Management-Tipp des Tages

Viele Menschen halten Geschäftsreisen für ein notwendiges Übel, obwohl sie eigentlich zu den angenehmsten Aspekten ihrer beruflichen Tätigkeit gehören könnten (und vielleicht auch sollten).

Natürlich ist es nicht schön, von seiner Familie getrennt zu sein, und der Jetlag ist auch oft schwer zu verkraften. Andererseits bieten solche Reisen Ihnen Gelegenheit, kostenlos eine neue Stadt oder ein neues Land kennen zu lernen. Also nutzen Sie diese Chance.

Gehen Sie in den Besprechungspausen auf Entdeckungsreise und lassen Sie sich von Ihrer neuen Umgebung inspirieren. Sprechen Sie mit den Einheimischen, probieren Sie Gerichte aus, die es bei Ihnen zu Hause nicht gibt, besuchen Sie vielleicht auch ein Museum und schauen Sie dabei möglichst nicht auf Ihr Handy.

Natürlich kann es anstrengend sein, sich auf einer Geschäftsreise auch noch Zeit zum Kennenlernen von Land und Leuten zu nehmen. Aber betrachten Sie das einfach als Teil Ihrer Arbeit. Denn dabei können Sie üben, neue Lernmöglichkeiten zu entdecken und zu nutzen.

Selbst auf einer kurzen Geschäftsreise kann man etwas Neues ausprobieren. Sie können zum Beispiel auf das von Ihrem Arbeitgeber gebuchte Hotelzimmer verzichten und sich stattdessen online ein Zimmer in einer Privatunterkunft suchen. Egal was Sie tun, suchen Sie nach Möglichkeiten, sich aus Ihrer Komfortzone herauszuwagen.

Wenn die Zusammenarbeit zwischen Ihren Kollegen nicht gut funktioniert, gibt es ein paar sinnvolle Möglichkeiten, die Teamdynamik zu verändern. Alle Kollegen, auch Sie selbst, sollten darüber nachdenken, wie sie drei wichtige Faktoren verbessern können: interne Eigenwahrnehmung, externe Eigenwahrnehmung und persönliches Verantwortungsbewusstsein.

Erstens: Bei der internen Eigenwahrnehmung geht es darum, sich klarzumachen, wie Ihre Wertvorstellungen sich auf Ihre Entscheidungen auswirken. Denken Sie darüber nach, wie Ihre Emotionen und Prämissen in einer Situation zu bestimmten Verhaltensweisen führen. Widerstehen Sie dem Impuls, zu handeln, solange Sie sich nicht genau über Ihre Beweggründe im Klaren sind.

Zweitens: Bei der externen Eigenwahrnehmung geht es darum, wie Ihr Verhalten auf andere Menschen wirkt. Achten Sie darauf, wie Ihre Kollegen auf bestimmte Dinge reagieren, und fragen Sie sich (oder sie), was hinter ihrem Verhalten stecken könnte.

Drittens: Persönliches Verantwortungsbewusstsein hilft Ihnen, sich darüber klar zu werden, welchen Beitrag Sie selbst zu einem Problem leisten. Machen Sie sich klar, dass Sie höchstwahrscheinlich eine Mitschuld daran tragen, wenn etwas schiefgeht. Denken Sie anhand der Strategien der internen und externen Eigenwahrnehmung darüber nach, was Sie an Ihrem Verhalten ändern sollten.


Wenn Mitarbeiter psychische Probleme haben, sollten sie offen darüber sprechen und um Hilfe bitten können. Überlegen Sie sich, wie Sie ein Arbeitsklima schaffen können, in dem die Mitarbeiter keine Angst davor haben, offen mit sensiblen Themen umzugehen.

Zum Beispiel sollten Sie darauf achten, in welchem Ton in Ihrem Unternehmen über solche Probleme geredet wird. Mit Kommentaren wie "Herr XY hat heute schon wieder durchgedreht" oder "Sie hat anscheinend wieder mal ihre manische Phase" stigmatisiert man Mitarbeiter mit psychischen Problemen und erschwert es ihnen, offen darüber zu sprechen. Wenn Sie solche abwertenden Bemerkungen hören, bitten Sie Ihre Mitarbeiter, damit aufzuhören, und erklären Sie ihnen notfalls, was daran so verletzend ist.

Sie können aber auch eine offene Gesprächsatmosphäre schaffen, indem Sie über Ihre eigenen Erfahrungen mit psychischen Krisensituationen sprechen und anbieten, dass Ihre Teammitglieder sich bei Problemen jederzeit an Sie wenden dürfen.

Falls daraufhin jemand vertrauensvoll zu Ihnen kommen sollte, informieren Sie ihn darüber, welche Hilfsangebote es in Ihrem Unternehmen für Mitarbeiter mit psychischen Problemen gibt. Eine einfache Hilfe besteht darin, Freiraum zu bieten. Erklären Sie Ihrem Mitarbeiter, dass er sich gerne einen Tag freinehmen kann, wenn er Zeit braucht, um sich um sein psychisches Problem zu kümmern.

Einen Fehler eingestehen zu müssen, kann dem Ego einen ganz schönen Knacks versetzen. Doch wenn Sie anderen die Schuld daran zuschieben (oder ausweichende Bemerkungen machen, zum Beispiel: "Da ist leider ein Fehler passiert…"), verschlimmern Sie die Situation nur.

Es ist viel besser, reinen Tisch zu machen und die Verantwortung für das Problem auf sich zu nehmen. Also vergessen Sie Ihren Stolz. Sagen Sie einfach: "Das war mein Fehler" und erklären Sie kurz, wie es dazu kommen konnte, ohne sich dafür zu entschuldigen.

Falls Ihr Irrtum negative Konsequenzen für andere Mitarbeiter haben sollte, gestehen Sie dies offen ein. Und dann achten Sie genau auf die Reaktionen Ihrer Zuhörer, ohne sie zu unterbrechen oder in die Defensive zu gehen.

Als Nächstes sollten Sie erklären, was Sie alles tun oder vorhaben, um Ihren Fehler wiedergutzumachen. Gehen Sie dabei auch auf die materiellen Konsequenzen (Geld- und Zeitverlust, Verzögerung von Abläufen im Unternehmen) und die zwischenmenschlichen Probleme ein, die dadurch entstanden sind (negative Gefühle, Ansehen, Vertrauen).

Seien Sie offen für kritisches Feedback zu Ihren Wiedergutmachungsmaßnahmen und erklären Sie den Mitarbeitern oder Kollegen, die unter Ihrem Fehler zu leiden hatten, was Sie daraus über sich selbst gelernt haben ("Mir ist klar geworden, dass ich Menschen, mit denen ich nicht einer Meinung bin, manchmal ignoriere") und was Sie in Zukunft an Ihrem Verhalten ändern möchten.

Normalerweise ist eine persönliche Beziehung zwischen Mitarbeitern und Vorgesetztem sehr positiv. Doch wenn der Chef zu viel von seinen Gedanken und Gefühlen preisgibt, untergräbt er damit womöglich seine Autorität. (Stellen Sie sich vor, ein Vorgesetzter würde sagen: "Ich habe Angst und weiß nicht, was ich tun soll"!) Halten Sie sich an die Faustregel, immer dann offen zu sprechen, wenn Sie das Gefühl haben, anderen damit weiterzuhelfen.

Bevor Sie eine persönliche Bemerkung machen, sollten Sie überlegen, wie Ihnen zumute wäre, wenn Ihr Chef so etwas zu Ihnen sagen würde. Wenn Sie für diese persönliche Stellungnahme dankbar wären, wird es Ihrem Team wahrscheinlich genauso gehen. Seien Sie im Zweifelsfall lieber ein bisschen zu vorsichtig als zu mitteilsam.

Wahrscheinlich ist nichts dagegen einzuwenden, den Mitarbeitern ehrlich zu sagen, dass man schlecht gelaunt ist, weil man einen schlechten Tag gehabt hat. Seine schlechte Laune damit zu erklären, dass man mit einer Entscheidung der Geschäftsleitung nicht einverstanden ist, wäre dagegen wohl keine so gute Idee.

Offene Gespräche können auch dann sinnvoll sein, wenn sie Ihrem Team helfen, sich mit einem Problem weniger allein gelassen zu fühlen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Mitarbeiter wegen eines Projekts unter Stress stehen, vertrauen Sie ihnen ruhig an, dass dieses Projekt Sie genauso sehr belastet, und danken Sie ihnen für ihr Engagement.

Wie wird man zu einer starken Führungspersönlichkeit? Eine Eigenschaft, die dabei häufig übersehen wird, ist Bescheidenheit. Die besten Chefs bekennen sich zu ihren Schwächen und haben keine Angst davor, sich verletzlich zu zeigen. Die Versuchung, vor seinen Mitarbeitern gut dazustehen zu wollen, ist groß. Doch das ist keine echte Führungsstärke.

Erstens kann man eine so positive Fassade auf die Dauer nicht aufrechterhalten. Schließlich sind wir alle nur Menschen und machen Fehler. Das wird auch Ihnen früher oder später so ergehen.

Zweitens kann man seine Mitarbeiter nur führen, wenn man eine gute Beziehung zu ihnen hat. Sie werden Ihnen nur dann folgen, sich für Sie ins Zeug legen und Opfer für Ihre gemeinsame Arbeit bringen, wenn sie sich Ihnen verbunden fühlen. Und dieses Gefühl werden Ihre Mitarbeiter bestimmt nicht haben, wenn Sie ihnen immer nur die Seiten ihrer Persönlichkeit zeigen, die Sie für besonders eindrucksvoll halten.

Also haben Sie keine Angst davor, sich einzugestehen, dass Sie nicht in jeder Hinsicht perfekt sind. Vielleicht hilft Ihnen dabei folgende Sichtweise: Sie sind nicht schwach, aber Sie haben Ihre Schwächen, genau wie jeder Mensch.

Gehen Sie der Arbeitswoche am Montagmorgen entspannt entgegen? Oder sind Sie immer noch gestresst von der vorigen Woche? Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sollte man sein Wochenende als eine Art Kurzurlaub betrachten, um sich an diesen zwei Tagen besser erholen zu können.

Dazu gehört, dass man das Wochenende auch wirklich in vollen Zügen genieß. Schlafen Sie morgens aus, solange Sie wollen, arbeiten Sie nicht zu viel im Haushalt und essen Sie ein bisschen mehr als sonst. Finden Sie Möglichkeiten, lästige Routinearbeiten mit mehr Vergnügen zu erledigen. Sie können bei der Fahrt zum Einkaufen zum Beispiel Musik hören oder beim Zusammenlegen der Wäsche einen Margarita trinken.

Ebenso wichtig ist es, seine Aktivitäten am Wochenende langsam anzugehen. Achten Sie dabei genau auf Ihre Umgebung, auf die Beschäftigung, der Sie sich gerade widmen, und die Menschen, mit denen Sie zu tun haben. Dann können Sie Ihre Aktivitäten besser genießen und haben eher das Gefühl, aus der alltäglichen Routine auszubrechen.

Aber sparen Sie sich solche Urlaubswochenenden für Situationen auf, in denen Sie sie wirklich brauchen. Denn Untersuchungen zufolge verlieren sie ihre Wirkung, wenn sie zur Gewohnheit werden.

Angenommen, Sie möchten sich eine Auszeit gönnen, um zu reisen oder mehr Zeit mit Ihrer Familie zu verbringen, aber Sie haben nicht mehr genügend Urlaubstage. Wie bittet man seinen Chef um unbezahlten Urlaub?

Denken Sie vor diesem Gespräch darüber nach, welche Bedenken Ihr Vorgesetzter gegen diesen Plan vorbringen könnte. Wahrscheinlich gibt es für ihn viele Gründe, Nein zu sagen. Also sollten Sie sich schon im Voraus gute Argumente zurechtlegen, um seine Einwände zu entkräften.

Überlegen Sie, was Sie mit Ihrer Auszeit erreichen möchten, und begründen Sie Ihre Bitte damit, was dieser unbezahlte Urlaub Ihrem Unternehmen an Vorteilen bringen wird. Sie können dem Chef zum Beispiel erklären, welche neuen Fähigkeiten Sie dabei erlernen oder welche neuen beruflichen Kontakte Sie knüpfen werden.

Außerdem sollten Sie Ihrem Vorgesetzten mehrere Optionen anbieten: Müssen Sie diesen Urlaub unbedingt am Stück nehmen, oder könnten Sie ihn auch in mehrere kürzere Auszeiten aufteilen? Bleiben Sie innerlich offen, falls Ihr Vorgesetzter Ihnen einen Vorschlag unterbreiten sollte, an den Sie noch nicht gedacht hatten. Und natürlich sollten Sie für dieses Gespräch einen Zeitpunkt wählen, zu dem Ihr Chef mit Ihren Leistungen zufrieden ist.

Mit fortschreitender Karriere werden Sie vielleicht irgendwann eine Podiumsdiskussion moderieren müssen. Die Perspektiven verschiedener Menschen zu einem sinnvollen Meinungsaustausch zusammenzuführen, kann schwierig sein. Man muss die richtigen Voraussetzungen dafür schaffen.

Vor dem Event sollten Sie den Diskussionsteilnehmern Zeit zur Vorbereitung geben, indem Sie sie, entweder per E-Mail oder telefonisch, nach ihrer Meinung zu dem Thema fragen. Sie können sie auch darüber informieren, welche Fragen Sie ihnen stellen möchten.

Denken Sie während der Podiumsdiskussion daran, dass Ihr Ziel darin besteht, dieses Gespräch zu einer spannenden Erfahrung für das Publikum zu machen. Stellen Sie konkrete Fragen, die für die Zuhörer von Interesse sind, richten Sie Ihre Fragen stets an den Diskussionsteilnehmer, der die relevantesten Antworten darauf geben kann, und haken Sie bei Bedarf mit weiteren Fragen nach.

Achten Sie auch darauf, ob ein bestimmter Teilnehmer sich zu sehr in den Vordergrund drängt, denn der Sinn einer Podiumsdiskussion besteht darin, die Meinung möglichst vieler verschiedener Menschen zu hören. Haben Sie keine Angst davor, jemanden, der zu monologisieren beginnt, mit höflichen Worten zu unterbrechen.

Freunde am Arbeitsplatz zu haben, ist gut für Ihr Engagement und Ihre Produktivität. Aber wie sollen Sie sich verhalten, wenn Sie eine Beförderung anstreben, an der ein befreundeter Kollege ebenfalls interessiert ist?

Zunächst einmal sollten Sie versuchen, die Situation realistisch zu betrachten. Denken Sie daran, dass das nur eine von vielen Beförderungschancen ist, die sich im Lauf Ihrer Karriere bieten werden.

Zweitens sollten Sie sich vor Augen führen, dass Ihre Freundschaft wahrscheinlich wichtiger ist als die Frage, wer von Ihnen welche Position bekleidet. Besprechen Sie die Situation mit Ihrem Freund und versuchen Sie die dadurch entstandenen Spannungen abzubauen. Erklären Sie ihm, wie wichtig es Ihnen ist, dass die Beförderung Ihre Beziehung zueinander nicht beeinträchtigt.

Und nicht zuletzt sollten Sie auch darauf achten, dass Ihr empfindliches Selbstwertgefühl Ihnen keinen Streich spielt. Bei Beförderungen wird oft ziemlich willkürlich oder nach subjektiven Kriterien vorgegangen. Dabei geht es nicht immer darum, wer sich besser für die betreffende Position eignet. Vielleicht sind dabei sogar Faktoren im Spiel, auf die Sie gar keinen Einfluss haben.

Überlegen Sie sich am besten schon vorher, wie Sie reagieren werden, wenn Sie den gewünschten Posten nicht erhalten, um auf alle Eventualitäten gefasst zu sein.




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