Die Weihnachtsrituale der Topmanager

7. Dezember 2011

2. Teil: Typische Fallen

Unpersönliche Ritualautomatismen wirken sich dagegen negativ aus. Dazu gehören etwa Standard E-Mails an große Verteiler. Wenn die Spamfilter sie nicht ohnehin abfangen, wirken sie sehr negativ zurück auf den Absender. Aufwändiger, aber ebenso lästig: Wenn ein Geschäftspartner von der ABC AG sechs identische Kalender als Geschenk erhält, jeder mit einer Standard-Weihnachtskarte versehen, mit unleserlich gekritzelter Unterschrift. Er kann sich nicht einmal bedanken, da er die Absender nicht identifizieren kann.

Bitten oder gar Werbematerial per persönlicher Weihnachtspost schwächen Beziehungen: . "…wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie schöne Weihnachtsfeiertage und würde mich freuen, wenn ich Sie im Januar einmal wegen unseres Projektes anrufen darf." So bitte nicht!

E-Mail und SMS verbieten sich von selbst. Die Wahl des Mediums ist sehr wichtig. da zum Weihnachtsritual die Haptik gehört, die sich gerade vom Alltag abhebt. Die geschenkte Aufmerksamkeit braucht nicht nur den besonderen, wertschätzenden Inhalt, sondern auch eine besondere Form. Telefonanrufe zu Weihnachten (wie an Geburtstagen) belästigen Geschäftspartner, denn die Angerufenen können in dieser mit privaten Freuden und Pflichten ausgefüllten Situation nicht selbst entscheiden, wann sie die geschenkte Aufmerksamkeit annehmen und wann sie reagieren möchten. Das ist äußerst unsensibel, die Beziehung kriselt. Handgeschriebene Karten sind auch deshalb so ideal!

Verweigerung, im Sinne von "Ich schreibe, wann ich will ...", ist ebenfalls ein Fehler. Das sagen mit Vorliebe die Personen, die nur in der Fantasie einer fernen Zukunft eventuell einmal Karten schreiben würden.

Wer sich hier und heute die Zeit dafür nimmt, wird reich belohnt. Persönliche Karten zu Weihnachten und zur Jahreswende werden von ihren international erfolgreichen Adressaten gern gelesen, im Büro ausgestellt, eine Weile aufbewahrt, hergezeigt und angeschaut. Sie versetzen in eine versöhnliche, verbundene, gut gelaunte, großzügige Stimmung. Sie fühlen sich zugehörig. Was erwarten Sie mehr von Ihrer Community? Also schreiben Sie!

Wie halten Sie es mit den Weihnachtsritualen? Diskutieren Sie mit!

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