbst­ver­pflich­tun­gen und Ab­läu­fe. Kon­kre­te Zah­len über die Wir­kung auf Kun­den oder die Ge­sell­schaft gibt es sel­ten.
Füh­ren­de Bran­chen­ver­tre­ter ha­ben die­sen Miss­stand er­kannt und in­ten­siv dar­an ge­ar­bei­tet, die Wir­kung so­zia­ler In­ves­ti­tio­nen bes­ser mes­sen und steu­ern zu kön­nen. Zu ih­nen ge­hö­ren Root Ca­pi­tal, die Ma­cAr­thur Foun­da­ti­on, das Omi­dyar Net­work, der Sko­pos Im­pact Fund, Bridges Impact+, das Welt­wirt­schafts­fo­rum und die Rocke­fel­ler Foun­da­ti­on. Ihre Ar­beit hat eine Rei­he in­ter­essan­ter Kenn­zah­len her­vor­ge­bracht, un­ter an­de­rem die So­zi­al­ren­di­te (So­ci­al Re­turn on In­vest­ment, SROI). Das Im­pact Ma­na­ge­ment Pro­ject, eine 2016 ge­grün­de­te Ko­ope­ra­ti­on von Stif­tun­gen und großen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­sell­schaf­ten, will all die­se An­sät­ze zu ei­ner ge­mein­sa­men Spra­che für wir­kungs­ori­en­tier­tes In­ves­tie­ren wei­ter­ent­wi­ckeln. Zu­dem will sie prak­ti­sche Werk­zeu­ge er­ar­bei­ten, um Best Prac­ti­ces um­zu­set­zen.
Wir ar­bei­ten für zwei Or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich da­bei en­ga­gie­ren: den Rise Fund, einen zwei Mil­li­ar­den Dol­lar schwe­ren Im­pact-In­ves­ting-Fonds der Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft TPG Grow­th für Start-ups in der Wachs­tums­pha­se, und die So­ci­al-Im­pact-Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Bridge­span Group. Sie ha­ben in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren un­ter­sucht, wie sich die so­zia­le und öko­lo­gi­sche Wir­kung von In­ves­ti­tio­nen mit der glei­chen Prä­zi­si­on pro­gno­s­ti­zie­ren lässt wie die fi­nan­zi­el­le Ent­wick­lung. In Zu­sam­men­ar­beit mit Ex­per­ten, die über jah­re­lan­ge Er­fah­rung in die­sem Be­reich ver­fü­gen, ha­ben der Rise Fund und Bridge­span ein zu­kunfts­ge­rich­te­tes Ver­fah­ren er­ar­bei­tet. Mit der Me­tho­de lässt sich er­rech­nen, wel­chen mo­ne­tä­ren Wert der so­zia­le oder öko­lo­gi­sche Nut­zen hat, der sich ver­mut­lich mit je­dem in­ves­tier­ten Dol­lar er­zie­len lässt. Da­durch kön­nen wir­kungs­ori­en­tier­te In­ves­to­ren, sei­en es Un­ter­neh­men oder in­sti­tu­tio­nel­le Ak­teu­re, die zu er­war­ten­de so­zia­le oder öko­lo­gi­sche Ren­di­te er­mit­teln. Die neue Be­wer­tungs­kenn­zahl nen­nen wir Im­pact Mul­ti­ple of Mo­ney, IMM. (Eine gute Über­set­zung wäre "Wir­kungs­mul­ti­pli­ka­tor der In­ves­ti­ti­on, WMI, die wir im Fol­gen­den ver­wen­den – Anm. d. Red.)
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