Die effektive Stra­te­gie­ta­gung

LEADERSHIP-MEETINGS:

HBM Sonderheft 1/2016

In fast al­len großen und mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men tref­fen sich die Ma­na­ger je­des Jahr zu ei­nem Füh­rungs­gip­fel. Die­se Kon­fe­ren­zen dau­ern nor­ma­ler­wei­se zwei bis vier Tage und ver­schlin­gen oft Mil­lio­nen Dol­lar: Flug­tickets und Un­ter­künf­te für 50 bis 500 Teil­neh­mer, Ho­no­ra­re für ex­ter­ne Re­fe­ren­ten, Pro­duk­ti­ons­kos­ten, die vie­len Per­so­nen­ta­ge, die für die Pla­nung auf­ge­wendet wer­den müs­sen – und nicht zu­letzt die enor­men Op­por­tu­ni­täts­kos­ten, die da­durch ent­ste­hen, dass so vie­le wich­ti­ge Ma­na­ger meh­re­re Tage lang für ihr nor­ma­les Ta­ges­ge­schäft aus­fal­len.
Doch wenn man sol­che Kon­fe­ren­zen gut or­ga­ni­siert, sind sie die­sen Zeit- und Kos­ten­auf­wand mit Si­cher­heit wert. Denn sie kön­nen ein nütz­li­cher Ka­ta­ly­sa­tor sein, mit des­sen Hil­fe man Füh­rungs­kräf­te auf ge­mein­sa­me Zie­le ein­stim­men, Pro­blem­lö­sun­gen ent­wi­ckeln, neue Stra­te­gi­en ein­füh­ren und Im­pul­se für eine bes­se­re Ko­ope­ra­ti­on im gan­zen Un­ter­neh­men set­zen kann. Aber vie­le Fir­men ver­säu­men lei­der die­se sel­te­ne Chan­ce, das kol­lek­ti­ve Wis­sen ih­rer Füh­rungs­kräf­te mit Kun­den­kon­takt zu nut­zen.
Nor­ma­ler­wei­se be­ginnt so ein Füh­rungs­gip­fel mit ei­ner lang­wei­li­gen Ab­fol­ge von Prä­sen­ta­tio­nen des Top­ma­na­ge­ments. In den dar­auf­fol­gen­den Ver­an­stal­tun­gen geht es meist um The­men, die nur einen Teil der An­we­sen­den be­tref­fen – bei­spiels­wei­se eine neue Wer­be­kam­pa­gne oder den Marktein­füh­rungs­plan für ein neu­es Pro­dukt. Zwi­schen­durch sorgt ein Mo­ti­va­ti­ons­red­ner für ein biss­chen Un­ter­hal­tung. Und für den Ide­en­aus­tausch müs­sen ein paar Work­shops und eine vom CEO mo­de­rier­te Fra­ge­run­de her­hal­ten, bei der das Füh­rungs­team des Un­ter­neh­mens den Zu­hö­rern Rede und Ant­wort steht.
Da­bei flie­ßen In­for­ma­tio­nen, Vor­schlä­ge und Pro­blem­lö­sun­gen im­mer nur in eine Rich­tung – von oben nach un­ten –, und das noch nicht ein­mal in be­son­ders ko­hä­ren­ter Form. Am Ende die­ser Kon­fe­renz sind die Teil­neh­mer höchs­tens ein biss­chen bes­ser in­for­miert und mit­ein­an­der ver­netzt als bei ih­rer An­kunft. Nor­ma­ler­wei­se weiß nie­mand, ob sie die Bot­schaf­ten, die sie mit nach Hau­se neh­men sol­len, über­haupt ver­stan­den ha­ben. Häu­fig ist auch nicht klar, was als Kon­se­quenz nun ei­gent­lich ge­tan wer­den soll. So ver­strei­chen wich­ti­ge Chan­cen un­ge­nutzt.
Auch wenn die Lei­ter und Pla­ner sol­cher Ma­na­ge­ment­kon­fe­ren­zen es nicht glau­ben: Man kann tat­säch­lich ech­te, pro­duk­ti­ve Ge­sprä­che mit Hun­der­ten von Men­schen gleich­zei­tig füh­ren. Wir ha­ben in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren Ma­na­ge­ment­kon­fe­ren­zen für Tau­sen­de von Füh­rungs­kräf­ten in Dut­zen­den ver­schie­de­nen Un­ter­neh­men ge­plant und rea­li­siert – von den um­satz­stärks­ten glo­ba­len Kon­zer­nen bis zu mit­tel­stän­di­schen deut­schen Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men – und wir ha­ben da­bei im­mer wie­der er­lebt, dass sol­che Ge­sprä­che tat­säch­lich zu­stan­de ka­men.
Es gibt er­staun­lich ein­fa­che Stra­te­gi­en und Vor­ge­hens­wei­sen, mit de­nen man er­rei­chen kann, dass In­for­ma­tio­nen nicht im­mer nur von oben nach un­ten flie­ßen, son­dern dass auch ein In­for­ma­ti­ons­aus­tausch von un­ten nach oben und zwi­schen den Kon­fe­renz­teil­neh­mern statt­fin­det. Man kann sol­che Ge­sprä­che als Füh­rungs­team auch lei­ten und in die ge­wünsch­te Rich­tung len­ken, ohne krea­ti­ve Im­pul­se von vorn­her­ein im Keim zu er­sti­cken. Wenn die Un­ter­neh­mens­lei­tung vor, wäh­rend und nach der Kon­fe­renz die rich­ti­gen Tech­ni­ken ein­setzt, kann sie:
–  das Wis­sen ih­rer Ma­na­ger mit Kun­den­kon­takt op­ti­mal nut­zen;
–  dafür sor­gen, dass die Kon­fe­renz­teil­neh­mer ein­deu­ti­ge Bot­schaf­ten mit nach Hau­se neh­men, die ihre Mit­ar­bei­ter dann auch um­set­zen kön­nen;
–  ein oft eher als ein­schlä­fernd und lang­wei­lig emp­fun­de­nes Füh­rungs­kräf­te­tref­fen zu ei­nem span­nen­den Event ma­chen, das die Syn­ap­sen des Un­ter­neh­mens an­feu­ert.
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