Neun effektive Strategien gegen Stress

18. März 2013

2. Teil: Stresssituationen

4. Investieren Sie fünf (oder zehn) Minuten täglich in etwas, was Sie wirklich interessant finden

Wenn Sie den Motor Ihres Autos so umbauen könnten, dass Sie nach einer 100 Kilometer langen Fahrt mehr Treibstoff im Tank haben als zuvor, würden Sie das tun, oder? Natürlich gibt es so etwas nicht. Aber Sie können etwas für sich selbst tun, das den gleichen Effekt hat. Machen Sie etwas, das Sie wirklich interessiert. Es spielt keine Rolle, was das ist. Studien zeigen, dass echtes Interesse Sie nicht nur weiter machen lässt trotz Müdigkeit - es füllt Ihre Energiespeicher sogar auf. Diese Energie können Sie auf das übertragen, was auch immer Sie danach tun.

Behalten Sie diese beiden Punkte im Kopf: Erstens ist Interesse nicht gleichbedeutend mit Befriedigung, Spaß oder Ausspannen (obwohl sich das nicht ausschließt). Eine Mittagspause mag entspannend sein. Aber wenn Sie nicht gerade in dem neuen, angesagten Restaurant mit Molekular-Küche essen, wird diese Erfahrung vielleicht nicht unbedingt interessant sein. Deshalb werden Sie so kaum neue Energie tanken.

Zweitens: Dass Sie etwas interessant finden, heißt nicht, dass die Aktivität Ihnen nichts abverlangen darf. Die selben Studien zeigen, dass der Effekt auch bei Aufgaben auftrat, die schwierig und anstrengend waren.

5. Ergänzen Sie auf Ihrer to-do-Liste "Wo" und "Wann"

Haben Sie eine to-do-Liste? Dann haben Sie es bestimmt schon erlebt, dass ein Tag oder sogar eine Woche vorüberzieht, ohne dass Sie auch nur einen Punkt auf Ihrer Liste abhaken konnten. Das erzeugt Stress. Sie müssen einen Weg finden, die Dinge rechtzeitig zu erledigen, die Sie sich vorgenommen haben. Dafür brauchen Sie einen "Wenn-Dann-Plan".

Rund 200 Studien über die unterschiedlichsten Beispiele (sei es Ernährung, Training oder Verhandlungen) belegen, dass Ihre Erfolgschancen sich verdoppeln oder sogar verdreifachen, wenn Sie im Voraus entscheiden, wann und wo Sie die Aufgabe erledigen werden.

Planen Sie dies für alle Aufgaben mit ein. Der Eintrag " Michael anrufen" wird dann zu "Wenn Dienstag die Mittagspause vorüber ist, dann rufe ich Michael vom Büro aus an". Sobald Sie eine solche Planung für Ihren Anruf gemacht haben, wird Ihr Unterbewusstsein beobachten, wann die "Wenn"-Situation eingetreten ist. Das ermöglicht Ihnen, den kritischen Moment zu nutzen und den Anruf zu tätigen, auch wenn Sie gerade eigentlich mit etwas anderem beschäftigt sind. Es gibt nichts besseres, als Dinge auf der to-do-Liste zu streichen, um Ihren Stress zu reduzieren.

6. Nutzen Sie "Wenn-Dann"-Sätze als Selbstbestärkung.

Eine andere Strategie besteht darin, solche Pläne für Stresssituationen zu nutzen. Studien zeigen, dass "Wenn-Dann-Pläne" helfen können, unsere Emotionen in Situationen unter Kontrolle zu behalten, in denen wir Angst, Trauer, Selbstzweifel oder einfach Widerwillen spüren. Überlegen Sie, welche Reaktion Sie anstelle von Stressgefühlen haben wollen. Dann sollten Sie einen Plan entwerfen, der Ihre gewünschte Reaktion mit Situationen verbindet, die normalerweise Ihren Blutdruck in die Höhe treiben. Ein Beispiel: "Wenn eine Abgabefrist näherkommt, werde ich einen kühlen Kopf bewahren."

7. Betrachten Sie Ihre Arbeit unter dem Aspekt des Fortschritts - nicht der Perfektion

Wir gehen alle unsere Ziele mit einer von zwei Denkweisen an: Bei der "Sei-gut-Denkweise" liegt der Fokus darauf zu beweisen, dass Sie über eine Reihe von Fähigkeiten verfügen und wissen, was Sie tun. Bei der "Werde-besser-Denkweise" liegt der Schwerpunkt darauf, Ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Neues zu lernen.

Wenn Sie eine "Sei-gut-Denkweise" haben, erwarten Sie, alles mögliche aus dem Stand heraus perfekt erledigen zu können. Dabei vergleichen Sie sich ständig (oft auch unbewußt) mit anderen Menschen. Sie zweifeln schnell an Ihren Fähigkeiten, wenn Dinge einmal nicht so glatt laufen. Dies erzeugt Stress und Unsicherheit. Mit den Zweifeln an Ihren Fähigkeiten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich scheitern werden.

Die "Werde-besser-Denkweise" dagegen führt zu einem Selbstvergleich und der Konzentration darauf, Fortschritte zu erzielen. Wie gut ist Ihre Leistung heute im Vergleich zu gestern? Im Vergleich mit letztem Monat, oder letztem Jahr? Wenn Sie über die Dinge, die Sie tun, im Kontext von Lernen und Verbesserung nachdenken und akzeptieren, dass Sie bei diesem Prozess notwendigerweise auch Fehler machen, werden Sie viel weniger Stress spüren.

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