Von John Beeson
2. Teil: Wie Sie die Beziehung zu Ihrem Chef verbessern können
Fangen Sie mit der Diagnose an. Was ist das Ziel Ihres Chefs, und was sind seine Interessen? Was hält er für wichtig? Ein Gefühl für Dringlichkeit und Hingabe zum Detail? Oder jeden an Bord zu nehmen, bevor er einen Vorschlag umsetzt? Woher bezieht er Informationen, und wie verarbeitet er sie? Durch Lesen, verbale Berichte oder fakten-basierte Analyse? Wie trifft er Entscheidungen? Analytisch, oder gestützt auf die Meinungen von Gefolgsleuten, denen er vertraut? An welchen Problemen ist er stark interessiert? Und welche Aufgaben ist er bereit, an Sie zu delegieren und nur gelegentlich über die Fortschritte informiert zu werden?
Indem Sie Ihrem Chef helfen, seine Ziele zu erreichen und aktiv über die für ihn wichtigen Probleme kommunizieren - und dies in dem Stil tun, den er befürwortet - können Sie das Selbstvertrauen Ihres Chefs stärken und eine suboptimale Beziehung für beide auf ein akzeptables Niveau heben. Zumindest für solange, wie Sie für ihn arbeiten. Sie sollten auch versuchen, das Spezialwissen Ihres Chefs zu identifizieren. Vermitteln Sie ihm, dass Sie gerne von ihm lernen würden. Oft sind die Grundlagen für eine bessere Arbeitsbeziehung bereits gelegt, wenn zwei Dinge erfüllt sind: Der Chef sollte sich gewertschätzt fühlen und darauf vertrauen können, dass er alle Informationen erhält, die er notwendig erachtet.
Trotzdem ist es besser, Ihren Chef auch über die vergangenen Gespräche zu informieren. Das macht es leichter, Treffen mit anderen Führungskräften zu organisieren, mit denen Sie schon zu tun hatten, ohne dass Ihr Chef sich hintergangen fühlt. In diesen Besprechungen sollten Sie Professionalität wahren. Aber machen Sie Ihren Gesprächspartnern deutlich, dass Sie nach einer neuen Herausforderung suchen, und das besser früher als später. Hören Sie bei diesen Besprechungen genau hin: Vielleicht gibt es einen Hinweis, der die Entscheidungen Ihres Chefs erklärt und Ihnen ein Gefühl dafür gibt, ob sein Verhalten vorübergehender Natur oder tief in seiner Persönlichkeit verwurzelt ist.
Ihr Chef kann zum Beispiel im Konflikt mit seinem Vorgesetzten stehen. Oder sein Bereich steht kurz vor einer Umstrukturierung. Wenn Sie Ihren Gesprächspartner nicht sehr gut kennen, sollten Sie sehr vorsichtig sein, Ihren Chef offen zu kritisieren. Wenn Sie aber den Punkt erreicht haben, dass Sie entweder einen neuen Vorgesetzen brauchen oder aber das Unternehmen verlassen, sollten Sie deutlich machen: Sie haben einen starken Wunsch nach Veränderung. Wenn Sie zu den besten Mitarbeitern gehören, die Unternehmen halten wollen, können Sie ruhig etwas stärker betonen, dass Sie eine neue Herausforderung suchen. Ihrem Gegenüber signalisieren Sie so, dass die Zeit gekommen ist, etwas zu tun.
Mit einem schlechten Chef zu tun zu haben kann eine der belastendsten Erfahrungen in Ihrer Karriere sein. Dennoch können Sie etwas aus dieser Erfahrung lernen. In ihrer wegweisenden Studie "The Lessons of Experience: How Successful Executives Develop on the Job" haben Morgan McCall, Mike Lombardo und Ann Morrisson herausgefunden, dass ein schlechter Vorgesetzter eine der wichtigsten Weichenstellungen für künftige Führungspersönlichkeiten ist. Denn diese Menschen sind in der Lage, das Führungsverhalten zu identifizieren, das sie auf keinen Fall selbst an den Tag legen wollen. Darüber hinausgehend können Sie die beschriebenen Techniken für die Weiterentwicklung der Beziehung zu Ihrem Chef (Konzentration auf die Ziele und Werte des Chefs; die Entschlüsselung, wie er Informationen verarbeitet und Entscheidungen fällt) natürlich auch bei anderen Menschen anwenden. Zum Beispiel um eine produktivere Arbeitsbeziehung mit Kollegen in anderen Abteilungen innerhalb Ihres Unternehmens zu entwickeln.
Wie gehen Sie mit schlechten Chefs um? Diskutieren Sie mit!
Ist es denn möglich auch mit einem cholerischen, schreienden und stehts misstrauischen Chef umzugehen? Er vernachlässigt auch seine Arbeitgeberpflichten. Die Arbeitsplätze sind alles andere als ergonomisch und teilweise sogar gefährlich (giftige Dämpfe). Das wird dann einfach mit Geldmangel abgetan. Er selber lebt aber in Saus und Braus und ist dann noch so blöd damit zu bluffen. Ich komme damit nicht klar und es wird immer wie schlimmer. Ich würde [...] mehr...
Das ist ja alles gut und schön, aber wieso wird vor allem immer von den Mitarbeitern eine Anpassung verlangt und nicht dasselbe von einem Chef? Ein mieser Chef braucht keine Opportunisten, die ihm im vorauseilenden Gehorsam das bestmögliche Arbeitsumfeld schaffen, sondern vielleicht nur einmal die klare Ansage, daß er ein mieser Chef ist. Und zwar von so vielen unabhängigen Mitarbeitern, wie möglich. Im Zweifel sollte am Ende auch einmal der Chef [...] mehr...
klar kann man Strategien finden auch mit einem schwierigen Chef/in umzugehen. Dass dann der Spieß umgedreht wird, nämlich man dem Chef ermöglicht seinen Job zu machen, ist leider allzu häufig der Fall. Das Ganze lebt dann von dem nicht zu leugnenden Machtgefälle. Kann natürlich auch ein nettes Gefühl sein, so einen Chef geknackt zu haben, man kann es sportlich sehen, und die eigenen Zielsetzungen überdenken, aber das Ganze ist irgendwie langweilig: Statt [...] mehr...
Wenn junge Leute plötzlich Chef von wesentlich Älteren werden, haben häufig beide ein großes Problem: Für den älteren Mitarbeiter hat der junge zu wenig Ahnung, verdient trotzdem mehr (ärgerlich) und der jüngere spürt die mangelnde Autorität, dass er vielleicht nicht ernst genommen wird. Häufig wird der Ältere dann hinausgemobbt. Statt dass beide ihre Rolle und Funktion in der Hierarchie akzeptieren und denken, wir sind alle in einem Boot und helfen [...] mehr...
Ok, man sollte nicht bei jedem Problem davon laufen, aber so wie mein Chef von mir erwartet, auf meinem Fachgebiet auf dem Laufenden zu sein, so erwarte ich das von einen Chef. Es gibt sie zu Hauf: irgendwann mal irgendwie Personalverantwortung bekommen und im gleichen Moment jede Form von Weiterbildung eingestellt. Oder noch schlimmer: Irgendwelche Führungskräfte Seminare besucht, von Dozenten die immer noch nicht begriffen haben, dass der Taylorismus im [...] mehr...