Von Amy Gallo
Gehaltsverhandlungen können unangenehm sein: Sie wollen das Gehalt bekommen, das Sie wert sind. Auf der anderen Seite wollen Sie Ihren künftigen Arbeitgeber nicht verärgern oder ganz abschrecken. In einem schwierigen Arbeitsmarktumfeld ist die Situation noch komplizierter. Wenn es wenige Jobangebote gibt und viele Menschen Arbeit suchen, könnten Sie in Versuchung kommen, jedes noch so schlechte Stelle anzunehmen. Aber: Das ist selten die klügste Alternative.
Was Experten raten
Sie sollten immer verhandeln, egal wie die Situation am Arbeitsmarkt aussieht. "Sagen Sie niemals einfach nur 'danke'", meint Katherine McGinn, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard Business School und Mitautorin des Buches: "When Does Gender Matter in Negotiation?". Ein neuer Job, oder eine neue Position, ist eine Chance, Ihr Einkommen zu steigern. Eine Gelegenheit, die nicht allzu oft kommt. John Lees, Karriere-Berater und Autor des Buches "How to get a Job you'll love" sagt, dass Menschen nur selten während der ersten zwei Jahre in ihrem neuen Job die Gelegenheit für Nachverhandlungen haben.
Bereiten Sie sich auf die nächste Gehaltsverhandlung vor, indem Sie die folgenden Prinzipien beherzigen:
Haben Sie eine Alternative
"Den Ratschlag, den ich nach dem Studium bekam, lautete: Hab immer ein Angebot vom zweitbesten Arbeitgeber in der Hinterhand, wenn Du mit demjenigen verhandelst, der Dein Favorit ist", erzählt Danny Ertel, Mitgründer von Vantage Partners, eines auf Verhandlungen spezialisierten Beratungsunternehmen. Er ist Mitautor des Buches "The Point of the Deal: How to negotiate when yes is not enough". Natürlich ist das leichter gesagt als getan in einem schwierigen Arbeitsmarkt.
Wenn Sie keine Alternativen haben - entweder andere Angebote oder Ihren alten Job - haben Sie eine viel schlechtere Verhandlungsposition, sagt Professorin McGinn. "Sie müssen kreativ sein und zeigen, welchen Wert Sie für das Unternehmen darstellen". Sie müssen zum Beispiel erklären, warum Sie die perfekte Person für genau diesen Job sind, dass Sie die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen haben, und dass Sie mehr als nur ein Durchschnittskandidat sind. "In Zeiten von Vollbeschäftigung suchen Arbeitgeber Menschen, die den Job erledigen können. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit suchen sie nach dem absolut besten Kandidaten für die Position", so McGinn.
Recherchieren Sie
Arbeitgeber legen Gehälter für neue Mitarbeiter danach fest, was sie anderen in ähnlichen Positionen zahlen und was sie glauben, dass die Konkurrenz ausgibt. Sie haben vielleicht auch ein festes Budget oder eine definierte Gehaltsspanne. Information bedeutet Macht in Verhandlungssituationen: Je mehr Sie über die Gegebenheiten in diesen Unternehmen wissen, desto besser. Erledigen Sie etwas Detektivarbeit. Suchen Sie im Internet nach Gehalts-Vergleichsseiten, um Informationen über das Unternehmen zu erhalten - und was es zahlt. Nutzen Sie Netzwerke wie Facebook, Xing oder LinkedIn - vielleicht kann Ihnen dort jemand sagen, was ein angemessenes Gehalt für den Job ist.
Vielleicht ist das jemand aus dem Unternehmen, dem Sie vertrauen. Oder ein Karriereberater, ein Headhunter oder ein Ansprechpartner in derselben Branche. Natürlich kann es etwas unangenehm sein, Freunde (oder entfernte Bekannte) direkt zu fragen, was sie in ähnlichen Positionen verdienen. Stattdessen könnten Sie fragen: "Was glaubst Du würde dieses Unternehmen für eine solche Position zahlen?" Vergleichen Sie die Antworten, die Sie bekommen. Verlassen Sie sich nicht auf eine einzelne Aussage oder eine Informationsquelle.
Hallo zusammen, bei meiner Verhandlung für die Zeit im Ausland habe ich zunächst ein "schlechtes" Angebot bekommen. Ich denke mein Arbeitgeber wollte einfach testen, ob ich gut informiert bin oder nicht. Da ich zuvor mit vielen Freunden (zum Teil auch Headhunter) gesprochen habe, wusste ich, was gefordert werden kann. Worüber ich hier gern sprechen würde ist die sog. "Macht der ersten Zahl" - mein Vorgesetzter hat damals nicht [...] mehr...