Besser nicht ignorieren

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Heft 8/2019
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Wenn wir bei der Arbeit mit einem Problem nicht weiterkommen, bitten wir oft Kollegen um Rat. Das kann allerdings nach hinten losgehen - sofern wir anschließend nicht alle Empfehlungen umsetzen, wie ein Team von Forscherinnen an der Harvard Business School in einer Studienreihe herausgefunden hat.

Danach sind Kollegen oder Mentoren, deren Ratschlag ignoriert wird, oft gekränkt und bestrafen die Ratsuchenden, indem sie sie schlechtmachen, sich von ihnen distanzieren und mitunter sogar den Kontakt abbrechen.

Besonders schlecht kam es bei den Ratgebern an, wenn nicht nur sie, sondern auch andere um ihre Meinung gebeten wurden. In diesem Fall bewerteten sie den Ratsuchenden als weniger kompetent und suchten sich lieber einen anderen Partner für die Zusammenarbeit. Tatsächlich gaben 58 Prozent der befragten Vollzeitbeschäftigten an, dass sie mehrere Leute um den gleichen Rat gebeten hatten - und 53 Prozent räumten ein, einige Empfehlungen ignoriert zu haben.

"Ratsuchenden könnte es helfen, ihre Ziele offenzulegen", schreiben die Autorinnen. "Wenn Sie klarmachen, warum Sie diesen Rat überhaupt benötigen (,ich will sondieren, welche Möglichkeiten mir offen stehen'), kann das die Diskussion in die richtige Richtung lenken und dafür sorgen, dass Ihr Gesprächspartner nicht zu viel von Ihren künftigen Handlungen erwartet."

Quelle: Hayley Blunden et al.: "Seeker beware: The interpersonal costs of ignoring advice", Organizational Behavior and Human Decision Processes, Januar 2019

Diese und weitere Meldungen zu aktuellen Studien und Trends finden Sie im aktuellen Harvard Business Manager.

Ausgabe 8/2019


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