Ich bin nicht pessimistisch, was die Zukunft von Facebook angeht. Ich nutze das soziale Netzwerk seit acht Jahren und bin noch immer beeindruckt davon, wie konzentriert Mark Zuckerberg sein Produkt weiterentwickelt und von seiner Vision für das Internet. Als ich mich im Frühling 2004 das erste Mal in das Netzwerk einloggte, war ich sehr skeptisch. Es dauerte nicht lange, bis Zuckerbergs süchtig machende Plattform mich gefangen genommen hatte. Und es war ein Facebook, das viel weniger weit entwickelt war als die Version von heute. Es war eine protzige Seite, wo Zuckerbergs eigene Silhouette stets links oben in der Ecke jeder Unterseite prangte.
Bis heute nutze ich Facebook intensiv. In meinem Newsfeed finde ich jeden Tag witzige Inhalte, die mich zufrieden machen. Der "open Graph" - die Programmierschnittstelle zur neuen Chronik von Facebook, die neue soziale Apps ermöglicht - hat für mich den Nutzen von unzähligen Webseiten dramatisch erhöht.
Wenn es mir nicht anders geht als anderen Nutzern, dann wird Facebook noch eine ganze Weile bestehen und kulturell bedeutsam sein. Aber: Das Investieren von Kapital ist eine ganz andere Sache, als ein Produkt nur zu nutzen. Trotz des Zuspruchs der Facebook-Nutzer sollten Anleger skeptisch sein bei Facebooks teurem Börsengang.
Diese drei Faktoren könnten Facebooks Wachstum entgegenstehen:
1. Die wachsende Mobilnutzung wird weiter der Onlinewerbung schaden
Facebook hat durch seine Webseite ein gewaltiges Werbegeschäft geschaffen. Der Social-Media-Gigant hat ein mehrere Milliarden Dollar schweres Geschäft entwickelt, indem das Unternehmen auf jeder Seite etwas Platz für Werbekunden und ihre Anzeigen reserviert. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens ComScore hat Facebook 2011 bei der Onlinewerbung in den USA einen schier unglaublichen Anteil von 28 Prozent erreicht.
Das Werbegeschäft ist von den Besuchen auf Facebooks Webseite abhängig. Bislang hat das Unternehmen noch kein überzeugendes Modell für mobile Onlinewerbung entwickelt. Unglücklicherweise - zumindest für die Facebook-Investoren - wird das mobile Internet immer wichtiger. Facebook berichtigte sogar sein Börsen-Registrierungs-Dokument S1 und räumte die Risiken für sein Werbegeschäft ein, die von der wachsenden Mobilnutzung ausgehen.
Jeder Facebook-Nutzer ist in der Lage dem sozialen Netz den Garaus zu machen. Entweder durch Austreten oder generellem Nichtnutzen. Wer aber Facebook nutzt, kann in den Einstellungen der Nutzung von Werbeanzeigen mit einem Mausklick widersprechen. Somit dürfte das Geschäftsgebahren vom Herrn Zuckerberg endlich sein. Facebook kann nur mit dem Verkauf von Produkten überleben, denn es ist keine karitative Einrichtung. mehr...
Was bei der ganzen Diskussion um Facebook, seinen Börsengang und die neuen "sozialen" Werbeformate zu kurz kommt, ist, meines Erachtens, die verschiedenen Zielstellungen, die mit einer Werbung auf Facebook verbunden sind. So werden als Stellvertreter für die Befürworter und Gegener von Werbung bei Facebook, GM und Ben&Jerrys aufgeführt. Während GM die Erlöse aus der Werbung als zu gering für ein weiteres Engagement ansah, beurteilt dies [...] mehr...