Das sich selbst optimierende Unternehmen

BEST PRACTICES:

HBM Sonderheft 1/2016

W  äre es nicht toll, wenn es einen Al­go­rith­mus gäbe, der ei­nem sagt, wann es Zeit ist für ein neu­es Ge­schäfts­mo­dell oder für den Ein­stieg in einen neu­en Markt? Das kön­nen wir Ih­nen lei­der nicht bie­ten. Und wir glau­ben auch nicht, dass Al­go­rith­men (oder wie auch im­mer ge­ar­te­te For­men der künst­li­chen In­tel­li­genz) in ab­seh­ba­rer Zeit in der Lage sein wer­den, sol­che schwie­ri­gen stra­te­gi­schen Fra­gen zu be­ant­wor­ten. Aber wir se­hen eine Ent­wick­lung, die fast ge­nau­so span­nend ist: eine Mög­lich­keit, wie Un­ter­neh­men die re­gel­mä­ßi­ge Fe­in­jus­tie­rung und Ak­tua­li­sie­rung ih­rer Ge­schäfts­mo­del­le, Struk­tu­ren und Pro­zes­se für die Res­sour­cen­al­lo­ka­ti­on nach al­go­rith­mi­schen Prin­zi­pi­en au­to­ma­tisch er­le­di­gen las­sen kön­nen – ohne Wei­sung von oben.
Das klingt kühn, ba­siert aber auf tat­säch­li­chen Ent­wick­lun­gen, die wir bei In­ter­net­un­ter­neh­men wie Goo­gle, Net­flix, Ama­zon und Ali­ba­ba be­ob­ach­tet ha­ben. Die­se Kon­zer­ne sind in­zwi­schen au­ßer­ge­wöhn­lich gut dar­in, ih­ren Mil­lio­nen Kun­den in­di­vi­du­el­le An­ge­bo­te zu un­ter­brei­ten und die­se auf Ba­sis von Echt­zeit­ver­hal­tens­da­ten au­to­ma­tisch an­zu­pas­sen. Der Mo­tor da­für sind Al­go­rith­men, und die zu­grun­de lie­gen­den Pro­zes­se und Tech­no­lo­gi­en sind kein He­xen­werk: Es ist mög­lich, sie Stück für Stück zu ana­ly­sie­ren, um ihre Funk­ti­ons­wei­se zu ver­ste­hen. Die Er­kennt­nis­se, die sich er­ge­ben, sind auch in an­de­ren Be­rei­chen ver­wert­bar. Ge­nau da set­zen ei­ni­ge Un­ter­neh­men jetzt an.
Wir zei­gen in die­sem Bei­trag zu­nächst, wie sich selbst­op­ti­mie­ren­de Al­go­rith­men in kom­ple­xen, dy­na­mi­schen Um­ge­bun­gen au­to­ma­tisch an­pas­sen kön­nen. An­schlie­ßend wer­fen wir einen Blick dar­auf, wie Or­ga­ni­sa­tio­nen die­se Art der Selbst­op­ti­mie­rung in un­ter­schied­li­chen Be­rei­chen an­wen­den. Der chi­ne­si­sche In­ter­net­kon­zern Ali­ba­ba dient uns da­bei als Fall­bei­spiel.

DY­NA­MI­SCHES MA­NA­GE­MENT
Wa­rum brau­chen vie­le Un­ter­neh­men ei­gent­lich einen neu­en Stra­te­gie- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­an­satz? Der tech­ni­sche Fort­schritt hat in der Wirt­schaft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren für einen Wan­del und eine Un­si­cher­heit nie ge­kann­ten Aus­ma­ßes ge­sorgt. Es ist kein Wun­der, dass CEOs so viel von Agi­li­tät und An­pas­sung re­den. We­ni­ger dis­ku­tiert wird die Tat­sa­che, dass die­se Kräf­te nicht über­all gleich wir­ken. Da­bei ist dies ein wei­te­rer Grund, wa­rum die Märk­te im­mer viel­fäl­ti­ger wer­den. Ma­na­ger müs­sen eta­blier­te, sta­bi­le Ge­schäf­te in In­dus­tri­e­län­dern füh­ren, eben­so aber jun­ge, un­be­re­chen­ba­re Ein­hei­ten in Schwel­len­län­dern. Schnell­le­bi­ge, tech­no­lo­gie­ba­sier­te Ge­schäfts­fel­der exis­tie­ren ne­ben eher trä­gen Cas­h­cows. Kon­zer­ne müs­sen Stra­te­gie und Um­set­zung an die un­ter­schied­li­chen Um­fel­der an­pas­sen, in de­nen sie je­weils tä­tig sind.
Jetzt kaufen

© Harvard Business Manager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Inhalt

Abbildungen und Diagramme

Bilder:
7
Infografiken:
0

Textumfang

Seiten:
10
Zeichen:
40.191
Nach oben