Der Chef kommt zur Kontrolle

Compliance:

Heft 1/2020
imago/Westend61

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - das gilt auch für Unternehmen mit Niederlassungen weitab der Zentrale. Schicken diese ihre Manager häufiger auf Kontrollbesuch in Fabriken oder Vertriebsniederlassungen, die bereits durch Fehlverhalten auffällig geworden sind, dann sinkt die Zahl der Verstöße um 2 Prozent und die Höhe der damit verbundenen behördlichen Strafzahlungen sogar um 23,4 Prozent.

Das haben Jonas Heese und Gerardo Perez Cavazos von der Harvard Business School bei einer Analyse von 1166 Unternehmen weltweit und 10.556 ihrer Niederlassungen herausgefunden. Sie untersuchten 21.268 Verstöße aus den Jahren 2000 bis 2017 und verglichen sie mit der Einführung neuer Passagierflugstrecken durch Airlines - eine Methode, die bereits bei ähnlichen Untersuchungen eingesetzt worden war.

Die Überlegung: Wenn Reisezeit und Reisekosten wegen der neuen Strecken sinken, werden mehr Führungskräfte aus der Zentrale auf Kontrollbesuch gehen. In intensiver kontrollierten Niederlassungen, so ihre Vermutung, werde dadurch die Zahl der Verstöße sinken.

Ihre Annahmen erwiesen sich als korrekt. Dabei stellte sich heraus, dass starke Kontrollsysteme ebenso gut wirken wie persönliche Besuche. Die zunehmende Einführung von Breitband-Internet hingegen- das eine intensivere Kommunikation über weite Distanzen ermöglicht - senkte zwar die Notwendigkeit für Besuche in den Niederlassungen, reichte aber nicht an deren durchschlagende Wirkung heran.

Weitere Meldungen zu aktuellen Studien und Trends finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Harvard Business Managers.

Ausgabe 1/2020


Schwerpunkt Teams

Die überraschend einfachen Regeln erfolgreicher Zusammenarbeit

Quelle: Jonas Heese, Gerardo Perez Cavazos: "When the Boss Comes to Town", Working Paper, Januar 2019

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