Von Michael Leitl
Frankfurt am Main - Zum vierten Mal haben die Harvard Clubs of Germany, die Alumni-Vereinigung der Harvard Universität, den Deutschen Unternehmer-Preis vergeben.
In der Kategorie Start-ups zeichnete die Jury Ijad Madisch mit seinem Unternehmen ResearchGate aus Berlin aus, einem professionellen Online-Netzwerk für Wissenschaftler. Madisch möchte damit den Wissenschaftsbetrieb modernisieren und Forscher global vernetzen. Seit Gründung gab es über 2,2 Millionen Anmeldungen. Allein die Biologen haben dabei über neun Millionen Dokumente abgespeichert.
In der Kategorie Wachstum belegte Thilo Kuther mit seiner Firma Pixomondo Platz 1. Das Unternehmen produziert unter anderem die visuellen Effekte in Hollywood-Produktionen wie Roland Emmerichs "2012" und Martin Scorceses "Hugo Cabret". Sein Wachstumskonzept zeichnet sich durch eine extrem flexible Unternehmensorganisation aus, mit deren Hilfe Kuther auch auf starke Nachfrage mit rund um den Globus verteilten Teams reagieren kann.
In der Kategorie Nachfolge lag Martin und Peter Dürrstein von Dürr Dental AG aus Bietigheim-Bissingen vorn. Das Unternehmen der Brüder vertreibt Medizintechnik. Sie haben sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie das Familienunternehmen für die nächsten Generationen fit gemacht werden kann. Kern des Konzepts: Ein gemeinsames Wertegerüst mit Regeln für die Unternehmensführung, die Auszahlung des im operativen Geschäft nicht mehr aktiven Familienstamms und mit der Bitburger Holding ein neuer ebenfalls langfristig orientierter Anteilseigner; das Unternehmen ist bereits seit sieben Generationen in Familienhand.
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Die vier Gewinner bekommen keinen Geldpreis, sondern erhalten die Gelegenheit, an der Harvard Business School an einem Weiterbildungsprogramm teilzunehmen.
Die Harvard Clubs of Germany zeichnen seit 2006 alle zwei Jahre vorbildliche Unternehmer aus. Zu den ersten Gewinnern zählte Andreas Heinecke mit seinem "Dialog im Dunkeln", einer Ausstellung, die Sehenden den Alltag von Blinden näher bringen soll. Heinecke hat inzwischen eine weltweite Expansion des Geschäftsmodells erfolgreich umgesetzt. Der Sieger des Jahres 2008, die Private Sale GmbH mit der Marke "brands4friends", ist stark gewachsen und wurde im Dezember 2010 von ebay für 150 Millionen Euro gekauft. Auch der Gewinner der Kategorie Startup aus dem Jahr 2010 expandiert weiter erfolgreich: Der Onlineoptiker Mister Spex konnte seinen Umsatz 2011 von 11 auf 17 Millionen Euro steigern.