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HBM Sonderheft 1/2015

Im Rück­blick scheint der Auf­stieg Goo­gles fast schick­sal­haft vor­ge­zeich­net. Doch ein Blick hin­ter die Ku­lis­sen, in den Kon­zern­be­reich Sys­te­min­fra­struk­tur, be­weist schnell das Ge­gen­teil: Das ra­san­te Wachs­tum des Un­ter­neh­mens war nur mög­lich, weil Goo­gle sei­ne In­fra­struk­tur in ei­nem bei­spiel­lo­sen Tem­po mo­der­ni­sie­ren und aus­wei­ten konn­te. Un­ter Bill Cou­ghran, der den Be­reich als Se­ni­or Vice Pre­si­dent of En­gi­nee­ring lei­te­te, bau­te ein rund tau­send Mit­ar­bei­ter um­fas­sen­des Team den „Ma­schi­nen­raum“ von Goo­gle auf, des­sen Rech­ner und Sys­te­me da­für sor­gen, dass wir die Such­ma­schi­ne und ihre zahl­rei­chen An­ge­bo­te rund um die Uhr nut­zen kön­nen. „Un­se­re Ar­beit war da­mals welt­weit ein­zig­ar­tig“, sagt Cou­ghran. „Wenn wir auf ein Pro­blem stie­ßen, konn­ten wir nir­gends eine fer­ti­ge Lö­sung kau­fen. Wir muss­ten sie selbst ent­wi­ckeln.“
Cou­ghran kam 2003 zu Goo­gle, fünf Jah­re nach des­sen Grün­dung. Zu die­ser Zeit hat­te das Un­ter­neh­men den Um­gang mit On­li­ne­su­che und Da­ten­spei­che­rung be­reits mehr­fach kom­plett um­ge­baut. Cou­ghrans Kon­zern­be­reich nutz­te das Goo­gle File Sys­tem (GFS), um die für On­li­ne­su­chen er­for­der­li­chen enor­men Da­ten­men­gen zu spei­chern. Cou­ghran wuss­te: An­ge­sichts des im­men­sen Wachs­tums­drangs des Un­ter­neh­mens muss­te das GFS - einst eine re­vo­lu­tio­näre In­no­va­ti­on - schon bald er­setzt wer­den. Die Zahl der Suchan­fra­gen stieg dra­ma­tisch an, gleich­zei­tig führ­te Goo­gle zu­sätz­li­che An­ge­bo­te wie Gmail ein, die nicht nur mehr, son­dern auch an­de­re Spei­cher­an­for­de­run­gen mit sich brach­ten und auf die das GFS nicht aus­ge­legt war.
Die Auf­ga­be des Kon­zern­be­reichs Sys­te­min­fra­struk­tur be­stand dar­in, das Sys­tem der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on zu ent­wi­ckeln - und der über­nächs­ten und alle dar­auf fol­gen­den. Er muss­te den nächs­ten Ma­schi­nen­raum ein­rich­ten und den jet­zi­gen op­ti­mie­ren. An­ge­sichts die­ser Ziel­vor­ga­be wäre zu er­war­ten ge­we­sen, dass je­mand wie Cou­ghran - mit Ab­schlüs­sen in Ma­the­ma­tik vom Ca­li­for­nia In­sti­tu­te of Tech­no­lo­gy, ei­nem Dok­tor der In­for­ma­tik von St­an­ford und ehe­mals Chef der le­gen­dären In­no­va­ti­ons­schmie­de Bell Labs - zu­erst eine tech­ni­sche Lö­sung für Goo­gles Spei­cher­her­aus­for­de­run­gen ent­wi­ckelt und sein Team an­schlie­ßend bei des­sen Im­ple­men­tie­rung an­ge­lei­tet hät­te.
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