Ein Grund für die Kündigung?

Heft 3/2020
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4. Teil: Eine mögliche Alternative

Sabine Meier, die Personalchefin von Lenz, telefonierte gerade, als Melanie Klein am nächsten Morgen ihren Kopf zur Tür hereinsteckte. Meier winkte Klein ins Zimmer und deutete auf einen Stuhl. "Okay Georg, wir sehen uns dann am Donnerstag um neun. Tschüs." Sie legte auf und schaute über den Brillenrand. "Hallo Melanie, was kann ich für dich tun?"

"Moin, Sabine! Ich habe nur eine kurze Frage: Wie gehen wir gewöhnlich mit Nebenjobs von Mitarbeitern um?"

"Oje." Meier zog die Augenbrauen hoch. "Für wen sollst du als Beraterin arbeiten?"

"Für niemanden", sagte Klein, "aber die Frage ist gerade in meinem Team aufgekommen, und ich dachte, ich bespreche das mal mit dir."

Meier runzelte die Stirn, als würde sie im Geiste eine Liste der Namen aus Kleins Team durchgehen. "Nein", sagte sie schließlich, "wir haben keine konkreten Vorschriften, wie Nebentätigkeiten in der Firma gehandhabt werden. Hauptsächlich deswegen nicht, weil die Gesetzeslage ziemlich eindeutig ist. Aber erinnerst du dich? Als wir dich einstellten, haben wir dich auch eine Klausel für ein Wettbewerbsverbot unterschreiben lassen. Normalerweise reicht das. Darf ich fragen, ob sich da ein Problem ankündigt?"

Klein reagierte zurückhaltend. "Ich bin nur besorgt. Einige Leute - nicht nur in meiner Gruppe - könnten frustriert sein. Die Gehaltserhöhungen waren in diesem Jahr minimal. Wir stecken in einer angespannten Situation, das verstehen sie. Aber wenn sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können ..."

"Guter Punkt", warf Meier ein, "und wenn dieser Fall eintritt, sollten diese Kollegen vielleicht mit Lars Hemmer sprechen." Hemmer war Finanzchef von Lenz. "Soviel ich weiß, haben wir in einer Reihe von Fällen Leuten, die etwas klamm waren, einen Niedrigzinskredit vermittelt." Plötzlich war Klein froh, dass sie hereingeschaut hatte; das könnte vielleicht die Lösung sein.

Ausgabe 3/2020


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