Wie Sie Ihr Bauchgefühl überlisten

Entscheiden:

19. November 2019
Allezhopp Studio Für Harvard Business Manager

Die wichtigsten Inhalte der Ausgabe Dezember 2019


Schwerpunkt Entscheiden

Unser Gehirn ist eine Kategorisierungsmaschine. Es nimmt ständig Unmengen ungeordneter Daten auf, die es vereinfacht und strukturiert. Das Denken in Schubladen ist wichtig. Nur so ergibt sich für uns ein sinnvolles Verständnis der Welt.

Unternehmen lieben Kategorien. Sie bilden Segmente für Kunden, sortieren Mitarbeiter in Typologien ein und legen Grenzwerte fest, die über Investitionen und Produkteinführungen entscheiden. Meist sind die Kategoriegrenzen recht willkürlich gesetzt, entweder weil sie einer verbreiteten, aber unbewiesenen Methode folgen oder weil jemand irgendwann einmal Kriterien festlegen musste. Das kann zu gravierenden Fehlentscheidungen führen.

Schubladendenken birgt vier Gefahren: Wir komprimieren die Elemente einer Kategorie und übertreiben ihre Ähnlichkeit. Gleichzeitig verstärken wir die Unterschiede zwischen den Elementen unterschiedlicher Kategorien. Wir diskriminieren, das heißt wir favorisieren bestimmte Kategorien. Und wir neigen zur Versteinerung, weil wir unsere Einteilungen für statisch halten. Manager sollten über diese Gefahren informieren, analytische Kompetenzen aufbauen, Entscheidungskriterien überprüfen und Annahmen über Kategorien hinterfragen.

Kennzahlen sind etwas Wunderbares, vor allem für Strategen, denn sie machen abstrakte Ziele greif- und messbar. Leider neigen Menschen dazu, quantitative Kennzahlen mit dem eigentlichen Ziel zu verwechseln. Skandale wie bei der US-Bank Wells Fargo zeigen, wie Mitarbeiter einer Zielvorgabe blind alles andere unterordnen. Manager sollten daher Mitarbeiter, die eine Strategie umsetzen sollen, auch an deren Ausarbeitung beteiligen. Sie dürfen Strategiekennzahlen und Anreize nicht zu eng verknüpfen. Und sie sollten Leistung anhand mehrerer Kennzahlen beurteilen.

Ernst Fehr kennt sich mit Wahrnehmungsverzerrungen aus wie kein Zweiter. Im Interview erklärt der Züricher Verhaltensökonom, wie Denkfallen Manager beeinflussen.

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Ausgabe 12/2019


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