Die Weisheit der Vielen für eine bessere Welt

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Von Johann Füller
28. April 2011

Immer mehr Menschen stellen das uneingeschränkte Streben nach Geld und Wachstum in Frage. Die Bankenkrise hat bereits die Fundamente des puren Kapitalismus schwer erschüttert. Doch spätestens seit der Nuklearkatastrophe in Fukushima fordert die Mehrheit der Bürger, klassische Wirtschaftsprinzipien radikal zu überdenken. Weg vom Immer Mehr hin zu einem nachhaltigen Wachstum und einer stabilen Gesellschaft.

Schon jetzt existieren Instrumente, das Wissen unzähliger Menschen zu nutzen und damit grundlegende gesellschaftliche Probleme lösen zu helfen. Eine neue Klasse von Entrepreneuren, die "sozialen Unternehmer", wird dabei künftig ein Schlüsselrolle übernehmen.
Corbis

Schon jetzt existieren Instrumente, das Wissen unzähliger Menschen zu nutzen und damit grundlegende gesellschaftliche Probleme lösen zu helfen. Eine neue Klasse von Entrepreneuren, die "sozialen Unternehmer", wird dabei künftig ein Schlüsselrolle übernehmen.

Damit wird das Thema der sozialen Innovation brisanter denn je - also Ideen, die die Gesellschaft verbessern sowie soziale und ökologische Probleme lösen sollen.

Schon heute wollen viele Vertreter kreativer Eliten wie etwa die Schauspielerin Angelina Jolie, Microsoft-Gründer Bill Gates und der Sänger Bono der Rockband U2 die Gesellschaft mit ihrem Wissen, ihren Ideen und ihren Lösungen voranbringen. Aber auch immer mehr "normale" Menschen möchten mit möglichst intelligenten Lösungen das Gemeinwesen nachhaltig verbessern und für Einklang mit der Umwelt sorgen. Es geht dabei um essentielle Probleme unserer Gesellschaft wie Überalterung, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Armut und Ressourcenverknappung.

Kann es sein, dass den sozial engagierten Berühmtheiten und der Masse unbekannter, aber kreativer Weltverbesserern das gelingt, woran Regierungen, führende wissenschaftliche Institute, Unternehmen und Vereinigungen wie etwa der "Club of Rome" jahrzehntelang scheitern? Handelt es sich dabei eher um die Selbstverwirklichung von Vermögenden und Kreativen, die sich gerne mit ihrem sozialen Engagement schmücken? Oder sind es nur naive Idealisten?

Ich bin überzeugt, dass diese Menschen einen entscheidenden Beitrag leisten können, um drängende gesellschaftliche Probleme zu lösen. Denn heute stehen die Instrumente zur Verfügung, um die Weisheit der Vielen anzuzapfen, Engagement einzelner Personen und Gruppen zu bündeln sowie Idee, Ansätze, Lösungen aus einem Bereich auf gänzlich andere zu übertragen. Die moderne Innovations- und Produktentwicklung liefern dazu mit Methoden wie Crowd Sourcing, Co-Creation oder Open Innovation die Werkzeuge. Und eine neue Klasse von Entrepreneuren, die "sozialen Unternehmer", werden dabei ein Schlüsselrolle übernehmen.

Das ist alles längst keine graue Theorie mehr, sondern es gibt bereits zahlreiche vielversprechende Initiativen. Allerdings, auch das sei gesagt, nutzen bisher die klassischen Hilfsorganisationen und der Staat diese Ansätze noch viel zu selten.

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