Von Daniel Gulati
Welche Entscheidung bereuen Sie in Ihrer Karriere am stärksten?
Ich hatte gerade eine Gastvorlesung zum Thema Innovation an der Parson School for Design beendet, als ein besonders aufmerksamer Zuhörer aus der ersten Reihe die anschließende Diskussion direkt mit dieser schwierigen Frage eröffnete. Ich antwortete und hoffte, schnell zurück zum Thema zu kommen. Aber den vielen Nachfragen und der Zahl der E-Mails nach zu urteilen, die ich danach zu diesem Thema erhielt, hätte ich wohl lieber die ganze Vorlesung über dieses Thema sprechen sollen.
Nach dieser Erfahrung hatte ich mir vorgenommen, eine überzeugende Antwort auf diese seltsame, aber sehr wichtige Frage zu finden: Was würden wir heute anders machen, wenn wir die Zeit zurückdrehen könnten? Was erhoffte ich mir davon? Dass wir Fehler in unserer eigenen Karriere vermeiden können, wenn wir wissen, weshalb viele andere Menschen in ihrem Berufsleben enttäuscht sind.
Deshalb interviewte ich 30 Berufstätige zwischen 28 und 58 und fragte sie, was sie bis zum jetzigen Zeitpunkt in ihrer Karriere am meisten bereuen. Die Gruppe war sehr heterogen: Ich sprach mit einem 39-jährigen Investmentbanker, einem selbständigen Fotografen kurz vor der Pleite, einem millionenschweren Unternehmensgründer und dem CEO eines großen Konzerns. Enttäuschungen gibt es überall. Egal in welcher Branche der Befragte tätig war, auf welcher Hierarchieebene er arbeitete, egal ob mit Erfolg oder nicht, wurden fünf Aspekte immer wieder genannt. Noch wichtiger: Über die Altersgrenzen hinweg waren die Effekte schlechter Karriereplanung und nicht erfüllter Erwartungen ähnlich stark verbreitet.
Dies sind die fünf Aspekte, die die Befragten in ihrer Karriere am stärksten bedauerten:
1. "Ich wünschte, ich hätte mich nicht wegen des Gehalts für meinen Job entschieden."
Der schwerwiegendste Aspekt kam von jenen, die sich für eine wirtschaftlich reizvolle, aber letztlich unbefriedigende Karriere entschieden hatten. Studien zeigen, dass Kompensation durch Geld ein psychischer "Hygiene-Faktor" ist, aber keine echte Motivation. Was überrascht, war die Hilflosigkeit der Betroffenen. Ein Investmentbanker beklagte sich: "Ich träume jeden Tag davon, zu kündigen. Aber ich bin zu hohe finanzielle Verpflichtungen eingegangen." Ein Unternehmensberater sagte: "Ich würde gerne den Stress hinter mir lassen. Aber ich glaube nicht, dass ich in einem anderen Job gut wäre." Wem auch immer die Metapher der "goldenen Handschellen" eingefallen ist - er lag damit nicht falsch.
Nach der Ausbildung/Studium stellt sich für jeden die Frage, was er machen möchte, was er gut kann, wo er in 5 oder 10 Jahren stehen will. Grundsätzlich wäre es für jeden, der diese Entscheidungen treffen muss, wichtig, sich eine Lebensplanung für sein Berufs- und sein Privatkeben zu erstellen. Dazu gehört auch eine realistische Stärken- und Schwächenanalyse. Auf dieser Basis kann sich jeder eine Lebrenslinie basteln, an der er sich "entlang [...] mehr...
Dies ist ein sehr schöner Artikel, den ich gerne mit meiner Erfahrung kommentiere. Der Größte Fehler in meiner Karriere, war es mich für Geld zu verkaufen. Diesen Fehler habe ich in jungen Jahren erkennen können und konnte zum Glück noch im richtigen Moment das Rad zurückdrehen. Ein jeder der ein Rückrad hat sollte sich klar sein, wer er ist, wo er hin will und wo er seine persönlichen Grenzen setzt. Wenn man sich diese Fragen beantworten kann ist [...] mehr...
Interessant: Auch hier geht es wieder darum, mehr sein eigenes Leben zu leben. Mehr Selbstbestimmung. Wer davon zu wenig hatte, bereut es. Danke für diesen Artikel. Christoph Burger mehr...