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21.01.2009

Marketing

Von Obama lernen

Von Michael Trautmann und Frank Striefler

2. Teil: Kontrolle ablegen

Ebenfalls erwähnenswert ist die Initiative der amerikanischen Comedian Sarah Silverman, die gezielt auf den Wahlkampf in Florida Einfluss nehmen sollte. Unter dem Titel: "The Great Schlep" (Das große Hinschleppen) forderte sie in ihrer unnachahmlich schrägen Art, ihre jüdischen Glaubensschwestern und –brüder inständig dazu auf, nach Florida zu pilgern, um deren dort lebenden Großeltern davon zu überzeugen, Obama zu wählen. Mehr als sieben Millionen Menschen sahen allein diesen Clip auf YouTube.

10 Fotos Marketing: Wie Obama siegte

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Werbefachleuten dürfte immer noch die Whassup-Kampagne der Anheuser-Busch Chart zeigen Brauerei für die Marke Budweiser aus den Jahren 1999-2002 in guter Erinnerung sein. Die ursprünglichen Macher dieser Kampagne haben dieser weltweit preisgekrönten Spotreihe einen weiteren (inoffiziellen) Spot hinzugefügt, der mit schwarzem, wenn nicht zynischem Humor, die Missstände in den USA anklagt und direkt für die Obama-Kampagne wirbt. Auch dieser Spot wurde von mehr als fünf Millionen Menschen auf YouTube gesehen.

Etwa eine Woche vor der Wahl schlug das demokratische Wahlkamppfportal MoveOn.org mit einer personalsierten Videobotschaft zu. Die Idee: mit Hilfe einer Mail, die grundsätzlich von jederman an jederman geschickt werden konnte, sollte dem Empfänger klar gemacht werden, dass es auch auf seine Stimme ankäme. In einem kurzen Spot wurde unter mehrfacher Einbindung des Namens des Adressaten der Mail, fiktiv von der Wahlniederlage Obamas berichtet. Dem Empfänger wurde vorgespielt, dass es aufgrund seiner fehlenden Stimme für Obama nicht gereicht habe.

Vorläufiger Höhepunkt der Co-Kreation wird ein Spiderman Heft des berühmten und auf Comics spezialisierten Marvel-Verlages sein, das zur Amtseinführung in den USA erscheinen wird. In der 583. Folge der Geschichten um den weltweit beliebten Superhelden, versucht einer der ältesten Feinde Spidermans die Amtseinführung Obamas zu verhindern. Der Verlag verweist in einer Erklärung darauf, dass Obama ein großer Fan Spidermans sei.

Ist Obama immer einverstanden mit allen nicht autorisierten Inhalten? Wahrscheinlich nicht. Da sie aber außerhalb seiner Website und somit außerhalb seines Einflussbereichs lagen und liegen werden, tat und tut Obama das einzig Sinnvolle. Er beherzigt das erste Prinzip der Co-Kreation: Wenn man will, dass andere Beiträge liefern, muss man akzeptieren, dass man nicht mehr die vollständige Kontrolle hat.


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