Bringt die Kinder mit ins Büro

Unternehmenskultur:

Von Sabrina Parsons
5. Mai 2014
Corbis

Ich leite ein wachstumsstarkes Hightech-Unternehmen. Außerdem bin ich Mutter von drei Söhnen im Alter von neun, sieben und vier Jahren und stolz auf die wichtige Rolle, die ich in ihrem Leben spiele. Ich bin es nun schon seit zehn Jahren gewöhnt, zwischen Kindern und Karriere hin und her zu jonglieren. Arbeit und Privatleben kann ich nicht voneinander trennen, denn ich habe festgestellt, dass das für mich zu stressig ist und mich zu sehr unter Druck setzt. Stattdessen integriere ich diese beiden Lebensbereiche einfach ineinander: Je nach Bedarf nehme ich meine Kinder mit zur Arbeit oder meine Arbeit mit nach Hause. Und das funktioniert für mich und Palo Alto Software bisher so gut, dass es zu einem festen Bestandteil unserer Unternehmenskultur geworden ist.

Natürlich bringen meine Kollegen und ich unsere Kinder nicht jeden Tag mit ins Büro. Wir nutzen diese Freiheit, die ich mir und meinen Mitarbeitern einräume, auch nicht als Ersatz für eine Kinderbetreuung. Aber wenn das Kindermädchen mal einen Nachmittag frei hat, plötzlich Unterrichtsstunden ausfallen oder ein Kind gesundheitlich angeschlagen ist, sind uns die Sprösslinge unserer Mitarbeiter stets willkommen und dürfen gerne einen Tag im Büro verbringen. Wir haben sogar ein Zimmer, das speziell für Kinder eingerichtet ist. Dort können sie fernsehen, spielen, an Kunstprojekten arbeiten, lesen oder Hausaufgaben machen.

Meine Mitarbeiter sind auch nicht durch streng reglementierte Arbeitszeiten belastet. Wenn Eltern während der "normalen" Arbeitszeit bei ihren Kindern sein müssen (egal, warum), haben wir dafür Verständnis und unterstützen sie dabei. Denn uns geht es nicht darum, wie viele Stunden jemand im Büro sitzt, sondern um Resultate und das Erreichen von Zielen; also geben wir unseren Mitarbeitern die Freiheit, ihre Arbeit zu erledigen, wo und wie sie möchten.

Bei dem Konkurrenzkampf der Firmen um Spitzentalente spielen die Unternehmenskultur und die Vergünstigungen, die eine Firma ihren Arbeitskräften gewährt, eine wichtige Rolle. Wir haben alle schon von den kuriosen Extras gehört, die manche Silicon Valley-Firmen ihren Mitarbeitern bieten: beispielsweise Frisörläden, Kaffeewagen, Spielzimmer und kostenlose chemische Reinigungen auf dem Firmengelände. Und natürlich bekommen sie auch die neuesten technischen Spielereien als Giveaway zum Arbeitsantritt. Ein COO eines wachstumsstarken Silicon Valley-Unternehmens erklärte mir einmal: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mir in meinem neuen Job so viele Gedanken darüber machen muss, wo man die besten Burritos für die Firmencafeteria auftreibt, damit die Mitarbeiter nicht gleich zur nächsten Internetfirma abwandern."

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