Die bessere Führungskraft

Buchtipp:

Von Christina Kestel
Heft 10/2019

Steve Jobs hat riesige Fußstapfen hinterlassen: Ihm als CEO von Apple zu folgen war für Tim Cook eine Mammutaufgabe. Da war auf der einen Seite dieses kreative Genie Jobs, der laute, ruppige Produktmensch. Und auf der anderen Seite der zurückhaltende, superkluge Zahlenmensch Tim Cook aus Alabama, mit gutem Benehmen und exzellentem Geschäftssinn.

Als Cook 1998 zu Apple stieß, war es "die perfekte Kombination", befindet Autor Leander Kahney in der ersten Cook-Biografie. Es war auch das perfekte Timing, denn Apple stand kurz vor dem Bankrott. Cook hatte den Auftrag, das Chaos in Produktion und Vertrieb zu beseitigen - was ihm eindrucksvoll gelang. Apple steht nicht nur für hippe, stylishe Produkte, sondern auch für eine effiziente, flexible Lieferkette. Das ist Cooks Verdienst, er ist der wahre Architekt von Apple, dem weltweit ersten Billionen-Dollar-Unternehmen.

Cook ist nach Jobs' Tod im Jahr 2011 zwar in die CEO-Rolle geschlüpft, aber seine Fußstapfen zeigen, dass er einen anderen Weg eingeschlagen hat: Wollte Jobs noch mit Produkten einen "Abdruck im Universum" erschaffen, setzt sich Cook zum Ziel, "Dinge besser zu hinterlassen als vorgefunden" und Apple zu einer "Kraft, die Gutes bewirkt" zu formen. Heute ist Apple grüner, offener, wohltätiger, diverser, gerechter und wirtschaftlich erfolgreicher als zu Jobs' Zeiten.

Die Biografie liest sich eindrucksvoll; man gelangt zu dem Schluss: Cook ist auch ein Genie - als Führungskraft. Und die muss sich nach schlechten Nachrichten zum Jahresauftakt wieder gegen Untergangsfantasien behaupten. Keine leichte Aufgabe. Cook könnte es aber schaffen.

Diese und weitere Leseempfehlungen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Harvard Business Managers.

Buchtipp


Leander Kahney
Tim Cook - das Genie, das Apples Erfolgsstory fortschreibt
Plassen 2019, 352 Seiten, 24,99 Euro

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© Harvard Business Manager 10/2019
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