Soziale Sieger

Engagement:

21. Mai 2019
Carl Zeiss

Was haben die drei Nobelpreisträger Albert Einstein, Albert Schweitzer und Christiane Nüsslein-Volhard gemeinsam? Sie alle forschten mit Instrumenten von Carl Zeiss. Seit jeher gehört das Optikunternehmen, immerhin schon 1846 gegründet, zur Weltspitze. Wie kein anderes hat es in seiner Branche Meilensteine gesetzt: bei Innovation, wirtschaftlichem Erfolg - und durch sein gesellschaftliches Engagement. Carl Zeiss gehört einer Stiftung, die sich der Wissenschaftsförderung und der Wahrnehmung sozialer Verantwortung verschrieben hat. Und das auf Dauer: Sie darf, so sieht es ihr Statut vor, ihre Aktien nicht veräußern.

Geld verdienen und Gutes tun - bei Carl Zeiss gelingt das offenbar sehr gut. Der breiten Öffentlichkeit ist das nicht verborgen geblieben: Carl Zeiss ist nach Ansicht der Bevölkerung das Unternehmen, das in Deutschland am meisten zum Gemeinwohl beiträgt.

Das ist das Ergebnis einer Befragung von rund 12.000 Menschen durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa. Die Umfrage war Grundlage für den GemeinwohlAtlas Deutschland, ein Kooperationsprojekt zwischen der Handelshochschule Leipzig und dem Center for Leadership and Values in Society an der Universität St. Gallen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, wie groß der Beitrag der bekanntesten 137 Unternehmen und Institutionen in Deutschland zum Gemeinwohl ist. Die Studienautoren unterschieden dafür die Felder Lebensqualität, Zusammenhalt, Moral und Aufgabenerfüllung.

Gemeinnützige Organisationen wie die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz liegen naturgemäß an der Spitze. Das beste Unternehmen schaffte es auf Platz 30 - der erwähnte Optikhersteller mit Hauptsitz in Oberkochen in Baden-Württemberg.

Aus der Studie lassen sich eine Reihe von Erkenntnissen ziehen: dass Familienunternehmen wie Carl Zeiss besser abschneiden als Konzerne wie Bayer und Volkswagen, dass die Deutschen (81 Prozent) darüber besorgt sind, dass dem Gemeinwohl zu wenig Beachtung geschenkt wird, oder dass die meisten Befragten auf Gehalt verzichten würden (72 Prozent), um in einer Organisation zu arbeiten, die sich um die Gesellschaft verdient macht. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie auf der Website der Studie.

Was heißt das für die Manager und Führungskräfte? Messen sie Fairness und Anstand im Geschäftsleben zu wenig Wert bei? Und was lässt sich von den erfolgreichen Familienunternehmen lernen? Am Montag, 27. Mai, wird der Studienleiter Timo Meynhardt von der Handelshochschule Leipzig mit dem St. Galler Professor Peter Gomez, Hiltrud Werner, VW-Vorständin für Integrität und Recht, Hans Schlipat von der Personalberatung Rochus Mummert und Jan-Menko Grummer von der Wirtschaftsprüfung Ernst & Young darüber diskutieren - auf einer Veranstaltung des Harvard Business Managers in Hamburg.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung.

Zum Autor
Ingmar Höhmann ist Redakteur des Harvard Business Managers.
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