Von Asmus Komm und Magnus Graf Lambsdorff
Führungsqualitäten sind der Schlüssel zum Wachstumserfolg von Unternehmen. Das ist unbestritten. Zahlreiche Beispiele berühmter erfolgreicher Unternehmen - von Ford bis Apple - belegen dies. Bleibt die Frage: Welcher Typus von Manager lässt Unternehmen wachsen und gedeihen? Sind es die charismatischen Gurus, die alles überstrahlen? Oder ist es ein Team von Führungskräften mit jeweils unterschiedlichen Kompetenzen - und wenn ja, welchen? Und schließlich die Frage: Lässt sich der Einfluss guter Führung auf das Unternehmenswachstum überhaupt messen?
Die Berater von McKinsey und Egon Zehnder International haben vor einiger Zeit in einer gemeinsamen Studie Antworten auf diese Fragen gesucht - und dabei Überraschendes zutage gefördert. Ausgewertet wurden Daten von 5.560 Topmanagern in knapp 50 Großunternehmen aus allen wichtigen Branchen weltweit. Während Egon Zehnder Führungskräfte auf ihre Stärken und Schwächen hin untersucht hat, analysierte McKinsey das Wachstum internationaler Großunternehmen. Die Studie basiert auf der Schnittmenge aus beiden Untersuchungen.
Die Resultate räumen auf mit einem Mythos, der sich bis heute hartnäckig in den Köpfen vieler Wirtschaftsakteure hält - nämlich der Legende vom Allround-Star an der Spitze, der allein den Unternehmenserfolg bestimmt. Zu Zeiten Henry Fords mag es diesen Typus des Universalmanagers noch gegeben haben. In der heutigen komplexen Wirtschaftswelt mit ihren vielfältigen Anforderungen an Strategie, Führung und Umsetzung sucht man ihn vergebens.
Doch auch Teams von Topmanagern sind für sich genommen noch kein Garant für unternehmerischen Erfolg. Die Analyse hat gezeigt: Manager, die über generell solide, aber keine herausragenden Fähigkeiten verfügen, tragen nicht messbar zum Unternehmenserfolg bei. Hingegen beeinflussen Führungskräfte, die in mehreren Kompetenzfeldern Spitzenleistungen erzielen, unmittelbar positiv das Unternehmenswachstum. Die Studie spricht hier von so genannten Spiky Leaders.
Drei Prototypen
Spannende Studie, interessanter Beitrag. Auch aus meiner Erfahrung sind es nicht die stromlinienförmigen, glattgebügelten Business School-Absolventen, sondern Typen mit Ecken und Kanten, mit großartigen Talenten, aber durchaus auch Schwächen, die als Führungskräfte am besten geeignet sind. Wenn Unternehmen dies erkennen, werden sie auch ihre Führungskräfteentwicklung ändern und individueller gestalten müssen. Aktuell suchen zwar viele Unternehmen nach [...] mehr...
Ich denke die gegenwärtige Praxis sieht etwas anders aus. Es dominiert eher ein weiterer Prototyp: Der quartalsorientierte, kurzfristig denkende und opportunistisch handelnde Manager. Hinzu kommt die mangelnde interkulturelle Kompetenz vieler Manager in rasant zunehmender Internationalisierung und Globalisierung der Märkte. Was nützen uns die besten Produkte und Dienstleistungen aus Sicht der Unternehmen, wenn der Kunde am anderen Ende der Welt diese [...] mehr...
Das Schwächen niemals zu Stärken umformbar sind ist bekannt. Der Fokus kann nur auf einem Ausbau der vorliegenen Stärken liegen. Die drei benannten Typen Inspirator, Visionär und Macher sind nachvollziehbar. Die spannende Frage scheint mir die Verknüpfung der jeweiligen Eigenschaften zum Vorteil des Unternehmens zu sein. Gerade in größeren Unternehmen bestehen die unterschiedlichsten Egoismen, die in Verbindung mit Gesetzen, Compliance etc. nicht selten zu [...] mehr...
Die Analyse, die hier gemacht wurde, entspricht sicher den Daten, die Interviewer erfasst haben und ist somit sicher oberflächlich richtig! Die Wahrheit ist jedoch das die meisten Manager in Führungspositionen Geiseln des Controllings geworden sind! Audits und Prozesskonformität bestimmen das Tagesgeschäft! Wer kann da noch Visionen haben? Geschweigedenn die Kraft zur Führung aufbringen um das Unternehmen nach vorne zu bringen! Auch die Kundenorientierung [...] mehr...