Von Elizabeth Grace Saunders
"Wie schafft sie es nur, strategische Initiativen zu lancieren, Networking mit Führungskräften zu betreiben und dabei nur 40 Stunden die Woche zu arbeiten?" fragt sich ein Manager mit Blick auf eine Kollegin, die in Sachen Karriere auf der Überholspur ist. "Nach einem Tag voller Meetings schaffe ich es vielleicht noch, bis spätabends auf E-Mails zu reagieren. Aber nicht, meine Abteilung vorausschauend zu managen."
Hier ist das Erfolgsgeheimnis: Solche Kollegen haben erkannt, was wirklich zählt und leisten dort großartige Arbeit. Sie nehmen in Kauf, in den anderen Bereichen alles andere als perfekt zu sein.
Wenn Sie das schockt oder Sie denken, das sei komplett unfair, waren Sie in der Schule wahrscheinlich ziemlich gut. Denn dort wird Perfektionismus belohnt.
Ich weiß das. Ich gehörte zu den Besten, von der sechsten Klasse bis zum Uni-Abschluss und erfüllte alle Vorgaben meiner Lehrer und Professoren. Diese Strategie machte sich bezahlt: Mein Notendurchschnitt war perfekt, und zu meinem Glück waren Stipendien und Jobangebote die Folge.
Doch die Dinge änderten sich, als ich vor über sieben Jahren mein eigenes Unternehmen gründete. Irgendwann realisierte ich, dass es mir schadete, wenn ich versuchte, in allen Bereichen perfekte Arbeit zu leisten. Ich sah ein, dass ich mich auf meine Stärken konzentrieren musste. Wie der Autor Tom Rath in seinem Buch "Strength Finder 2.0" zeigt, erreichen Sie mehr, wenn Sie Ihre Stärken ausspielen können, anstatt dauerhaft an Ihren Schwächen zu arbeiten.
Eine bewusste Entscheidung hatte einen großen Einfluss auf meinen eigenen Ansatz, Erfolg zu haben und meinen Klienten zu helfen. In welche Tätigkeiten musste ich mehr Zeit und Energie investieren? Wo zahlte es sich aus, Arbeit zu erledigen ohne den Anspruch zu haben, perfekt zu sein?
In meiner Arbeit mit vielbeschäftigten Professoren, Führungskräften oder auch Anwälten taucht immer wieder das gleiche Problem auf: Diese Menschen finden nicht die Zeit, alles zu tun. Und damit haben sie recht: Diese Zeit hat wirklich niemand. Angesichts der Arbeitsgeschwindigkeit und dem Informationsinput in modernen Gesellschaften ist Zeitmanagement heute ohne Bedeutung. Sie können einfach nicht mehr alles in Ihrer Zeit unterbringen, egal wie effizient Sie auch werden.
Ich ermuntere Menschen dazu, Zeit als knappe Ressource anzusehen und in Dinge zu investieren, die sie mit Erfolg assoziieren. Dieser Ansatz führt zu einer Reihe von praktischen Konsequenzen.
Ich kenne nicht viele Studien, die Antwort auf die in Ihrem Artikel gestellte Frage liefern. Was ich schon weiss ist, dass die Top-Menschen, die Sie vermelden, immer Zeit haben. Sie haben es nicht noetig, sich "sehr beschaeftigt" nach aussen zu praesentieren. Die Frage ist dann in diesem Kontext immer, ob das "Beschaeftigt-Sein"etwas ueber die Person selbst oder mehr ueber die objektive Situation sagt. Mehr dazu finden Sie unter : [...] mehr...
Der hier beschriebene Ansatz klingt in der Theorie wirklich sehr nett. Ich unterscheide meine Aufgaben nach dem INO Prinzip und nehme bewusst in Kauf, dass gewisse Dinge "vernachlässigt" oder nicht ganz perfekt erledigt werden und beschränke mich statt dessen auf die wirklich wichtigen Fragen. Aber ist dies denn wirklich praxisrelevant? Können wir dies in unserem täglichen Leben 1:1 anwenden? Aus meiner Sicht lautet die Antwort: Eher nein. [...] mehr...