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13.09.2012

Debatte

Taugen Grammatik-Tests als Einstellungskriterium?

Der Unternehmer Kyle Wiens stellt nur Menschen ein, die einen obligatorischen Grammatik-Test bestehen. Ergibt ein solches Kriterium Sinn bei der Personalauswahl? Antworten von Professor Armin Trost und dem Personal-Experten Hartmut Hillebrand von der SAP AG.

Sprache und Grammatik sagen viel über Menschen aus, argumentiert der amerikanische Unternehmer Kyle Wiens. Dieser Aspekt ist Wiens so wichtig, dass er daraus ein entscheidendes Kriterium bei der Personalauswahl macht: Bei seinen Unternehmen iFixit und Dozuki bekommt kein Bewerber den Job, wenn er durch einen obligatorischen Grammatik-Test fällt. Selbst dann nicht, wenn er ansonsten sehr gut qualifiziert ist für den Job. Am Mittwoch hat Wiens seine Überlegungen dazu in einem Blog auf HBM Online beschrieben.

Debatte: Wie sinnvoll sind Sprach- und Grammatik-Tests?

Debatte: Wie sinnvoll sind Sprach- und Grammatik-Tests?

© Corbis
Sprache spielt bei den Unternehmen von Wiens eine sehr wichtige Rolle: iFixit und Dozuki erstellen Reparatur-Anleitungen und technische Dokumentationen. Aber Wiens geht noch einen Schritt weiter: Grammatik sei für alle Unternehmen wichtig, argumentiert Wiens. Gute Grammatik sei gleichbedeutend mit Glaubwürdigkeit.

Sind Sprache und Grammatik wirklich sinnvolle Kriterien bei der Personalauswahl? Harvard Business Manager Online hat Personal-Experten eingeladen, auf den Text von Kyle Wiens zu antworten.

Professor Armin Trost von der Hochschule Furtwangen hält nichts von solchen ausgefallenen, einzelnen Kriterien: "Wann immer Manager solche Ansprüche stellen, ist eines so gut wie sicher: Sie schreiben sich diese Kriterien in hohem Maße zu oder definieren sich darüber", sagt Trost. Von der Rechtschreibfähigkeit auf andere Eigenschaften wie Intelligenz oder Teamfähigkeit zu schließen, sei "wissenschaftlicher Unfug". In seinem Beitrag "Bitte keine Bauernregeln!" warnt Trost: Manager, die solche Methoden anwenden, würden sich und ihren Unternehmen schaden.

Hartmut Hillebrand ist seit 1997 Personalleiter bei SAP und hat unter anderem Germanistik studiert. Ein Grammatik-Test kann sinnvoll sein, schreibt Hillebrand in seinem Beitrag "Wann Sprache bei der Auswahl hilft". Zugleich warnt Hillebrand: Wiens Radikalität und Verallgemeinerung habe ihre Grenzen, nämlich bereits im eigenen Unternehmen.

Wie sinnvoll sind Sprache und Grammatik bei der Personalauswahl? Diskutieren Sie mit!


FORUM

insgesamt 16 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.10.2012 von Unregistriert:

Wie viele Fehler sind zu viel um den Job nicht zu bekommen ;-) mehr...

19.09.2012 von Unregistriert:

Der "Genetiv" oder der "Genitiv"? Mir zieht's die Zähne einzeln aus, wenn Leute mal wieder den Bibelspruch über den Splitter im Auge des anderen und den Balken im eigenen bestätigen. Übrigens: Mal bitte kurz auf www.duden.de vorbeischauen: "Ingredienz Aussprache Betonung: Ingrediẹnz Nach oben Herkunft lateinisch ingredientia = das Hineinkommende Nach oben Grammatik die Ingredienz; Genitiv: der Ingredienz, [...] mehr...

19.09.2012 von Natalie Struve:

Schade: Eine wirklich eingehende Diskussion hätte ich spannend gefunden. Trost vergibt aber die Chance, sich wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen, und widmet sich stattdessen lieber allgemein "Bauernregeln" bei der Bewerberauswahl. Leider zeigt seine Argumentation noch dazu, daß er Wiens gar nicht gründlich gelesen hat: Denn der nimmt Legastheniker oder Nicht-Muttersprachler durchaus von seiner Vor-Verurteilung aus und verdammt [...] mehr...

16.09.2012 von Unregistriert: Schlechte Grammatik - kein Job!

Seit Wochen verfolge ich begeistert die amüsierten bis wütenden Kommentare (DISQUS) zu dem Original-Artikel von Wiens "Poor Grammar", der mich über Linkedin erreicht hatte. Es ist sehr interessant, welch temperamentvolle und engagierte Debatte im englischsprachigen Raum zum Thema 'korrekte Sprache' losgetreten worden ist. Mal sehen, ob wir Deutschen zu solch einem emotionalen Einsatz fähig sind. :-) Als entsetzte Beobachterin des Verfalls der [...] mehr...

15.09.2012 von Unregistriert:

Völlig weltfremde Diskussion. Da wird ein ein hervorragender Programmierer nicht eingestellt, weil er grammatikalisch keine Leuchte ist? Wieviel Kundenkontakt hat der Programmierer? Null! mehr...

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