Wo verlieren Sie Vertrauen?

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Von Antonia Götsch
19. Mai 2020
Getty Images

Liebe Leserin, lieber Leser,

ihr Chef habe angeordnet, dass alle Mitarbeiter im Homeoffice durchgehend die Kamera laufen lassen, erzählte mir eine Freundin. Er könne ja sonst nicht sicherstellen, dass sein Team wirklich arbeite. Abseits aller arbeitsrechtlichen Probleme dieser Maßnahme, frage ich mich: Wie soll aus Misstrauen und Kontrolle eine Kultur entstehen, in der Mitarbeiter ihr Bestes geben?

Harvard-Professorin Frances Frei und Unternehmerin Anne Morriss beschreiben in der neuen Ausgabe des Harvard Business manager, warum so viele Führungskräfte daran scheitern, eine Vertrauensbeziehung zu ihren Mitarbeitern aufzubauen. Vertrauen beruht nach Studien der Autorinnen vor allem auf drei Faktoren: Authentizität, Logik und Empathie. Wenn Vertrauen verloren geht, liegt dies beinahe immer daran, dass einer dieser drei Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Haben Sie schon mal gehört, dass es Ihnen vorrangig um Ihre eigenen Interessen gehe? Neigen Sie dazu, Kollegen mit Ihrem Tempo und Ihren Visionen zu überfahren? Dann ist wahrscheinlich Empathie Ihr größter Schwachpunkt. Zweifeln Skeptiker hingegen an Ihrer Beurteilungskompetenz oder Fähigkeit, einen anspruchsvollen Plan umzusetzen, könnten Sie an Ihrer logischen Argumentation feilen, um für mehr Vertrauen zu sorgen. Beim Thema Authentizität fällt mir sofort ein ehemaliges Teammitglied ein. So viel Mühe er sich auch machte, andere Kollegen äußerten immer wieder, er sei nicht wirklich echt - und fassten nie echtes Vertrauen.

Die gute Nachricht: Anders als der Chef, der seine Mitarbeiter überwachen möchte, senden die meisten von uns bereits ein stabiles Muster von Vertrauenssignalen aus - sodass schon kleinere Verhaltensänderungen viel bewirken können. Überlegen Sie doch vor der nächsten wichtigen Sitzung, bei der Sie um Vertrauen werben müssen, worauf Sie besonders achten wollen. Setzen Sie Ihren Fokus bewusst auf Authentizität, Logik oder Empathie.

Wo liegt ihr Vertrauens-Wackelpunkt?

Herzliche Grüße, Antonia Götsch

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Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte von HBM-Chefredakteurin Antonia Götsch.
Ausgabe 6/2020


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