Das Ende des klassischen Marketings

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Von Bill Lee
8. Oktober 2012

Das traditionelle Marketing - dazu gehören Werbung, Public Relations, Markenbildung und Unternehmenskommunikation - hat ausgedient. Viele Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten, sind sich nicht im Klaren, dass sie mit einem veralteten Paradigma arbeiten. Aber genau das tun sie.

Klassische Plakatwerbung: Ergibt diese Form des Marketings noch Sinn?
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Klassische Plakatwerbung: Ergibt diese Form des Marketings noch Sinn?

Die Beweislage ist erdrückend: Konsumenten bringen kaum noch Aufmerksamkeit auf. Verschiedene Studien haben ergeben, dass bei der Entscheidungsfindung der Konsumenten "die traditionellen Instrumente des Marketings nicht mehr relevant sind". Käufer wählen Produkte und Dienstleistungen heute auf ihre eigene Art und Weise aus, oft durch das Internet. Oftmals informieren sie sich durch Bekannte oder durch Rezensionen anderer Kunden.

Zweitens: Die CEOs haben die Geduld verloren. In einer vernichtenden Studie aus dem vergangenen Jahr unter 600 CEOs und Entscheidungsträgern durch die Londoner Fournaise Marketing Group beklagten 73 Prozent der Befragten, dass es den Marketingverantwortlichen in ihren Unternehmen an Glaubwürdigkeit mangele. Sie seien nicht in der Lage, in ausreichender Weise zum Umsatzwachstum beizutragen. Fast genauso viele sagten: Sie seien es leid, nach Geld gefragt zu werden, ohne dass klar sei, wie diese Mittel zusätzliches Geschäft bringen könnten. 77 Prozent möchten von dem Gerede über Markenkapital nichts mehr hören, das weder in einen Zusammenhang mit dem Unternehmens-Kapital gebracht noch mit irgendeiner anderen anerkannten Größe gemessen werden kann.

Drittens: In unserer heutigen, immer stärker von sozialen Netzwerken beeinflussten Welt funktionieren traditionelles Marketing und Vertrieb nicht nur nicht mehr - sie ergeben auch keinen Sinn. Denken Sie einmal darüber nach: Ein Unternehmen stellt Leute ein - Mitarbeiter, Agenturen, Berater, Partner -, die nicht aus der Welt der Konsumenten kommen und deren Interessen und Vorlieben nicht notwendigerweise mit denen der Kunden übereinstimmen. Dann erwarten die Unternehmen, dass genau diese Leute die Käufer überreden, ihr sauer verdientes Geld für etwas auszugeben. Wie soll das funktionieren? Wenn Sie versuchen, klassisches Marketing-Denken in die Welt von Social Media zu übertragen, funktioniert das einfach nicht. Denken Sie zum Beispiel an Facebook, das in einer schier endlosen Debatte steckt, ob Marketing auf dem sozialen Netzwerk nun Umsätze erhöhen kann oder nicht.

Wobei dieser letzte Fakt ein wenig auf die falsche Spur lockt: Denn das traditionelle Marketing funktioniert in keinem Bereich mehr richtig.

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