Die unterschätzten Zuwanderer

31. Januar 2012

2. Teil: Mutig und entschlossen

2. Neue Märkte. Migranten können auf zwei Weisen helfen, neue Zielgruppen zu erschließen. Erstens sind größere Gruppen von Einwanderern in Deutschland ein interessanter Markt. Haben Sie sich zum Beispiel schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sie Halal-Produkte fertigen können? In Frankreich erzielten Unternehmen 2009 mit islam-konformen Produkten 5,5 Milliarden Euro Umsatz. Mehr als mit Bio-Waren! Der zweite interessante Markt sind die Herkunftsländer der Migranten. Wenn Sie im boomenden türkischen Markt Fuß fassen wollen, liegt es nahe einen Kollegen zu engagieren, der die kulturellen Gepflogenheiten in Deutschland und der Türkei versteht.

3. Neue Arbeitsmoral. Das Vorurteil vom faulen Immigranten, der zu uns kommt um Sozialhilfe zu beziehen, stimmt schlichtweg nicht. Laut einer Studie des britischen Innenministeriums arbeiten Einwanderer härter, sind besser ausgebildet und zahlen höhere Steuern als der durchschnittliche Engländer. Das ist eigentlich nicht überraschend. Familie und Freunde zu verlassen ist keine leichte Entscheidung. Es verlangt Mut und Entschlossenheit. In der Sprache der Statistiker sind Migranten eine sogenannte 'self-selected group', also eine Personengruppe, die bereit ist persönliche Risiken einzugehen um ihr Einkommen zu verbessern. Dies sind attraktive Eigenschaften für Arbeitgeber.

Um künftig die besten Mitarbeiter zu finden und an ein Unternehmen zu binden brauchen Unternehmen eine Palette an Maßnahmen. Sie sollten aber auch an jenen Orten nach Talenten suchen, die oft vergessen werden.

Nutzen Sie das Potenzial der Zuwanderer? Was sind ihre Erfahrungen mit Kollegen und Untergebenen mit Migrationshintergrund? Disktutieren Sie mit!

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Kommentare
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Stephan Klaschka 31.01.2012

US-Unternehmen bauen auf Employee Engagement
Die USA sind bekanntlich seit jeher ein "Melting Pot" - kein Wunder, dass auch US-Unternehmen diese Mitarbeiter-"Diversity" nutzen moechten, da die Bevorzugung oder Benachteiligung von Mitarbeitergruppen den Innovationsmotor zum Stottern bringt. Ein pragmatischer und erfolgreicher Ansatz besteht darin, freiwillige Mitarbeitergruppen zu gruenden, in der sich Einzelne profilieren koennen - nur die Leistung zaehlt. Hier etwas mehr Einsicht zu Business Resource Groups (BRG)/Employee Resource Groups (ERG) im OrgChanger.com blog - vielleicht ist das auch ein Modell fuer Deutschland? 1. "Build ERGs as an innovative business resource" (http://orgchanger.com/2010/10/13/build-ergs-as-an-innovative-business-resource/) 2. "Starting an ERG as a strategic innovation engine! (part 3 of 3)" (http://orgchanger.com/2011/03/01/starting-an-erg-as-a-strategic-innovation-engine-part-3-of-3/) - Bei Fragen bitte melden!

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