Warum Unternehmen in Ökostrom investieren sollten

Strategie:

Von Andrew Winston
20. März 2014
Unabhängig: Investitionen in Ökostrom rechnen sich für Unternehmen
DPA

Unabhängig: Investitionen in Ökostrom rechnen sich für Unternehmen

In Kürze: Tim Cook wurde auf der vergangenen Apple-Hauptversammlung - für seine Verhältnisse - regelrecht ausfallend. Ein Investor hatte gefordert, dass der Apple-CEO kein Geld mehr für Ökostromanlagen ausgeben soll. Cook entrüstete sich, dass er nicht alles dem Profit unterordnen werde. Wenn dem Investor das nicht passe, solle er doch seine Aktien verkaufen.

Es ist löblich, dass sich der größte Technologiekonzern der Welt für die Umwelt einsetzt. Doch darum geht es gar nicht, sagt Andrew Winston, der große Konzerne in Umweltfragen berät. Denn Apples Investitionen wirkten sich sehr wohl positiv auf die Rendite aus - auf das auf dreierlei Weise. Erstens: Indem der Konzern einen zunehmenden Anteil seiner Energie selbst produziert, wird er unabhängiger von Strompreisschwankungen - das macht die Kosten berechenbarer und vereinfacht die Geschäftsplanung, argumentiert Winston. Zweitens erhöht Cook die Resilienz des Unternehmens - also die Widerstandskraft gegenüber Störungen. Im veralteten Stromnetz der USA sind Blackouts gar nicht so selten. Ein Unternehmen, das eigene, dezentrale Netze betreibt, übersteht damit auch Stürme, Blizzards und andere Katastrophen, die andernorts schnell die Energieversorgung zusammenbrechen lassen. Drittens stärkt die Apple-Strategie die Marke. Viele Kunden gerade aus der Unternehmenswelt legen Wert auf verantwortungsvolle Unternehmensführung bei ihren Partnern. Für viele ist das gar die Voraussetzung für eine Geschäftsbeziehung. Umweltfreundlichkeit spielt dabei eine große Rolle.

Wer also Investitionen in Ökostrom per se als unwirtschaftlich verwirft, lässt sich Chancen auf höhere Profite entgehen, so Winston. Cook sollte daher bei der nächsten Diskussion die ökonomischen Vorteile der Ökostromproduktion herausstellen. Das überzeugt renditefixierte Investoren eher als der Verweis auf die gute Tat.

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