Der Schlüssel zu neuen Ideen

Innovationen:

Von Vijay Govindarajan und Jatin Desai
8. November 2013

Die Schwierigkeit liegt darin, jedes Jahr eine neue Idee zu finden.
Corbis

Die Schwierigkeit liegt darin, jedes Jahr eine neue Idee zu finden.

Jede Innovation fußt auf neuen Ideen. In den vergangenen 20 Jahren haben wir etlichen weltbekannten Unternehmen dabei geholfen, ihre nächste "große Sache" zu finden. Schon zu Beginn unserer Zusammenarbeit stellte sich dann immer heraus, dass sie alle eine Menge guter Ideen haben. Gute Einfälle zu haben, ist niemals ein Problem - jedenfalls zu Anfang. Die Schwierigkeit liegt darin, immer wieder; Jahr für Jahr, auf radikal neue Ideen zu kommen.

In den Jahren 2008 und 2009 befragten wir weltweit mehr als 300 Manager. Sie waren vor allem mit der folgenden Frage beschäftigt: Wie können wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben, ohne über einen Innovationsmotor zu verfügen, der für steigende Gewinne sorgt?

Um das zu erreichen, braucht Ihr Unternehmen ein Verfahren, das ständig radikal neue Ideen generiert, so dass die Firma zu neuen Höhen aufsteigen, sowie neue Märkte und auch bislang ungeahnte Einnahmequellen erschließen kann.

In unserer heutigen, stark vernetzten Welt scheint es für Unternehmen immer schwieriger zu werden, mit radikal neuen Ideen aufzuwarten. Deshalb haben wir bei den von uns beratenen Unternehmen die besten Verfahren ausgesucht, die im Unternehmen und besonders von den Mitarbeitern, den Intrapreneuren, praktiziert werden. Hier also fünf Schlüsselqualifikationen, die Ihnen helfen werden, auf noch unerschlossenes Gebiet vorzudringen.

1. Fördern Sie die die kreative Unzufriedenheit.

Die besten Intrapreneure (Arbeitnehmer, die ihre Arbeit mit derselben Einstellung machen wie ein Unternehmer) geben sich mit dem Status quo nie zufrieden. In guten Zeiten, wenn der Umsatz stimmt, die Kunden zufrieden sind und jeder seine Vorgaben für das Quartal erfüllt, sind Intrapreneure immer noch nicht zufrieden. Sie brauchen die kreative Unzufriedenheit. Kreative Unzufriedenheit bedeutet nicht, dass man verärgert oder unglücklich ist, oder irgendwelche Gefühle in Bezug auf andere hat; es geht um das Unbehagen mit der eigenen, gegenwärtigen Einstellung. Ist ein Manager auf diese Weise unzufrieden, dann stellt er vieles in Frage und treibt sich selbst und andere an, gewagte neue Ideen zu entwickeln.

Für kreative Unzufriedenheit sorgt man am besten, indem man den Leuten Fragen stellt, die sie aufrütteln. Ungewohnte Fragen bringen andere dazu, sich außerhalb ihrer Wohlfühlzone zu bewegen und nach neuen Lösungen zu suchen - also Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würden.

Nehmen wir an, Sie arbeiten im Energiesektor. Sie könnten fragen: Gibt es risikoreiche Investitionsmöglichkeiten, die zwar mit großer Wahrscheinlichkeit fehlschlagen, im Erfolgsfall aber bedeutende technologische Sprünge wären? Oder: Wie können wir Beleuchtung und Klimaanlagen um 80 Prozent effizienter machen? Die Antworten auf solche Fragen findet man im Rahmen von bestehenden Unternehmensstrukturen nur schwer. Mit genau solchen Fragen aber zwingen Sie Ihre begabtesten Mitarbeiter, sich auf neue Gebiete vorzuwagen.

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