Die Sicht der Mitarbeiter

HBM April 2019

Egal ob im La­ger, in der Ma­schi­nen­hal­le oder an der La­de­ram­pe – über­all dort, wo Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter frü­her ver­meint­lich „ein­fa­che Ar­bei­ten“ er­le­dig­ten, sind di­gi­ta­le Tools heu­te ein we­sent­li­cher Be­stand­teil der Ar­beits­ab­läu­fe. Wenn Mit­tel­ständ­ler ihre Ma­schi­nen auf Ba­sis von Big-Data-Ana­ly­sen fe­in­jus­tie­ren und Kon­zer­ne von Zu­lie­fe­rern zu­nächst ein­mal ein vir­tu­el­les Ab­bild ih­res phy­si­schen Pro­dukts for­dern, kön­nen Mit­ar­bei­ter sich im­mer sel­te­ner auf den Stand­punkt zu­rück­zie­hen: „Das brau­chen wir nicht, das lief doch bis­her auch so ganz gut.“
Da­bei geht es in der In­dus­trie 4.0 kei­nes­wegs dar­um, men­schen­lee­re, voll au­to­ma­ti­sier­te Fa­bri­ken ein­zu­rich­ten, wie es in den 80er Jah­ren die Vi­si­on ei­nes „Com­pu­ter-in­te­gra­ted Ma­nu­fac­tu­ring“ her­auf­be­schwor. Denn der Men­sch ist in der Pro­duk­ti­on wei­ter­hin un­ver­zicht­bar. Da­her ste­cken die we­sent­li­chen Po­ten­zia­le der Di­gi­ta­li­sie­rung in ei­ner ver­bes­ser­ten Men­sch-Ma­schi­ne-In­ter­ak­ti­on – bei­spiels­wei­se durch Da­ten­bril­len, die Mit­ar­bei­ter Schritt für Schritt durch die Mon­ta­ge ei­ner Ma­schi­ne füh­ren.
Was für klas­si­sche Change-Pro­zes­se gilt, ist aber auch hier nicht falsch: Un­ter­neh­men müs­sen ihre Mit­ar­bei­ter auf die­sem Weg „mit­neh­men“ – mit ih­nen ge­mein­sam neue Me­tho­den er­ar­bei­ten, statt sie ih­nen auf­zu­zwin­gen.
Doch was heißt das ei­gent­lich – Mit­ar­bei­ter mit­neh­men? Die Ant­wor­ten des Change-Ma­na­ge­ments dar­auf blei­ben oft un­be­frie­di­gend, erst recht, wenn es um spe­zi­el­le Zu­sam­men­hän­ge wie die Di­gi­ta­li­sie­rung geht. Dies dürf­te ein wich­ti­ger Grund da­für sein, wa­rum so vie­le Ver­än­de­rungs­i­ni­tia­ti­ven schief­ge­hen. Denn sie schei­tern in der Re­gel nicht an der tech­ni­schen Um­set­zung, son­dern an der man­geln­den Ak­zep­tanz oder gar am Wi­der­stand der Mit­ar­bei­ter.

Erst mal ver­ste­hen wol­len
Wer sei­ne Mit­ar­bei­ter „mit­neh­men“ möch­te, muss da­her erst ein­mal ver­ste­hen, was sie über­haupt über Di­gi­ta­li­sie­rung den­ken, wel­che Ängs­te oder Hoff­nun­gen sie da­mit ver­bin­den. Mit­ar­bei­ter be­wer­ten den di­gi­ta­len Wan­del oft ganz an­ders als ihre Vor­ge­setz­ten – eine Tat­sa­che, die so man­cher Füh­rungs­kraft gar nicht klar zu sein scheint. Das ist eine Er­kennt­nis aus ei­ner Stu­die, die wir im April und Juni 2018 bei zwei er­folg­rei­chen mit­tel­stän­di­schen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men in Deutsch­land durch­ge­führt ha­ben. Da­für in­ter­view­ten wir 19 Werks­lei­ter, Meis­ter, Grup­pen­be­treu­er und Ma­schi­nen­be­die­ner. Das Be­son­de­re an un­se­rer In­ter­view­me­tho­de: Wir hat­ten die Teil­neh­mer ge­be­ten, acht bis zehn Bil­der mit­zu­brin­gen, die ihre Ge­füh­le und Ein­stel­lun­gen zum The­ma In­dus­trie 4.0 sym­bo­li­sie­ren (sie­he dazu auch den Kas­ten „Zur Me­tho­de“). Da­bei zeig­te sich, dass Mit­ar­bei­ter in der Re­gel eine von fünf ty­pi­schen Per­spek­ti­ven auf den di­gi­ta­len Wan­del ein­neh­men: die tra­di­tio­na­lis­ti­sche, die uti­li­ta­ris­ti­sche, die an­thro­po­zen­tri­sche, die funk­tio­na­lis­ti­sche oder die spie­le­ri­sche. Im Fol­gen­den möch­ten wir zei­gen, wo­durch sich die­se Per­spek­ti­ven aus­zeich­nen und wie Füh­rungs­kräf­te ihre Kom­mu­ni­ka­ti­onss­tra­te­gie zum di­gi­ta­len Wan­del pass­genau auf jede der fünf Per­spek­ti­ven zu­schnei­den kön­nen.
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