Wie Unternehmen Krisen meistern

SANIERUNG:

HBM Februar 2015

Wenn Un­ter­neh­men in die Kri­se ge­ra­ten, ge­hen Sa­nie­rungs­ma­na­ger meist auf fol­gen­de Wei­se vor: Zu­nächst stei­gern sie die Ef­fi­zi­enz, in­dem sie bei­spiels­wei­se die Kos­ten sen­ken und Un­ter­neh­mens­tei­le ver­kau­fen. Da­mit re­du­zie­ren sie die Ver­lus­te und kom­men so den For­de­run­gen der Gläu­bi­ger und An­teils­eig­ner nach. Im zwei­ten Schritt steht das Wachs­tum im Mit­tel­punkt: Die Un­ter­neh­mens­füh­rung in­ves­tiert in stra­te­gisch wich­ti­ge Fel­der und rich­tet die Or­ga­ni­sa­ti­on ent­spre­chend aus.
Da Kos­ten­sen­kung und Wachs­tum als wi­der­sprüch­li­che Zie­le gel­ten, emp­feh­len Ma­na­ge­ment­for­scher und Sa­nie­rungs­be­ra­ter meist, bei­des nach­ein­an­der an­zu­ge­hen. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren sind je­doch Zwei­fel an die­ser Vor­ge­hens­wei­se auf­ge­kom­men. Zu vie­le Sa­nie­run­gen sind mit die­sem An­satz ge­schei­tert.
Ein pro­mi­nen­tes Bei­spiel ist die In­sol­venz der Dro­ge­rie­ket­te Schle­cker. Der Fo­kus lag ein­sei­tig auf der Sa­nie­rung des un­ren­ta­blen Fi­lial­net­zes durch Ent­las­sun­gen, Lohn­kür­zun­gen und Fi­li­al­schlie­ßun­gen. Ziel war es, den Gläu­bi­gern schnellst­mög­lich schwar­ze Zah­len zu prä­sen­tie­ren. Zwar er­kann­te die Un­ter­neh­mens­füh­rung früh die stra­te­gi­schen Pro­ble­me. So zeig­te die Markt­for­schung bei­spiels­wei­se, dass Kon­zep­te wie die grö­ße­ren so­ge­nann­ten XL-Lä­den bei den Kun­den weit bes­ser als die klei­nen Fi­lia­len an­ka­men. Doch durch Ver­zö­ge­run­gen - vor al­lem durch den Un­ter­neh­mens­grün­der - ver­lo­ren die Be­tei­lig­ten zu­neh­mend das Ver­trau­en in die Sa­nie­rung. Es ge­lang nicht, glaub­haft die Be­reit­schaft für einen Neu­an­fang zu ver­mit­teln.
Zahl­rei­chen deut­schen Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men - von Grun­dig bis Kar­stadt und Quel­le - er­ging es ähn­lich. Der Grund: Wer am An­fang ei­ner Sa­nie­rung nur auf Kos­ten­sen­kung aus ist, ver­liert schnell sei­ne Kern­kom­pe­ten­zen, In­no­va­ti­ons­kraft so­wie wert­vol­le Mit­ar­bei­ter, die dann in der zwei­ten Pha­se des Wan­dels feh­len. Zu­dem man­gelt es der Be­leg­schaft an Mo­ti­va­ti­on, sich für das Un­ter­neh­men ein­zu­set­zen, wenn das Ma­na­ge­ment spart und Stel­len streicht, ohne dies mit ei­ner Vi­si­on für die Zu­kunft zu ver­bin­den.
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