So überzeugen Sie in Bewerbungsgesprächen

Personal:

Von John Lees
18. November 2011

Ob Sie eine Stelle im mittleren Management antreten oder der neue Präsidentschaftskandidat sind: Die ersten drei Monate in Ihrem neuen Job sind entscheidend. Dennoch machen viele Kandidaten vor einem Bewerbungsgespräch den Fehler zu glauben, dass ihr Gegenüber sie vor allem nach Ihrer Vergangenheit fragen wird - und nicht nach Plänen, sollten sie eingestellt werden.

Bewerbungsgespräch: Gute Vorbereitung ist alles
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Bewerbungsgespräch: Gute Vorbereitung ist alles

Neuankömmlinge müssen ihre Vorgesetzten beeindrucken, ihre Kollegen und ihre Mitarbeiter. Und das in kürzerer Zeit als manche von uns brauchen, um ein Meeting zu organisieren. Wenn Sie also im Bewerbungsgespräch sitzen, sollten Sie eine Antwort auf diese Frage haben: "Was möchten Sie in den ersten drei Monaten bei uns erreichen?"

Zunächst einmal sollten Sie diese Frage - wie alle Fragen in einem Vorstellungsgespräch - als eine Art Vorsprechen in einem Theater verstehen. Stellen Sie sich vor, dass ihre Gesprächspartner einen Film vor deren geistigen Auge sehen, in dem Sie mit Ihren neuen Kollegen arbeiten, Ihrem Vorgesetzen Bericht erstatten, mit Kunden oder Anteilseignern sprechen.

Zweitens sollten Sie sich vor Extremen hüten. Ein schlauer Kandidat weiß, dass er vorsichtig sein sollte mit Verbesserungsvorschlägen. Auf der anderen Seite führt das oft zu langweiliger Übervorsicht: "Ich würde gar nichts verändern, bis ich mich gründlich eingearbeitet und ich mich mit meinen Kollegen beraten habe." Diese Antwort ist nicht nur vorhersehbar, sondern auch ein bisschen zu bieder für die meisten Jobs.

Am anderen Ende des Spektrums ist der Kandidat, der seinen Gesprächspartnern jeden einzelnen Fehler des Unternehmen unter die Nase reibt und verspricht, alles sofort umzukrempeln. Das schreckt ab. Andere Kandidaten versprechen das Blaue vom Himmel und können das niemals halten. Oder sie haben naive Vorstellungen darüber, was überhaupt möglich ist.

Die besten Antworten liegen in der goldenen Mitte. Sie könnten zum Beispiel sagen: "Natürlich werde ich zuhören und lernen, aber ich will die Dinge auch in die Hand nehmen." Es ist unklug, sich zu harsch zu äußern über einzelne Punkte. Schließlich könnte das, was Sie da in Grund und Boden reden, das Lieblingsprojekt eines Ihrer Gesprächspartner sein. Sagen Sie lieber so etwas wie: "Ich würde es mit diesem Ansatz versuchen…", oder "Das hier habe bei früheren Gelegenheiten getan. Ich denke, das wäre hilfreich." Versuchen Sie, Veränderungen als Vorschläge zu präsentieren, die offen zur Debatte stehen. Was Sie vorstellen, sollte der Beginn einer Strategie sein - nicht der fertige Plan in allen Einzelheiten. Weisen Sie auf unmittelbare, leicht zu erzielende Vorteile hin - Resultate, die sich schnell erreichen lassen, ohne jemandem auf den Fuß zu treten.

Schließlich sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie sich präsentieren. Nachhaltiger Erfolg wird oft von Ihrer Sichtbarkeit in den ersten drei Monaten abhängen. Ihr Gesprächpartner will wissen, wie Sie in Ihrer neuen Rolle aussehen werden und was Sie bewirken können.

Zu viele Kandidaten konzentrieren sich auf das Inhaltliche. Dabei vergessen sie, dass ihre Gesprächspartner vor allem herauszufinden versuchen, ob Sie der Aufgabe gewachsen sind. Beantworten Sie diese grundlegende Frage anhand der folgenden, einfachen drei Punkte:

  1. Analysieren Sie gründlich: Sagen Sie in wenigen Worten, was Sie sehen und verstehen. Je mehr sich Ihre Ausführungen anhören, als ob Sie einen guten Überblick besitzen, desto besser.
  2. Stellen Sie Verbindungen her: Bringen Sie Perspektiven und Ideen von außerhalb des Unternehmens ein, genauso wie Ihre eigene Erfahrung.
  3. Schlagen Sie etwas vor: Setzen Sie auf klare Empfehlungen, aber mit der nötigen Vorsicht. Betonen Sie, dass Sie mehr Informationen benötigen, bevor Sie Ihre Ideen in die Tat umsetzen können.

Direkt oder indirekt sind die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch Variationen der 90-Tage-Frage. Bringen Sie das nötige Rüstzeug mit? Passen Sie ins Team? Werden Sie etwas bewegen?

Wie verhalten Sie sich in Vorstellungsgesprächen? Und welche Kandidaten würden Sie selbst im Gespräch bevorzugen? Diskutieren Sie mit.

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