Wie mache ich Karriere?

Berufseinstieg:

30. Oktober 2019
DPA

Wer einen neuen Job sucht, hält meist in erster Linie nach spannenden Aufgaben und einem Unternehmen Ausschau, für das er oder sie gerne arbeiten möchte. Spätestens im Bewerbungsgespräch geht es dann aber schnell auch um Aufstiegsmöglichkeiten.

Studien zeigen, dass Bewerber neben der Vergütung und der Art der Tätigkeit bei der Jobsuche vor allem auch Wert auf mögliche Karriereschritte legen.

Das betrifft besonders Berufsanfängerinnen und -anfänger, schließlich will niemand ewig in dem Job arbeiten, den man nach der Ausbildung oder dem Studium als erstes angenommen hat. Aber wie mache ich Karriere? Was sind Zwischenschritte bis zu meinem Traumjob? Und wie zeige ich, dass ich mehr drauf habe, als das, was ich gerade mache?

Wir haben drei Personalprofis gefragt: Wie mache ich Karriere?

Diese drei kennen sich mit Chefinnen und Chefs aus
    Karin Lausch ist Beraterin für Führungskräfte- und Organisationsentwicklung.
  • Thomas Egenter ist als Vice President Human Resources beim Armaturenhersteller Hansgrohe für 4700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig.
  • Armin Trost ist Professor für Industrial and Organizational Psychology und Human Resource Management an der Business School der Hochschule Furtwangen.

Das sagt Karin Lausch:

"Heute weiß man, Menschen sind dann besonders gut und erfolgreich in dem was sie tun, wenn es das ist, was sie wirklich wollen. Du wirst also dann am wahrscheinlichsten Karriere machen, wenn du etwas tust, das dir liegt und Freude macht. Das gilt es erst einmal zu finden.

Aber keine Sorge, das musst du nicht sofort. In der Regel finden wir unsere Berufung erst über Umwege. Es ist leichter, erst zu erfahren, was man nicht will, als die Frage zu beantworten, was man will.

Starte im Beruf also mit dem, wozu du Lust hast. Du wirst irgendwann merken, was du nicht willst und daraus mehr und mehr ableiten, was du willst. Dann brauchst du eigentlich nur noch den Mut, diese Richtung auch einzuschlagen. Es lohnt sich!"

Das sagt Thomas Egenter:

Andreas Pohlmann

"Karriereplanung fällt sehr individuell aus. Jeder muss für sich persönlich definieren, was 'Karriere machen' für ihn bedeutet. Möchte ich eine Abteilung führen? Möchte ich mich lieber in meinem Fachgebiet zum Spezialisten weiterentwickeln? Oder liegt mir besonders das Projektmanagement?

Man muss seine eigenen Stärken erkennen, Interessen und Neigungen definieren und wissen, was im Beruf Spaß macht. Danach ist es wichtig, sich Ziele zu setzen.

Man muss aber auch flexibel sein und Chancen wahrnehmen, die auf einen zukommen und die man selbst gar nicht bedacht hatte. Es braucht Leistungs- und Lernbereitschaft sowie Offenheit. Wer sich für eine Karriere mit Führungsverantwortung entscheidet, muss mit Menschen umgehen können.

Das heißt: gleichzeitig effizient und flexibel sein, ein Team motivieren und alle gemeinsam mit ihren individuellen Fähigkeiten zu Höchstleistungen anleiten können. Dies sind entscheidende Faktoren für das eigene Vorwärtskommen und den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens."

Das sagt Armin Trost:

"Junge Menschen haben häufig eine sehr diffuse oder stereotype Vorstellung davon, was Karriere überhaupt bedeutet. Viele verbinden mit einer erfolgreichen Karriere ein möglichst hohes Gehalt oder Verantwortung über ein großes Team, was mit einer möglichst hohen Position innerhalb einer Hierarchie einhergeht. Diese Vorstellung wandelt sich im Laufe des Lebens und man gewinnt einen neuen, reiferen Blick auf die Dinge.

Eine hohe Position in einem Konzern erscheint dann nicht mehr unbedingt erstrebenswert, weil man dafür einen extrem hohen Preis zu zahlen hat, etwa wenig Zeit für Freunde oder die Familie.

Ich denke, man hat dann erfolgreich Karriere gemacht, wenn man es geschafft hat, für andere Menschen in herausragender Weise nützlich zu sein und man dabei etwas tut, was man wirklich sehr gut kann.

Leider gibt es kein Rezept, um sagen zu können, wie man da hinkommt. Ich betrachte es als eine der zentralen und zugleich schwierigen Lebensfragen, dies für sich herauszufinden. Gerade in jungen Jahren ist man selten in der Lage, die Antwort auf diese Frage zu kennen. Man darf daher nie müde werden, sich mit sich selbst und seiner Umwelt reflektiert auseinanderzusetzen. Dabei hilft es, ein starkes Netzwerk aufzubauen und sich mutig in möglichst unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren."

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