Mehr Produktivität auf den Chefetagen

10. November 2010

2. Teil: Lesermeinungen

Kommentar 3

Web 2.0 kann den Entscheidungsprozess und die Teamarbeit extrem verbessern und beschleunigen. Die Infrastuktur ist vorhanden, ob extern (Social Media) oder intern durch Intranet eines Unternehmens. Heute geht es darum, diese Medien effektiv zu nutzen, und hier tun sich viele Unternehmen sehr schwer.

Erik


Kommentar 2

Ein sehr interessanter Beitrag, dessen Thesen ich in vielen Bereichen nur unterstreichen kann. Der gemeine Manager lebt in der E-Mail-Inbox, in Excel-Tabellen, unzähligen Slides, in Telefonkonferenzen, Meetings und auf seinem Blackberrry. Dies sind sicher einerseits festgefahrene Arbeitsweisen und Rituale. Doch jenseits dessen dürfen wir auch Verhaltensweisen nicht ignorieren, die dahinter stehen: Bewahren von Herrschaftswissen, Schutz der eigenen Machtstellung, Division und Abteilung. Die Mehrzahl der Manager hat sicher den Eindruck, dass die Tabelle und Präsentation im persönlichen Posteingang in jeder Weise sicherer geschützt ist als die entsprechende Information im Blog und in der gemeinsam genutzten Dateibibliothek.

Bei modernen Enterprise-2.0-Arbeitsweisen geht es nicht primär um Technologien. Es geht vor allem auch um Umdenken, sich und seine Informationen öffnen und diese kollaborativ im Team zu teilen, wo sinnvoll weiter zu entwickeln und zu diskutieren. Die entsprechenden Sicherheitsmechanismen, um Informationen und Diskussionen der Chefetage in geschützter Umgebung zu teilen und zu diskutieren, sind da. Doch es muss auch der Wille existieren, miteinander zu teilen und zu reden, zusammen zu arbeiten - und das auf der Management-Etage, als generelle Kultur im Unternehmen und künftig sogar in der Kommunikation mit den Kunden über soziale Medien. Der Chef 2.0 ist aus meiner Sicht in hohem Maße ein Kommunikator, ein Dirigent, der die Solisten in sein Orchester einbindet, das beste aus ihnen herauskitzelt, um ein grandioses Konzert abzuliefern, zu dem seine Zuhörer, die Kunden und Investoren, frenetischen Applaus spenden.

Enterprise 2.0 bedeutet nicht sozialistische Gleichschalterei und Abwesenheit von Hierarchien und Entscheidungen. Enterprise 2.0 bedeutet Entscheidungen anders treffen, Informationen intelligenter erfassen, moderne Social und Business Analytics-Werkzeuge nutzen, um hoffentlich auf einer fundierteren Wissensbasis bessere Entscheidungen oft auch schneller treffen zu können.

P.S. Ich finde den Ansatz der Kollegen aus dem Smarter Work-Team der IBM sehr interessant, die das smartere Vorstandssekretariat gestaltet haben. Vielleicht ist ja genau dieses Sekretariat ein Hintertürchen, um das Tor zum Enterprise 2.0 stärker aufzustoßen.

Stefan Pfeiffer


Kommentar 1

Hier stecken in der Tat enorme Chancen für Unternehmen. Diese gilt es allerdings auch vor allem weniger technikaffinen Entscheidern entsprechend verständlich zu machen. Wikis, Foren oder Chats sind dabei viel zu technisch und machen den Mehrwert zu wenig klar. Es wird hier oftmals in hohem Maße versucht, mit bestehender Technik Anforderungen abzudecken. Software sollte allerdings genau umgekehrt aufgebaut sein, dass sie nämlich abhängig von Anforderungen umgesetzt ist.

Schauen Sie sich zum Beispiel www.chocoBRAIN.com an. Hier werden Wissen, Kommunikation und Netzwerk in einer Plattform prozessorientiert umgesetzt. Ein Unternehmen ist nichts anderes als eine "in sich geschlossene" Community, allerdings momentan noch mit zu sehr hierarchisch geprägten Strukturen.

Jens Kramer

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