Sippenhaft in der Lieferkette

SUPPLY-CHAIN-MANAGEMENT:

HBM Februar 2015

Seit den 80er Jah­ren ha­ben vie­le west­li­che Un­ter­neh­men Tei­le der Pro­duk­ti­on ins Aus­land ver­legt, um ihre Lohn- und Her­stel­lungs­kos­ten zu sen­ken. Der Plan, so die Ge­win­ne zu er­hö­hen, ging lan­ge auf. In jüngs­ter Zeit be­rei­tet je­doch ein neu­es Phä­no­men den Lie­fer­ket­ten­ma­na­gern Kopf­zer­bre­chen: Ihre Un­ter­neh­men wer­den im­mer häu­fi­ger zur Ziel­schei­be von Vor­wür­fen, sich durch das Aus­la­gern der Pro­duk­ti­on auf Kos­ten der Um­welt und der Men­schen zu be­rei­chern. Ein we­sent­li­cher Grund da­für ist, dass sich der­ar­ti­ge Nach­rich­ten über On­li­ne­me­di­en und so­zia­le Netz­wer­ke schnel­ler als je zu­vor ver­brei­ten.
Die Be­klei­dungs­un­ter­neh­men Pri­mark, Buf­fa­lo und Zara sind bei­spiels­wei­se in die Kri­tik ge­ra­ten, weil bei der Pro­duk­ti­on ih­rer Wa­ren Gif­te für Fär­be­rei- und Ger­be­rei­ar­bei­ten zum Ein­satz kom­men, die in Bil­lig­lohn­län­dern un­ge­fil­tert in Flüs­se und Grund­was­ser ge­lan­gen. Die Le­bens­mit­tel­her­stel­ler Nestlé, Rit­ter Sport und Iglo se­hen sich mit Zwei­feln über die Qua­li­tät und Un­be­denk­lich­keit ver­schie­de­ner In­haltss­tof­fe in ih­ren Pro­duk­ten kon­fron­tiert. All die­sen Fäl­len ist ei­nes ge­mein­sam: Die Pro­blem­ver­ur­sa­cher sind die Lie­fe­ran­ten und nicht die Un­ter­neh­men, die die Ar­ti­kel un­ter ih­rer Mar­ke auf den Markt brin­gen.
Den­noch tra­gen die­se einen er­heb­li­chen Scha­den da­von, der sich in Re­pu­ta­ti­ons­ver­lust, teu­ren Rechtss­trei­tig­kei­ten und sin­ken­den Ver­käu­fen nie­der­schlägt. Die Mar­ke­ting­for­scher Remi Tru­del und June Cot­te von der Uni­ver­si­ty of Wes­tern On­ta­rio in Ka­na­da stell­ten in ei­ner Stu­die fest, dass Pro­ban­den für Baum­wolls­hirts deut­lich we­ni­ger zu zah­len be­reit wa­ren, wenn sie wuss­ten, dass Lie­fe­ran­ten um­welt­schäd­li­che Pes­ti­zi­de für die Baum­woll­her­stel­lung ein­setz­ten. Ihre durch­schnitt­li­che Zah­lungs­be­reit­schaft pro Shirt lag bei 5,89 US-Dol­lar und da­mit um 29 Pro­zent nied­ri­ger als die 8,31 US-Dol­lar, die die Ver­suchs­teil­neh­mer zu zah­len be­reit wa­ren, die die­se In­for­ma­ti­on nicht be­sa­ßen.

BE­STRA­FUNG ODER NICHT?
Für ein For­schungs­pro­jekt mit ins­ge­samt 1157 Teil­neh­mern aus Deutsch­land sind wir der Fra­ge nach­ge­gan­gen, in wel­chen Fäl­len Ver­brau­cher die Mar­ken­un­ter­neh­men für das Ver­hal­ten ih­rer Lie­fe­ran­ten und Sub­lie­fe­ran­ten ver­ant­wort­lich ma­chen und mit wel­chen Be­stra­fun­gen sie rea­gie­ren - ob sie bei­spiels­wei­se den An­bie­ter wech­seln oder sich schlecht über das Un­ter­neh­men äu­ßern wür­den. Au­ßer­dem woll­ten wir her­aus­fin­den, ob es auch mil­dern­de Um­stän­de gibt, also Be­din­gun­gen, un­ter de­nen Kon­su­men­ten Pro­ble­me bei Zu­lie­fe­rern nicht den Mar­ken­un­ter­neh­men zu­schrei­ben.
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