Von Tony Schwartz
Was würde Ihnen am stärksten dabei helfen, sich bei Ihrer Arbeit glücklicher und produktiver zu fühlen? Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber wirklich gut aufgehoben und gewertschätzt fühlen würden? Wenn Sie sicher wären, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber voll und ganz vertraut?
Mehr als 100 Studien haben den Zusammenhang zwischen Engagement und Leistung von Arbeitnehmern beleuchtet. Aber die in diesem Jahr erschienene Studie "Towers Watson 2012 Global Workforce" zeigt wohl am eindrucksvollsten, wie unsere Zufriedenheit am Arbeitsplatz mit unserer Leistung korreliert. Für die Untersuchung wurden 32.000 Arbeitnehmern in 30 Ländern befragt.
Die Studie zeigt, dass das klassische Verständnis von Engagement - die Bereitschaft, sich nach eigenem Ermessen im Job zu engagieren - nicht länger ausreicht, um Top-Leistungen zu erbringen. Denn in der Wirtschaftswelt steigt die Nachfrage nach Leistung und der Qualitätsanspruch stetig. Das Problem ist: Die bloße Bereitschaft garantiert nicht die Fähigkeit, etwas zu tun.
Was die Wirtschaft heute benötigt, ist "nachhaltiges Engagement". Der Schlüsselfaktor dafür ist laut der Studie eine Arbeitsumgebung, die Arbeitnehmer in die Lage versetzt, die besten Leistungen zu erbringen.
Solche Unternehmen stellen sicher, dass die Arbeitnehmer sich körperlich, emotional und sozial wohl an ihrem Arbeitsplatz fühlen. Ich würde dazu noch das mentale und spirituelle Wohlbefinden hinzuzählen - also die zusätzliche Energie, die aus Konzentration resultiert und die Überzeugung, eine sinnvolle Arbeit zu erledigen.
Wenn sie das tun, sind die Folgen nicht weniger als atemberaubend.
In einer Untersuchung von 50 global operierenden Unternehmen fand Towers Watson heraus, dass Unternehmen mit niedrigen Werten beim Mitarbeiter-Engagement im Schnitt eine Umsatzrendite von weniger als zehn Prozent aufwiesen. Unternehmen, die bei diesem Test normale Werte erzielten, hatten eine leicht höhere operative Marge von 14 Prozent. Jene Unternehmen mit den höchsten Werten beim "nachhaltigen Engagement" hatten dagegen durchschnittlich im Jahr eine Umsatzrendite von 27 Prozent.
Vierzig Prozent der Arbeitnehmer aus der Gruppe der wenig engagierten sagten, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten beiden Jahren ihren Arbeitgeber wechseln würden. Bei den normal engagierten Mitarbeitern lag dieser Wert bei 24 Prozent, bei den engagiertesten Leuten waren es dagegen nur 18 Prozent.
Eine schöne Nachricht: Wenn Unternehmen eine gute work-life-balance herstellen und die Führungskräfte ihre Mitarbeiter respektieren, machen sie auch mehr Profit! Da kommt doch alles zusammen, was zusammen gehört - richtiggehend adventlich. Hoffentlich verbreitet sich die frohe Botschaft nachhaltig! mehr...
Danke für den tollen Beitrag! „Companies are running 21st-century businesses with 20th-century-work-place practices and programs” Dieser Satz aus der zitierten Studie trifft den Nagel auf den Kopf. Sehr gut gefällt mir das Bild eines Energie-Managers. Es ist schon interessant: Wir Menschen hegen und pflegen unsere Pflanzen und wissen, dass sie bestimmte Rahmenbedingungen brauchen, um optimal gedeihen zu können. Wenn wir dieses einfache Prinzip auf das [...] mehr...
Wenn man den Text durchließt könnte man zumindest die 1. Seite auch auf eine Hühnerfarm etc. übertragen. Artgerechte Haltung und Kraftnahrung für ein besseres Produkt. Weiters möchte ich anmerken, dass Live long learning zwar seit Ewigkeiten propagiert wird, aber es nur in den höchsten Ebenen einen finanziell merkbaren Mehrwert hat. Ich studiere "nebenbei" aus Spaß, da ich davon keinen finanziellen Mehrwert erwarten kann. Ganz im Gegenteil, [...] mehr...