Der Neugier auf der Spur

HBM April 2018

Seit Jah­ren be­to­nen Ma­na­ger land­auf, land­ab, wie wich­tig In­no­va­tio­nen für die Zu­kunft ih­rer Un­ter­neh­men sind – sel­ten mit Er­folg. Ent­we­der fehlt es an Zeit, sich Neu­es aus­zu­den­ken; den rich­ti­gen Me­tho­den, um auf Ide­en zu kom­men; oder hier­ar­chi­sche Ent­schei­dungs­struk­tu­ren füh­ren dazu, dass nur si­che­re, aber nicht wirk­lich in­no­va­ti­ve Vor­schlä­ge eine Chan­ce er­hal­ten. Auf die­se Wei­se ent­steht kei­ne In­no­va­ti­ons­kul­tur. Wir glau­ben, dass Un­ter­neh­men da­für eine Fä­hig­keit ent­wi­ckeln müs­sen, die sie viel zu lan­ge ver­nach­läs­sigt ha­ben: Neu­gier.
Wir re­den hier nicht nur von ei­nem Wort, son­dern von ei­ner Geis­tes­hal­tung, die Füh­rungs­kräf­te in Un­ter­neh­men för­dern müs­sen. Jün­ge­re wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen be­le­gen, dass neu­gie­ri­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen in­no­va­ti­ver, pro­duk­ti­ver und er­folg­rei­cher sind. So fand der Psy­cho­lo­ge Pa­trick Mus­sel von der Uni­ver­si­tät Würz­burg 2012 in ei­ner Stu­die her­aus, dass die Leis­tung von Mit­ar­bei­tern ei­nes Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rers stark mit ih­rer be­ruf­li­chen Neu­gier zu­sam­men­hing. Die Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Brain­check, der ei­ner der Au­to­ren an­ge­hört, über­nahm die Mess­me­tho­de spä­ter in ei­ner Feld­stu­die mit Mit­ar­bei­tern un­ter­schied­li­cher Un­ter­neh­men, um zu über­prü­fen, ob Neu­gier auch mit In­no­va­ti­ons­kraft zu­sam­men­hängt. Und tat­säch­lich: Je hö­her ihre Punkt­zahl auf der Neu­giers­ka­la war, de­sto mehr und de­sto ori­gi­nel­le­re Ide­en ent­wi­ckel­ten die Pro­ban­den.
In den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren ha­ben wir ge­mein­sam nach We­gen ge­sucht, Neu­gier zu för­dern. Wir woll­ten wis­sen: Aus wel­chen Kom­po­nen­ten be­steht Neu­gier? Wie neu­gie­rig sind die Mit­ar­bei­ter in Un­ter­neh­men? Und wel­che An­sät­ze eig­nen sich, ih­nen Lust auf Neu­es zu ma­chen?
Der ers­te Schritt war eine gründ­li­che Be­stands­auf­nah­me: 2016 ver­öf­fent­lich­ten wir die Er­geb­nis­se von Um­fra­gen un­ter rund 5000 Ar­beit­neh­mern aus 16 Bran­chen in den USA, Deutsch­land und Chi­na in un­se­rer „Neu­gier­stu­die“. Eine Er­kennt­nis war, dass Neu­gier oft ge­pre­digt, aber nur sel­ten ge­för­dert wird. Selbst Un­ter­neh­men, die auf In­no­va­tio­nen an­ge­wie­sen sind und viel Geld in For­schung und Ent­wick­lung ste­cken, un­ter­bin­den die Lust am Neu­en mehr, als dass sie die­se un­ter­stüt­zen. In den USA sag­ten 65 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer, dass Neu­gier un­ent­behr­lich sei, um neue Ide­en zu ent­wi­ckeln. Aber fast der glei­che Pro­zent­satz gab an, dass er sich nicht in der Lage fühl­te, am Ar­beits­platz die rich­ti­gen Fra­gen zu stel­len. Und wäh­rend 84 Pro­zent er­klär­ten, ihre Ar­beit­ge­ber er­mu­tig­ten grund­sätz­lich zu Neu­gier, sag­ten 60 Pro­zent, dass dies in der Pra­xis mit Hin­der­nis­sen ver­bun­den sei.
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