Der Bote als Sündenbock

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HBM April 2018

Frau Pro­fes­so­rin Rott, wie sind Sie zu Ih­ren Er­geb­nis­sen ge­kom­men?
ROTT Wir ha­ben im La­bor Stu­den­ten in Vie­rer­grup­pen ein­ge­teilt. Ein Pro­band konn­te be­schlie­ßen, 20 Euro fair oder un­fair auf­zu­tei­len. Dann soll­te er ent­schei­den, ob er dies den an­de­ren selbst oder über ein zu­fäl­lig aus­ge­wähl­tes Grup­pen­mit­glied mit­tei­len woll­te. Der Bote war nur Über­brin­ger der Nach­richt, hat­te also kein Mit­spra­che­recht. In der un­fai­ren Va­ri­an­te er­hielt er aber eben­so neun Euro wie der Ent­schei­der; in der fai­ren Va­ri­an­te be­ka­men alle Grup­pen­mit­glie­der fünf Euro. Die üb­ri­gen bei­den Stu­den­ten konn­ten, nach­dem sie über die Auf­tei­lung in­for­miert wor­den wa­ren, wäh­len, ob sie den Bo­ten und den Ent­schei­dungs­trä­ger be­stra­fen woll­ten: Sie konn­ten die Aus­zah­lung der bei­den re­du­zie­ren, was sie selbst aber den ih­nen ver­blie­be­nen Euro kos­te­te.

Wie stark durf­te die Be­stra­fung sein?
ROTT Der ma­xi­ma­le Ab­zug lag bei 3,50 Euro. Das heißt, der Ent­schei­der stand bei un­fai­rer Auf­tei­lung selbst mit der Höchst­stra­fe im­mer noch bes­ser da als bei ei­ner fai­ren Al­lo­ka­ti­on. Von den 217 Ent­schei­dern in un­se­ren Ex­pe­ri­men­ten wähl­ten 62 Pro­zent die un­faire Ver­tei­lung. Die meis­ten von ih­nen wur­den von den Emp­fän­gern ab­ge­straft. Das war zu er­war­ten – in sol­chen Ver­su­chen zeigt sich im­mer, dass Men­schen Fair­ness eine große Be­deu­tung zu­mes­sen. Uns ging es um et­was an­de­res: Wir woll­ten wis­sen, was pas­siert, wenn der Ver­ant­wort­li­che die Kom­mu­ni­ka­ti­on sei­ner Ent­schei­dung de­le­giert. Wir fan­den her­aus, dass er in die­sem Fall häu­fi­ger und här­ter be­straft wur­de.
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