Mentale Hürden überspringen

Blog :

Von Michael Hengl und David Rohrmann
24. August 2011

Der FC Barcelona, die Klitschko-Brüder und Magdalena Neuner haben vor allem eines gemeinsam: sie stehen für konstante herausragende Spitzenleistungen. Als Team oder Einzelakteure gehören alle in ihrem Feld zur Weltklasse. Sie sind nicht nur erfolgreiche Sportler, sondern auch regelmäßig auf Motivations- und Teambuilding-Workshops anwesend. Allerdings sind sie dort nicht als Teilnehmer, sondern als großflächige Powerpoint-Figuren zu Gast. Als Idole für Exzellenz, Vorbilder für Leistung und Inbegriffe des Siegeswillens. Spitzensportler sind dankbare Verkörperungen von Ruhm und Erfolg für Trainer, Coaches und Führungskräfte.

Hürde: Führungskräfte müssen analog zur körperlichen Kondition von Spitzensportlern eine mentale Kondition entwickeln, wenn sie erfolgreich sein wollen
Corbis

Hürde: Führungskräfte müssen analog zur körperlichen Kondition von Spitzensportlern eine mentale Kondition entwickeln, wenn sie erfolgreich sein wollen

Im Management wird Hochleistungssport fast inflationär als Metapher für Unternehmens- oder Teamleistung herangezogen. Daran ist so ziemlich jede Vorstellung davon falsch und mutiert schnell zu Propaganda. Würde wenigstens nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin klar und vor allem ehrlich adressiert werden, wäre es ja noch akzeptabel. Aber das ist leider nicht der Fall.

Unter dem Begriff Hochleistungssport versteht man eine Sportart, die mit dem ausdrücklichen Ziel betrieben wird, Spitzenleistungen im internationalen Maßstab zu erzielen. An der Spitze dieses Wettkampfsystems stehen Weltmeisterschaften und Weltcup-Serien, sowie in vielen Sportarten die Olympischen Spiele. Die Übertragung der Leistungssport-Logik auf den Unternehmensalltag hinkt in der Regel daran, dass für viele Organisationen wie beispielsweise Staat, Stiftungen oder Nichtregierungsorganisationen irrelevant ist und dass jeder Erfolg von hartem Grundlagentraining und nicht von Fotos der Siegerehrung abhängt.

Training der Grundfähigkeiten

Unternehmen, für die Spitzenleistung aufgrund ihrer Markt- und Wettbewerbssituation tatsächlich erfolgsrelevant ist, bleibt zu raten, sich das ganze Bild, den ganzen Kontext einer Situation gründlich anzuschauen. Große Erfolge sind im Sport erst möglich, wenn die beste Technik mit der besten Kondition zusammenkommt. Neben zahlreichen Einflussgrößen wie Taktik, Koordinationsfähigkeit oder konstitutionelle Unterschiede ist Kondition für Sportler die erfolgskritische Grundlage, ohne die gar keine internationale Hochleistung möglich ist. Körperliche Kondition wird von Sportmedizinern in der allgemeinen Trainingslehre als Produkt der vier Grundfähigkeiten zurückgeführt: Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Gelenkigkeit.

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